merken
PLUS

Dynamo

Dynamo hat einiges kritisch aufzuarbeiten

Dynamo Dresden spielt auch in der nächsten Saison zweitklassig, das vierte Mal in Folge. Sven Geisler über den Klassenerhalt der Dresdner in Liga zwei.

SZ-Sportredakteur Sven Geisler kommentiert den Klassenerhalt der Dresdner.
SZ-Sportredakteur Sven Geisler kommentiert den Klassenerhalt der Dresdner. © dpa/Montage: SZ-Bildstelle

Das ist ja noch mal gut gegangen. Dabei ist es für Dynamo Dresden von Anfang an eine verkorkste Saison gewesen, sogar schon vor dem ersten Spiel. Nachdem Uwe Neuhaus erst infrage gestellt worden war und dann doch weiterarbeiten durfte, erfolgte nach zwei Spielen in der Liga und dem Pokal-Aus in der ersten Runde der Trainerwechsel. Es sollte nicht der einzige bleiben, weil der mit einiger Verzögerung als Wunschkandidat vorgestellte Nachfolger doch nicht passte.

Ob Maik Walpurgis zu kompliziert gedacht, zu wenig trainiert oder nicht die richtige Ansprache gefunden hat: Er bekam die Mannschaft nicht zu packen, der Rausch des Neuen war nach einem kurzen Aufschwung im Herbst am Jahresende längst vorbei. Weil Fußball nun mal ein Ergebnissport ist, durfte er nach dem 2:1-Sieg in Duisburg am Tag vor Heiligabend trotzdem weitermachen. Im Trainingslager hat Dynamo den Rhythmus aufgenommen, wie es hieß, also zwischen den Testspielen gut regeneriert. Es mag überholt sein, die Spieler so lange zu triezen, bis sie sich übergeben, aber ohne athletische Grundlagen geht wenig.

Anzeige
Auf der Couch den Wissensdurst stillen

Die vhs Görlitz trotzt Corona mit kostenlosen Online-Vorträgen.

Der Start ins neue Jahr ging daneben, nach der vierten Niederlage im fünften Spiel war Schluss mit lustig. Die Fans wandten sich ab vom eigenen Team – so etwas hatte es lange nicht mehr gegeben. Jetzt gibt es nun nur eine Lösung – und es ist ein Verdienst von Ralf Minge, dass sie im wahrsten Sinne naheliegt. Cristian Fiel wird Chefcoach, wie es der Sportgeschäftsführer sowieso vorgesehen hatte. Eines Tages. Das ist nun eben sofort. Fiel muss erst noch seine letzte Prüfung für die Lizenz als Fußball-Lehrer bestehen, bevor er loslegen kann.

Kein anderer hätte für einen solchen Stimmungsumschwung sorgen können wie der frühere Kapitän, der in fünf Jahren als Spieler zu einer Identifikationsfigur geworden war. Sowohl bei den Fans als auch bei den Spielern genießt er den Respekt, der notwendig ist, um sich hinter ihm zu versammeln. Das Mentalitätsproblem kann auch er nicht lösen, wie sich bei den Rückschlägen in Sandhausen und Ingolstadt zeigt. Aber er schafft es, dass die Mannschaft sich zusammenrauft und bereit ist, wie beim 2:1-Sieg gegen St. Pauli über die Schmerzgrenze zu gehen.

Weiterführende Artikel

Symbolbild verwandter Artikel

Dynamo: Wer bleibt, wer geht, wer kommt?

Nach dem Klassenerhalt hat der Verein Planungssicherheit für die nächste Saison. Dabei gibt es einige offene Personalien - und ein interessantes Gerücht. 

Symbolbild verwandter Artikel

Dynamo ist auch rechnerisch durch

Die Dresdner profitieren von der Magdeburger Niederlage. Beim Hamburger SV verschärft sich die Krise. 

Symbolbild verwandter Artikel

Wiegers: Emotionale Rückkehr ins Dynamo-Tor

Zwei Jahre wartet der Schlussmann auf einen Einsatz. Vor dem Spiel sagt ihm sogar Schubert: Du hast es dir verdient. Das bestätigt auch die Einzelkritik nach dem 2:1-Sieg gegen St. Pauli.

Symbolbild verwandter Artikel

Wiegers hält – und Dynamo die Klasse

Nach dem Torwart-Wechsel gewinnen die Dresdner mit 2:1 gegen den FC St. Pauli und bleiben in der zweiten Liga.

Symbolbild verwandter Artikel

Walpurgis entlassen, Fiel übernimmt

Dynamo Dresden wechselt den Trainer - und der Neue ist ein alter Bekannter.

Symbolbild verwandter Artikel

Das letzte Training von Uwe Neuhaus

Nichts deutet am Mittwochvormittag im Großen Garten auf den Abschied hin. Ein Besuch bei der letzten Übungseinheit vor der Entlassung.

Nun dürfen alle einmal durchatmen, denn sie haben etwas geschafft, was es noch nie gab: Dynamo wird die vierte Saison in der 2. Bundesliga spielen. Das ist ein Grund zur Freude, nicht für Zufriedenheit. Vielmehr gilt es, einiges kritisch aufzuarbeiten und zu verändern, damit es nicht noch mal so eng wird.

E-Mail an Sven Geisler.