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Dynamo-Kickern die Fußsohlen gekitzelt

Sebastian Kube hat in Langebrück eine Podologische Praxis eröffnet. Zuvor knetete er Sportlern die Muskeln.

Von Thomas Drendel

Mit den Berufsbezeichnungen Physiotherapeut oder Dermatologe kann jeder etwas anfangen. Aber Podologe? Irgendwas mit Füßen, werden die meisten sagen und dabei an verschrumpelte Zehnägel denken. Kommt man in die Praxis von Sebastian Kube an der Bruhmstraße in Langebrück, sind die unappetitlichen Gedanken wie weggewischt. Sicher liegt das an den hellen freundlichen Räumen. Noch mehr trägt die offene Art des 28-Jährigen dazu bei. Er redet ganz selbstverständlich über Hühneraugen oder eingewachsene Zehnägel – wobei das noch die harmlosesten Fälle sind. „Den Beruf Podologe, also medizinischer Fußpfleger, gibt es noch nicht allzu lange. Er wurde erst vor einigen Jahren geschaffen, vor allem zur Behandlung von Diabetikern. Sie haben oft Schwierigkeiten mit den Füßen, laufen sie sich oft wund. Bei richtiger Behandlung können Amputationen vermieden werden“, sagt er. „Wir helfen ihnen, mit der Krankheit zurechtzukommen und arbeiten da eng mit Ärzten zusammen.“ Dabei geht es um die richtige Fußpflege und die Hilfe bei kleineren Wunden. „Oft gehört auch eine Ernährungsberatung dazu.“ Vor allem ist er aber für die ganz gewöhnlichen Fälle da. „Erst vor wenigen Minuten war eine Mutter aus Langebrück mit ihrer Tochter hier. Ein Zehnagel war vereitert. Gerade beim Nagelschneiden kann viel falsch gemacht werden, das führt dann zu Entzündungen.“ Wie wird ein junger Mann ausgerechnet Fußpfleger? Bei Sebastian Kube liegt der Beruf in der Familie. „Meine Eltern haben eine Fußpflegepraxis in Radeburg. Das hat mich wohl geprägt.“ Doch zunächst machte er nach der Schule eine Ausbildung zum Masseur. Offenbar hatte er danach ein besonderes Händchen, denn anschließend massierte er mehr als vier Jahre die Waden der Dynamo-Profis. „Dann habe ich wegen der unregelmäßigen Arbeitszeiten aufgehört.“

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Anschließend hieß es für den Radeburger, noch mal die Schulbank drücken. „Zunächst absolvierte ich meine Lehre als Fußpfleger, dann die Ausbildung zum Podologen. Die ist recht umfangreich. 1 000 Praxisstunden muss man da bei Orthopäden, Dermatologen und Podologen nachweisen.“ Drei Jahre dauerte das. „Nebenbei habe ich in der Praxis meiner Eltern gearbeitet. Im vergangenen Jahr kam dann der Sprung in die Selbstständigkeit. „Lange habe ich nach geeigneten Räumen gesucht. Diese an der Bruhmstraße sind ideal, groß, hell und auch für Rollstuhlfahrer gut zu erreichen“, sagt Sebastian Kube. Hier ist er jedoch nicht immer anzutreffen. Oft macht er Hausbesuche oder ist in Krankenhäusern unterwegs. „Ich betreue Patienten unter anderem im Neustädter Krankenhaus und in der Klinik Weißer Hirsch.“ In seiner Praxis behandelt er nach vorheriger Terminabsprache. „ Die kann telefonisch erfolgen oder per E-Mail“, sagt er. Auf Wunsch massiert er Füße hier auch, ganz so wie damals bei den Dynamo-Kickern.

Podologie Kube, Bruhmstraße 4g in Langebrück,

035201 819703, E-Mail: [email protected]