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Fünf Punkte, die Dynamo jetzt Mut für die Liga machen

Im Pokal haben die Dresdner Hertha BSC einen großen Kampf geliefert. Was heißt das für das nächste Spiel in der zweiten Liga am Sonntag in Stuttgart?

Dynamo hat wieder Grund, optimistisch zu sein: Moussa Koné, Torschütze in Berlin, und Baris Atik (r.).
Dynamo hat wieder Grund, optimistisch zu sein: Moussa Koné, Torschütze in Berlin, und Baris Atik (r.). © dpa

Dresden. Nach dem Drama im Elfmeterschießen versammelt der Trainer die Spieler im Kreis um sich. Cristian Fiel sagt, wie stolz er auf sie ist, auf diese couragierte Leistung im Pokal gegen Hertha BSC. Doch gleich am nächsten Tag, macht er ihnen klar: „Was am Sonntag passiert, ist etwas ganz anderes, dafür hilft uns das nicht.“ Das stimmt sicher, und dennoch kann Dynamo aus dem Pokal-Abend in Berlin trotz des letztlich unglücklichen Ausscheidens einiges mitnehmen für die Partie am Sonntag, 13.30 Uhr, beim VfB Stuttgart. 

Die SZ nennt fünf Punkte, die positiv stimmen.

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  • Selbstbewusstsein: Das darf kein Widerspruch zur Enttäuschung über das Ausscheiden sein. Diese sollten die Dresdner sofort abschütteln, um an die Leistung anzuknüpfen. Mit dem VfB wartet ein ähnlich starker Gegner, aber sie haben bewiesen, mithalten zu können. „Wir haben sie vor richtige Probleme gestellt, waren bis zur letzten Sekunde der Verlängerung sogar weiter“, sagt Mittelfeldspieler Sascha Horvath. Und Kapitän Marco Hartmann spricht einen wesentlichen Punkt an: „Wir haben gezeigt, dass wir uns wehren können. Die Mannschaft steckt nicht auf, sie macht weiter, sie will es endlich wuppen.“ Wenn nach den vier Niederlagen in der zweiten Liga berechtigte Zweifel aufgekommen sind, steht jetzt fest: Sie haben mehr drauf, als sie zuletzt gezeigt haben – sowohl an Leidenschaft als auch an Spielfreude. „Uns hat zuletzt die Freiheit im Kopf gefehlt“, meint Horvath. „Heute haben wir frei aufgespielt und es ist uns viel gelungen. Das sollten wir mitnehmen, dann schaut es auch wieder positiv aus.“

  • Torgefahr: „Wir hatten heute auch Chancen, das könnt ihr mal schreiben“, diktiert Fiel den Journalisten. Allein die drei Treffer sprechen für die zuletzt vermisste Offensivkraft. Mit Alexander Jeremejeff hat Moussa Koné mehr Bewegungsfreiheit, das Zusammenspiel klappt beim 1:0 geradezu perfekt. Außerdem ist der Schwede eine Anspielstation für lange Bälle. Das eröffnet taktisch wie spielerisch andere Optionen. Dynamo ist weniger berechenbar.

  • Teamgeist: Es gab keinen Zweifel, dass es in der Truppe stimmt, aber es braucht mehr, als eine gute Stimmung in der Kabine, um gemeinsam erfolgreich zu sein: die Bereitschaft, bedingungslos für den anderen einzustehen. Dazu gehört es, zu akzeptieren, wenn man nicht spielt. „Die Jungs, die nicht gespielt haben, waren sicher enttäuscht. In so einem Spiel will jeder dabei sein“, meint Fiel, der beobachtet hat, „wie sie mitgefiebert haben.“ Das Erlebnis, zusammen stark und nah dran an der Sensation gewesen zu sein, kann etwas auslösen.

  • Zusammenhalt: 35.000 Dynamo-Fans in Berlin, gelber Wahnsinn, selbst wenn man die irrsinnigen Pyromanen rausrechnet. „Krass, Wahnsinn, so etwas habe ich noch nie erlebt“, beschreibt Hartmann die Atmosphäre im Olympiastadion. „Die Stimmung war am Samstag (nach dem 0:2 gegen Bielefeld/d. Red.) absolut im Keller – sowohl bei der Mannschaft als auch ringsrum. Nicht mal unbedingt negativ, eher ein bisschen ratlos.“ In Berlin sind Mannschaft und Fans wieder enger zusammengerückt. „Nach diesem Spiel geht jeder, egal, ob Zuschauer oder – was vielleicht noch wichtiger ist – Spieler mit der Hoffnung nach Hause, dass wir es packen können“, meint der Kapitän. „Das war ein Ansatz, wie es funktionieren kann und funktionieren sollte.“

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  • Stolz: Es ist das in der Nacht danach am häufigsten gebrauchte Wort, weil es das Gefühl am besten ausdrückt, das die Selbstzweifel ablösen sollte. „Ich habe ihnen gesagt, egal, was in den letzten Wochen war: Das nimmt euch keiner mehr“, berichtet Fiel von seiner Ansprache im Kreis. „Ich bin sehr, sehr stolz. Du musst in unserer Situation erst einmal rausgehen und gegen einen fußballerisch starken Gegner so ein Spiel abliefern.“ Die Punkte in der Tabelle seien ein Fakt, betont der 39-Jährige, „aber ich weiß, was die Mannschaft kann, das hat sie auch schon gezeigt“. Jetzt kommt es darauf an, das zu bestätigen. „Über die individuelle Qualität von Stuttgart brauchen wir nicht zu reden, also müssen wir mehr investieren als der VfB, um auch dort bestehen zu können.“

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