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Dynamo: Wer bleibt, wer geht, wer kommt?

Nach dem Klassenerhalt hat der Verein Planungssicherheit für die nächste Saison. Dabei gibt es einige offene Personalien - und ein interessantes Gerücht. 

Sie basteln an Dynamos neuer Mannschaft: Sportgeschäftsführer Ralf Minge (l.) und Trainer Cristian Fiel.
Sie basteln an Dynamos neuer Mannschaft: Sportgeschäftsführer Ralf Minge (l.) und Trainer Cristian Fiel. © Ronald Bonß

Es fühlt sich irgendwie komisch an. Dynamo hat den Klassenerhalt geschafft, aber wirklich gefeiert wird das nicht. Das liegt zum einen daran, dass die Dresdner nach dem Arbeitssieg gegen St. Pauli am Freitagabend zu kaputt waren für eine Party, zum anderen bestand ja noch ein Restrisiko. Deshalb schlug auch Cristian Fiel die Glückwünsche aus. Doch nun ist es amtlich: Auch in der nächsten Saison spielt die SGD in der 2. Fußball-Bundesliga. Aber mit welcher Mannschaft? Die Kaderplanung kann forciert werden, wobei Ralf Minge keinen Grund für hektische Neuverpflichtungen sieht: „Wir haben bereits 20 Spieler unter Vertrag und planen gegenwärtig mit 24 bis 26 Spielern für die nächste Saison“, betont der Sportgeschäftsführer.

Nach seiner Rechnung wären also nur vier bis sechs Stellen offen, aber das ist vermutlich zu einfach gedacht. Die SZ analysiert die Personallage.

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Fünfzehn bleiben definitiv

Dynamo setzt weiter auf Talente aus der eigenen Jugend. Kevin Ehlers (bis 2023) und Justin Löwe (2021) haben gerade neue Verträge bekommen, zudem stehen Osman Atilgan (2021) und Vasil Kusej (2022) weiter im Kader. Letzterer gilt schon lange als Stürmer-Talent, hat bereits mehrere Trainingslager mit den Profis absolviert, konnte bisher aber noch bei den A-Junioren spielen. Es wird also spannend zu beobachten, ob der 18 Jahre alte Tscheche ab Sommer eine Option für die zweite Liga wird.

Von den potenziellen Stammspielern sind Niklas Kreuzer, Linus Wahlqvist, Florian Ballas, Sören Gonther, Brian Hamalainen, Patrick Möschl, Jannis Nikolaou, Patrick Ebert und Baris Atik sicher weiter dabei. Außerdem hat Marco Hartmann noch einen Vertrag für ein weiteres Jahr. Der Kapitän wird gebraucht als Führungspersönlichkeit, konnte allerdings in dieser Saison nur zwölf Spiele bestreiten. Nach einem Sehnenanriss im Oberschenkel war er wieder eingestiegen, musste aber in der vergangenen Woche wegen muskulärer Probleme erneut individuell trainieren. Eine planbare Größe ist der 31-Jährige aufgrund seiner Verletzungsanfälligkeit nicht.

Anders Patrick Wiegers. Der Torwart galt zwar als Auslaufmodell, als einer für die gute Stimmung, durfte aber nun beweisen, dass er auch nach zwei Jahren Punktspielpause gut Bälle abwehren kann. Ansprüche wollte er nach seinem Startelf-Comeback nicht stellen, aber er ist mindestens ein guter Ersatzmann.

Vier sind trotz Vertrag unsicher

Haris Duljevic wollte am liebsten weg, nun spielt der Bosnier wieder öfter. Es gibt zwei Möglichkeiten für Dynamo: Den Vertrag vorzeitig verlängern, damit er im nächsten Jahr nicht ablösefrei gehen kann, oder ihn jetzt bei einem entsprechenden Angebot verkaufen. Beides scheint denkbar. Moussa Koné, der derzeit außer Form ist, soll von Girondins Bordeaux beobachtet worden sein. Wenn die Franzosen ernsthaft Interesse an dem Torjäger bekunden, könnte er für eine angemessene Summe womöglich auch gehen.

Für Torwart Tim Boss und Stürmer Lucas Röser stellt sich vermutlich die Frage, ob sie bei Dynamo eine Perspektive haben.

Für fünf ist die Zukunft ungeklärt

Jannik Müller hatte die Gespräche im Winter-Trainingslager ausgesetzt, wollte erst einmal abwarten, ob er mehr sein kann als Aushilfskraft. In der Rückrunde hatte er einen Stammplatz, war beim Sieg in Aue sogar aushilfsweise Kapitän – dann stoppte ihn eine Oberschenkelverletzung. Zuletzt ist er gegen St. Pauli eingewechselt worden. Sein Berater ist ein alter Bekannter: Jens Jeremies. Er wird Dynamo auf keinen Fall „verarschen“, wie es Minge bei Markus Schubert empfunden hat.

Schwierig ist es mit den Leihspielern – in die eine wie die andere Richtung. Peniel Mlapa müsste aus Venlo theoretisch zurückkehren, dürfte nach der Erfahrung in seinem Dresdner Jahr darauf jedoch keine große Lust haben. Dagegen konnte Sascha Horvath bei Wacker Innsbruck die Spielpraxis sammeln, die er braucht, um sich den Platz im Aufgebot der österreichischen U21 für die EM im Juni zu sichern. Er könnte sogar für eine weitere Saison ausgeliehen werden, weil sein Vertrag bei Dynamo bis 2021 datiert ist.

So lange wie der von Dario Dumic beim FC Utrecht. Ob die Niederländer den Bosnier zurückholen, weiter ausleihen oder sogar verkaufen – das hat Dynamo jedoch ebenso wenig in der Hand wie bei Dzenis Burnic.

Eine Ausleihe könnte auch für Marius Hauptmann eine Variante sein. Der 19-Jährige kam nach seinem Profi-Debüt – eine Minute beim 3:1 in Duisburg vor Weihnachten – nicht mehr zum Einsatz. Sein Vertrag läuft jedoch aus.

Bei vieren ist der Abschied besiegelt

Wohin Schubert wechselt, ist nach wie vor offen. Der Torwart, der bei Dynamo ausgebildet und von Minge persönlich gefördert worden ist, hatte das Angebot des Vereins ausgeschlagen. Nach eigener Aussage geht er zu einem Bundesligisten. Mit Erich Berko (Darmstadt) und Rico Benatelli (St. Pauli) gibt es dagegen ein Wiedersehen in Liga zwei. Aias Aosman, der seit 2015 bei Dynamo ist, soll nach Informationen der SZ keinen neuen Vertrag bekommen.

Über einen wird spekuliert

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Von den Torhütern Kevin Broll (Großaspach) und Johannes Brinkies (Zwickau) abgesehen, tauchte ein interessantes Gerücht auf. Laut Express plant der 1. FC Köln, Niklas Hauptmann an Dynamo auszuleihen. Der 22-Jährige war vorigen Sommer für 3,4 Millionen Euro aus Dresden zum FC gewechselt, kam aber nur zu elf Einsätzen, was auch an einer Meniskus-Operation gelegen hat. Beim 0:3 des FC in Dresden zu Ostern gab Hauptmann ein kurzes Comeback – und wurde mit Beifall begrüßt.


Die Vertragslaufzeit der Dynamo-Profis: