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Ex-Dynamo Hefele in England vor dem Abschied

Der Verteidiger darf nicht mit ins Trainingslager von Nottingham Forest. Ist das die Chance, ihn nach Dresden zurückzuholen? Was Minge sagt.

Blumen gab es zum Abschied von Dynamo für Michael Hefele.
Blumen gab es zum Abschied von Dynamo für Michael Hefele. ©  Robert Michael

Diese Nachricht lässt Dynamo-Fans aufhorchen: Michael Hefele gehört nicht zum Kader für das Trainingslager des englischen Fußball-Zweitligisten Nottingham Forest in Griechenland. Vielmehr ist der 28 Jahre alte Verteidiger einer von vier Spielern, die den Verein verlassen sollen. 

Seit die Medienberichte über das Internet auch hierzulande bekannt geworden sind, fordern ihn Anhänger unter anderem bei Twitter auf, seine Sachen zu packen und schnurstracks nach Dresden zurückzukehren.  

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Hefele hatte Dynamo 2016 als Kapitän zum Aufstieg in die 2. Bundesliga geführt und sich danach unter Tränen von den Fans verabschiedet, um sich einen Traum zu erfüllen: auf der Insel spielen. Huddersfield Town hatte ihm ein sicher auch finanziell lukratives Angebot unterbreitet, bei dem die Dresdner nicht mithalten konnten. Er sprach damals trotzdem von "der schwersten Entscheidung meines Lebens". In seiner Erklärung zu dem Wechsel hieß es damals: „Ich habe diesen Schritt wochenlang vor mir hergeschoben, habe schlecht geschlafen und es mir alles andere als leicht gemacht. Mir ist bewusst, dass ich viele Fans dieses so besonderen Vereins enttäusche. Aber ich hoffe auch darauf, dass sie diese für mich selbst brutale Entscheidung respektieren."

Für Minge kein Thema

Hefele ging als Aufstiegsheld - und so ist er den Anhängern in Erinnerung geblieben. Viele hoffen nun, dass er nach Dresden zurückkehrt. Sportgeschäftsführer Ralf Minge hat allerdings zuletzt im Trainingslager erklärt, fürs Abwehrzentrum bestehe kein dringender Handlungsbedarf: „Wir sind auf der Position gut aufgestellt, das sieht auch der Trainer so.“ Nominell stehen mit Marco Hartmann, Florian Ballas, Jannik Müller und dem aus dem Nachwuchs aufgerückten Kevin Ehlers vier Innenverteidiger im Aufgebot, zudem sind Brian Hamalainen und Linus Wahlqvist für die Außenpositionen in der von Cheftrainer Cristian Fiel favorisierten Dreierkette fest eingeplant.

Ausgeschlossen hatte Minge einen weiteren Neuzugang für die Defensive jedoch nicht. Auf Nachfrage antwortet er nun: „Abwehrspieler ist generell kein Thema“ – mit dem Zusatz: „Im Moment.“ Hefele könnte schließlich nicht nur für die Position, sondern vor allem aufgrund seiner Mentalität ein interessanter Kandidat sein. Führungsspieler seiner Art hatte Dynamo in den vergangenen Jahren zu wenig, Kapitän Marco Hartmann ist zudem öfter verletzt wie zuletzt mit einer Muskelquetschung, wegen der er die Vorbereitung auf die neue Saison bisher nicht komplett absolvieren konnte.

Im Sommer 2016 wechselte Michael Hefele von Dynamo nach England zu Huddersfield Town.
Im Sommer 2016 wechselte Michael Hefele von Dynamo nach England zu Huddersfield Town. ©  Foto: Robert Michael
In der zweiten englischen Liga bestritt er 37 Spiele in der zweiten englischen Liga sowie drei in den Play-offs, in denen 2017 der Aufstieg in die Premier League gelang.
In der zweiten englischen Liga bestritt er 37 Spiele in der zweiten englischen Liga sowie drei in den Play-offs, in denen 2017 der Aufstieg in die Premier League gelang. ©  Foto: Robert Michael
Da hat er ihn doch, den Pokal des Zweitliga-Champions und Aufsteigers. In einem spannenden Finale gegen den FC Reading. hatte Hefele im Elfmeterschießen nicht getroffen - doch unter anderem traf Jetzt-Dynamo Chris Löwe beim 4:3-Sieg.
Da hat er ihn doch, den Pokal des Zweitliga-Champions und Aufsteigers. In einem spannenden Finale gegen den FC Reading. hatte Hefele im Elfmeterschießen nicht getroffen - doch unter anderem traf Jetzt-Dynamo Chris Löwe beim 4:3-Sieg. © Imago Sport
Bei den Huddersfield-Fans war Hefele beinahe genauso beliebt wie in Dresden.
Bei den Huddersfield-Fans war Hefele beinahe genauso beliebt wie in Dresden. ©  Foto: Robert Michael
Als Hefele mit Huddersfield vorigen Sommer in Rüsselsheim ein Testspiel gegen Dynamo bestritt, musste er die meisten Autogramme schreiben.  
Als Hefele mit Huddersfield vorigen Sommer in Rüsselsheim ein Testspiel gegen Dynamo bestritt, musste er die meisten Autogramme schreiben.   © Foto: Lutz Hentschel
Für Dynamo hat Hefele damals vielleicht nicht sein letztes Hemd gegeben, aber in seinen insgesamt 76 Einsätzen für die Schwarz-Gelben immer alles aus sich herausgeholt - mit dem Aufstieg 2016 als Höhepunkt und Abschluss. Bisher jedenfalls.
Für Dynamo hat Hefele damals vielleicht nicht sein letztes Hemd gegeben, aber in seinen insgesamt 76 Einsätzen für die Schwarz-Gelben immer alles aus sich herausgeholt - mit dem Aufstieg 2016 als Höhepunkt und Abschluss. Bisher jedenfalls. © Foto: Lutz Hentschel

Allerdings hatte auch Hefele in den vergangenen Jahren mit Verletzungen zu kämpfen und für Nottingham in der vorigen Saison nur 18 Spiele bestritten. Im Januar musste er sich einer Achillessehnenoperation unterziehen und kam seitdem nicht mehr zum Einsatz. Mit Huddersfield hatte der gebürtige Bayer 2017 den Aufstieg in die Premier League geschafft, wo er zweimal eingewechselt worden ist. Nachdem er im vorigen Sommer noch im Test gegen Dynamo gespielt hatte (0:0), wechselte er im August 2018 nach Nottingham. Dort besitzt er einen noch zwei weitere Jahre gültigen Vertrag - der Klub wird ihn deshalb womöglich nicht ablösefrei abgeben.

Kontakt zu Dynamo und nach Dresden hat Hefele immer gehalten - allein mit seiner Rückennummer 44: Das D ist der vierte Buchstabe im Alphabet. Es war als Hommage an seine Zeit in Sachsen gemeint. "Ich weiß, wo ich herkomme und was ich Dynamo zu verdanken habe. Der Verein hat mich zu dem gemacht, was ich bin. Dynamo hat mir auch die Tür nach England geöffnet", sagte Hefele, als ihn die SZ auf der Insel besuchte.

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