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Bitte kein Mitleid mit Ralf Minge

Die Trennung von Dynamos Sportchef kommt plötzlich, aber nicht unerwartet. Emotionen sind jetzt sowieso fehl am Platz, meint SZ-Sportchef Tino Meyer.

Ralf Minge ist nicht nur Dynamos Sportgeschäftsführer, er ist auch das Gesicht des Vereins. Die Trennung ist trotzdem inhaltlich nachvollziehbar, doch die Art und Weise stillos.
Ralf Minge ist nicht nur Dynamos Sportgeschäftsführer, er ist auch das Gesicht des Vereins. Die Trennung ist trotzdem inhaltlich nachvollziehbar, doch die Art und Weise stillos. © dpa-POOL

Wir gegen den Rest der Welt? Der von Dynamo Dresden in diesen Tagen gern benutzte Slogan kann maximal für den Abstiegskampf in der 2. Fußball-Bundesliga herhalten. Das hat die Art und Weise der Trennung von Sportchef Ralf Minge, der zugleich Gesicht und Ikone des querelenerprobten Traditionsklubs ist, mal wieder gezeigt. Ganz nach dem Motto, das Dynamo immer noch am besten kann: Wir gegen uns.

Inmitten der schwersten sportlichen Krise der letzten Jahre, die durch den Corona-Notbetrieb jetzt noch massiv erschwert ist, hat der Aufsichtsrat am Montagabend den Abschied von Minge bekanntgegeben. Stil- und schmerzlos, selbst wenn die Entscheidung für alle mit dem Vorgang vertrauten Personen keineswegs überraschend kommt.

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Intern war lange klar, dass gar nichts klar ist, Dynamo aber ziemlich wahrscheinlich einen neuen Geschäftsführer Sport braucht. Denn erst wollte Minge nicht mehr richtig, dann kam Corona, schließlich hielten die Räte schon mal Ausschau nach einem Nachfolger. Zudem haderten beide Seiten seit Monaten mit dem jeweils anderen. Und nun gibt es die überfällige Entscheidung. Gut so!

Sagt auch Dynamos Trainer Markus Kauczinski, und das vollkommen unaufgeregt. Er weiß: Dynamos sportliche Sorgen sind derzeit weitaus größer und Emotionen bei strategisch wichtigen und manches Mal unpopulär erscheinenden Entschlüssen ohnehin kein guter Berater. Was übrigens ein Grund dafür ist, dass auch Vereinsverantwortliche ohne Dynamo-Hintergrund immer wieder erfolgreiche Epochen geprägt haben.

Minge ist vom Aufsichtsrat nicht entlassen worden, auch wenn jetzt dieser Eindruck entsteht. Beide Seiten haben sich vielmehr nicht auf eine Verlängerung des am 30. Juni auslaufenden Vertrages einigen können. Also bitte kein Mitleid mit dem Noch-Sportchef.

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Auch für ihn gilt der Satz, den er selbst gern verwendet (und das oft genug getan hat bei den vielen Spieler- und Trainerwechseln in seiner sechsjährigen Amtszeit): Wir sind im Leistungssport unterwegs. Das heißt: In der Bewertung zählen allein Ergebnisse, nicht Verdienste.

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