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Dynamos Rotsünder: "Diese Lethargie ist unerklärlich"

Für Jannis Nikolaou ist das 3:3 gegen St. Pauli ein ganz besonderes Spiel - nicht nur, weil er doppelt trifft. Im SZ-Zeugnis ist er trotzdem nicht der Beste.   

Jannis Nikolaou war der tragische Held des Spiels.
Jannis Nikolaou war der tragische Held des Spiels. © dpa-Zentralbild

Er war gegen den FC St. Pauli der Mann des Spiels. Der Deutsch-Grieche schoss bei Dynamos Aufholjagd den ersten Doppelpack seiner Karriere und verhinderte durch eine Notbremse, für die er die rote Karte sah, wohl das vierte Gegentor.

Wie haben Sie nach dem Platzverweis den Ausgleich und die letzten Minuten erlebt?

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Ich war in der Kabine, habe mich noch geärgert. Es ist ein ganz komisches Gefühl, wenn du nicht weißt, wohin mit dir. Plötzlich holte mich Tobi Lange (Physiotherapeut/Anm. d. A.) wieder raus, da konnte ich mich freuen. Die letzten Minuten war ich nervöser als auf dem Platz. Schön, dass wir noch Unentschieden gespielt haben.

Mit zwei Toren und der roten Karte sind Sie heute der Mann des Spiels…

Diese Partie werde ich mit seinen Höhen und Tiefen nie vergessen. Der Spielverlauf, die zwei Tore und die rote Karte - das war schon denkwürdig. Ich muss ihn taktisch foulen, weil er einfach brutal schnell war. Eigentlich wollte ich ihn von der Seite treffen, erwische ihn aber unglücklich. Die Karte kann man geben, auch wenn es ärgerlich ist.

Ein Spiel mit Höhen und Tiefen, wie haben Sie die Partie wahrgenommen?

Mit der Art und Weise, wie wir gespielt haben, können wir nicht zufrieden sein. Auf der Moral können wir aber aufbauen, die stimmt im Team. In der Länderspielpause müssen wir einiges aufarbeiten, aber wir haben in den vergangenen Spielen bereits gezeigt, was wir können.

Haben Sie eine Erklärung für die erste halbe Stunde?

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Nein, das fühlt sich auch auf dem Platz komisch an. Diese Lethargie auf dem Feld kann man nicht erklären. Wir haben zu viele Fehler gemacht, waren nicht richtig drin und haben verdient die Tore bekommen.

Das Gespräch notierte Jens Maßlich.


Das Dynamo-Zeugnis: Nur Einer verdient sich die Note zwei

Kevin Broll: Muss erst einmal auf sein zweites Ligaspiel ohne Gegentor warten. Der 23-Jährige ist aber bei allen Gegentoren machtlos. Note: 4

Linus Wahlqvist: Der Schwede ist der größte Wackelkandidat in der Dreierkette. Er übersieht beim 3:0 den Torschützen und lässt sich zu leicht austanzen. Note: 5

Kevin Ehlers: Der Youngster hat sich als Stammkraft etabliert, bekommt aber gegen einen abgezockten Diamatakos eine Lehrstunde und gewinnt nur 50 Prozent seiner Zweikämpfe. Note: 4

Jannik Müller: Der Kapitän bekommt keine Ordnung in seine Defensive und spielt ungewöhnlich viele Fehlpässe. In der der 76. Minuten muss er für Koné weichen. Note: 4

Dzenis Burnic: Ist Dreh- und Angelpunkt im Dresdner Spiel. Seine gelbe Karte wegen Handspiels passt allerdings zu seinen Unkonzentriertheiten.  Am Ende etwas unglücklich. Note: 4

Jannis Nikolaou: Mit seinen zwei Toren und der roten Karte ist der Deutsch-Grieche positiv wie negativ der Mann des Spiels. Dem Team wird er nun mindestes für eine Partie fehlen. Note: 3

Patrick Ebert: Läuft am meisten (12,86 Kilometer) und schlägt die meisten Flanken (3). Bleibt dabei aber genauso glücklos wie bei seinen beiden Freistoß-Chancen aus vielversprechenden Positionen. Note: 4

Chris Löwe: Übersieht sowohl beim ersten als auch beim zweiten Gegentor den Torschützen in seinem Rücken. Dennoch gewinnt er die meisten Zweikämpfe auf dem Platz (13). Note: 5

Baris Atik: Wird nach einer Stunde ausgewechselt, weil er zuvor kaum auffällt. Schießt dreimal aufs Tor, nur einmal, in der 38. Minute, muss Himmelmann eingreifen. Note: 4

Sascha Horvath: Muss zur Pause runter und fällt noch weniger auf als Nebenmann Atik. Der Österreicher schießt in den ersten 45 Minuten kein einziges Mal aufs Tor. Note: 5

Alexander Jeremejeff: Der Schwede ist immer anspielbar und gewinnt viele Zweikämpfe, wartet aber weiter auf sein zweites Tor für seinen neuen Arbeitgeber. Zwei Torschüsse sind für einen Mittelstürmer zu wenig. Note: 4

Luca Stor: Wird vor dem Spiel als „Luka Tor“ auf der Anzeigetafel vorgestellt, kann das aber nach seiner Einwechslung nicht unter Beweis stellen. Dennoch sorgt er für viel Belebung und spielt den entscheidenden Pass zum Ausgleich. Note: 3

René Klingenburg: Kommt nach einer Stunde für Atik und ist erneut belebendes Element für das Dynamo-Spiel. Klingenburg haut sich rein und gewinnt 85 Prozent seiner elf Zweikämpfe. Note: 3

Moussa Koné: Ist erstmals seit zwei Spielen wieder im Kader und neun Minuten nach seiner Einwechslung der gefeierte Ausgleich-Schütze. Nach dem Tor brechen Freude und Frust aus ihm heraus. Note: 2

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