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Paukenschlag bei Dynamo: Duljevic weg

Der Angreifer wechselt auf persönlichen Wunsch den Verein, angeblich geht er nach Frankreich. Aber wie reagiert nun die SGD auf den plötzlichen Abgang?

Hoppla! Haris Duljevic verlässt Dynamo.
Hoppla! Haris Duljevic verlässt Dynamo. © Robert Michael

Das ist ein Hammer vor dem Saisonstart: Haris Duljevic verlässt Dynamo Dresden. Wie der Verein am Freitagmittag mitteilte, wurde der 25 Jahre alte Bosnier auf eigenen Wunsch bereits vom Trainings- und Spielbetrieb freigestellt. Zuvor hatte das französische Internetportal midilibre.fr berichtet, der Offensivspieler solle sich mit Olympique Nimes bereits auf einen Dreijahresvertrag geeinigt haben. 

Allerdings stehe eine Einigung zwischen dem französischen Erstligisten und der SGD noch aus. Duljevic hat in Dresden noch einen Vertrag bis zum 30. Juni 2020. Das heißt, Dynamo kann jetzt noch eine Ablösesumme für den Nationalspieler kassieren, der im Sommer 2017 nach seinem Vertragsende bei FK Sarajevo ablösefrei gekommen war. Sein Marktwert wird mit 800.000 Euro angegeben. 

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In zwei Jahren bestritt er insgesamt 55 Pflichtspiele für die Schwarz-Gelben, erzielte vier Treffer und bereitete sieben Tore vor. Allerdings konnte er seine Fähigkeiten nicht wirklich ausschöpfen, wurde von den Trainern Uwe Neuhaus und Maik Walpurgis wegen seines mangelnden Defensivverhaltens kritisiert und saß deshalb oft draußen. Unter Chefcoach Cristian Fiel rückte er dann jedoch in die Sturmspitze und hätte dort zum Start gegen den 1. FC Nürnberg am Samstag, 13 Uhr, sicher von Anfang angespielt.

Doch nun verlässt er den Verein. Man habe dem Wunsch des Spielers nach intensiven persönlichen Gesprächen entsprochen, heißt es in der Mitteilung - und Sportgeschäftsführer Ralf Minge erklärt darin: „Die Entscheidung ist uns nicht leicht gefallen, aber sowohl Haris als auch wir wollten jetzt Klarheit vor dem Start in die neue Saison schaffen. 

Haris hat uns seinen konkreten Wechselwunsch in einem persönlichen Gespräch mitgeteilt. Wir haben das Thema ausführlich besprochen und gemeinsam entschieden, dass wir dem Wunsch des Spielers entsprechen werden. Wir möchten dem Spieler jetzt die Zeit geben, damit er sich um seine Zukunft kümmern und konkrete Vertragshandlungen mit dem interessierten Verein führen kann. Er wird somit auch nicht mehr zum Kader beim Saisonauftakt gegen den 1. FC Nürnberg gehören."

Minge: Die Nerven behalten

Die Suche nach einem Stürmer wird für Dynamo nun umso dringlicher. Dabei hatte Minge im Gespräch mit der SZ in dieser Woche noch gesagt: „Wir lassen uns nicht treiben, sondern behalten die Nerven.“ Schließlich sei es eine "heiß begehrte Personalie“. Zwei-, dreimal habe man sich in Gesprächen mit Kandidaten auf der Zielgeraden gewähnt, aber eine Verpflichtung ist bisher nicht zustande gekommen.

Es soll schließlich einer sein, der einen Mehrwert für die Mannschaft bringt, wie es Minge ausdrückt. Gleichzeitig müsse er atmosphärisch wie finanziell passen. „Auch wenn wir ein bisschen Geld zur Verfügung haben, ist es nicht mein Weg, das Gehaltsgefüge durcheinanderzubringen.“ Das hinzubekommen, erscheint beinahe so unwahrscheinlich wie die Quadratur des Kreises. Was wäre die Alternative? Minge erinnert an den Abstieg 2014, als auch Top-Verdiener durchhingen. Wenn die Leistung nicht passt, bringt das Unmut.

„Es ist klar, dass ein Stürmer in der Regel in eine andere Kategorie fällt als ein Ergänzungsspieler für die Abwehr, aber ich will keine Disbalance. Dazu stehe ich.“ Die sogenannten Kracher könnte sich Dynamo sowieso kaum leisten, also ist Geduld gefragt. Doch nun wird die Angelegenheit, die Minge im Trainingslager als dringend bezeichnet hatte, zu einer brenzligen, auch wenn mit Moussa Koné, Lucas Röser (SZ+), Osman Atilgan und Vasil Kusej vier Angreifer im Aufgebot stehen. 

Bayern-Stürmer ein Kandidat?

Auch darauf hatte Minge verwiesen und versucht, den Druck rauszunehmen. „Es mag in der öffentlichen Wahrnehmung so aussehen, als ob wir keine Stürmer hätten“, meint der Sportgeschäftsführer. „Das ist nicht der Fall. Wenn wir nicht den passenden finden sollten, wird keiner kommen. Darin sind wir uns mit dem Cheftrainer und seinem Team einig.“

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Doch mit dem Weggang von Duljevic besteht in der Offensive dringender Handlungsbedarf. Als ein Kandidat wird derweil Kwasi Wriedt gehandelt. Der 25 Jahre alte Deutsch-Ghaner steht bei Bayern München II unter Vertrag, wurde vorige Saison mit 24 Toren in 34 Spielen Torschützenkönig beim Aufstieg in die 3. Liga und hatte auch einen Einsatz für die Bayern in der Bundesliga. Minge kommentierte die Personalie auf Nachfrage mit: "Im Moment kein Thema!" Es gebe auch derzeit noch andere Optionen. (SZ)

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