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"So können wir es nicht weitermachen"

Jannik Müller steht beim 2:4 gegen Karlsruhe als Kapitän auf dem Platz,  nennt im Interview Gründe für die Niederlage. Und die SZ gibt den Spielern Zensuren. 

Lucas Röser ist nach dem Schlusspfiff enttäuscht.
Lucas Röser ist nach dem Schlusspfiff enttäuscht. © dpa/Uli Deck

Jannik Müller, droht nach der zweiten Niederlage im zweiten Spiel erneut eine Zittersaison?

Wir sind noch ganz am Anfang. Klar, Fußball ist ein Ergebnissport, so gesehen ist es schlecht gelaufen. Aber wenn man die einzelnen Leistungen sieht, dann war viel mehr drin. Wir müssen jetzt an den Phasen nach dem Ballverlust arbeiten und vielleicht auch mal öfter den Torabschluss suchen. Wenn wir das schaffen, dann gehe ich mit einem guten Gefühl in die nächsten Wochen.

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Es standen viele kleine Spieler auf dem Platz. Hat die Körperlichkeit in der zweiten Hälfte gefehlt?

Aus meiner Sicht war vielmehr das Problem, dass wir nach der Pause nicht mehr ins Gegenpressing gekommen sind. Wir hatten zwar auch in der ersten Halbzeit Ballverluste im offensiven Drittel, konnten den Ball da aber sofort zurückerobern. Das hat dann überhaupt nicht mehr geklappt. Karlsruhe kam so häufig in Überzahl auf uns zugelaufen, was dann schwer zu verteidigen ist. Außerdem müssen wir konsequenter zum Abschluss kommen, auch mal aus der zweiten Reihe schießen. So können wir es nicht weitermachen.

Es fiel auf, dass es nach Ecken der Karlsruher immer gefährlich wurde. Lag das ausschließlich an den Größenunterschieden?

Wir wussten, dass sie nach Standards extrem gefährlich sind, so haben sie in der vergangenen Saison mehr als 30 Tore gemacht. Aber es ist schwer zu verteidigen, wenn man in fast jedem Duell fünf bis zehn Zentimeter kleiner ist. Außerdem müssen wir da als junge Mannschaft noch cleverer werden, haben auf jeden Fall ein bisschen Lehrgeld gezahlt.

Der Trainer hat in der Startelf auf einen Stürmer verzichtet. Wie überrascht waren Sie?

Wir erfahren die Aufstellung immer erst am Spieltag. Im Training haben wir geübt, wie wir es gegen Karlsruhe machen wollen, zum Beispiel, dass der Stürmer sich immer wieder ins Mittelfeld fallen lässt. Das hat, denke ich, oft geklappt. Wir haben über weite Strecken wieder gut mit Ball gespielt.

Das zweite Gegentor hat Dynamo quasi selbst geschossen.

Da können wir Dzenis Burnic überhaupt keinen Vorwurf machen. Er will die Flanke blocken, sowas passiert im Fußball. Der Abstoß davor war das größere Übel.

Hat die Unterstützung von den Rängen gefehlt?

Es hätte sicher ein, zwei Prozent herausgeholt, wenn uns die Anhänger wie gewohnt unterstützt hätten. Aber wir müssen auf die Stellschrauben schauen, die wir selbst beeinflussen können.

Sie haben die zweite gelbe Karten im zweiten Spiel gesehen. Sind  Sie diese Saison unfairer?

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Die Niederlage beim Karlsruher SC zeigt deutlich, wo es beim Zweitliga-Schlusslicht noch überall hapert. Die Frage ist, ob es schnelle Lösungen gibt.

Die Verwarnung gegen Nürnberg war ein absoluter Witz. Und die heute? Keine Ahnung. Ich fand es generell schade, dass wir so früh die gelben Karten gesehen haben. Da muss man etwas zurückstecken, kann Konter nicht mit einem Foul unterbinden. Das soll keine Ausrede sein, aber das sind alles so kleinen Dinge, die momentan gegen uns laufen und die uns auf die Verliererstraße bringen.   

Kommt das Pokal-Heimspiel gegen den Fünftligisten Dassendorf nach den beiden Pleiten jetzt genau zum richtigen Zeitpunkt?

Hoffentlich. Wir müssen uns da ein positives Erlebnis holen. Da zählt nur ein Sieg.

Das Zeugnis: Das Experiment scheitert nach der Pause

Kevin Broll: Offenbart erneut Schwächen im Aufbauspiel und verschuldet durch einen schwachen Abstoß das 2:1. Note 4

Linus Wahlqvist: Wieder in der Abwehrkette eingesetzt, kann er weder defensiv noch im Aufbauspiel auf sich aufmerksam machen. Note 4

Kevin Ehlers: Dynamos neues Juwel steht wieder in der Startelf. Trotz seiner 1,86 Meter fehlen ihm aber wichtige Zentimeter im Luftkampf. Note 3

Jannik Müller:  Läuft als Kapitän auf und hat die Abwehrreihe 60 Minuten im Griff. Machtlos, wenn die Gegner in Überzahl anlaufen. Note 3

Jannis Nikolaou:  Mit 11,5 Kilometern und zwölf gewonnenen Zweikämpfen jeweils Bestwert im Team, verliert aber beim 1:1 das entscheidende Kopfballduell. Note 4

Dzenis Burnic:  Fällt vor allem bei seinem Eigentor (60.) auf und der unnötigen gelben Karte (55.) wegen Ballwegschlagens. Note 5 

Patrick Ebert: Braucht etwas Zeit, beweist dann aber immer wieder Auge beim letzten Pass. Läuft lange Wege. Note 3

Sascha Horvath: Belohnt seine Einsatz- und Laufbereitschaft mit einem Tor und einer Vorlage. Derzeit nicht  wegzudenken aus dem Team. Note 2

Matthäus Taferner: Der 18-Jährige feiert sein Startelf-Debüt. Empfiehlt sich für weitere Einsätze, baut aber nach der Pause ab. Note 3

Patrick Möschl: Der unauffälligste der drei Österreicher im Team, hat sich den Einsatz laut Fiel durch Trainingsleistung verdient. Note 3

Baris Atik: Darf überraschend als einzige Spitze ran, ist gegen Karlsruhes Viererkette aber überfordert. Note 4

Lucas Röser: Hat nach seiner Einwechslung den Ausgleich auf dem Fuß, scheiterte nicht nur da aussichtsreich. Note 4

Moussa Koné: Der Stürmer kommt spät in die Partie , steht einmal im Abseits und wird beim 4:2 gut freigespielt. Note 3

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