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Dynamo-Kapitän Kreuzer:  Ich bin stolz auf die Jungs

Die Dresdner verlieren zu Hause gegen Nürnberg, trotzdem gibt es beim Saisonstart positive Ansätze - die lassen sich auch in der Einzelkritik erkennen.

Erstmals in einem Pflichtspiel trug Niklas Kreuzer von Beginn an die Kapitänsbinde.
Erstmals in einem Pflichtspiel trug Niklas Kreuzer von Beginn an die Kapitänsbinde. © Lutz Hentschel

Erstmals in einem Pflichtspiel führte Niklas Kreuzer Dynamo Dresden als Kapitän auf den Rasen. Trotz der unglücklichen Niederlage gegen den 1. FC Nürnberg zeigte sich der 26-Jährige zufrieden mit der Leistung, sagt aber auch, was besser werden muss.

Niklas, gut gespielt aber dennoch verloren, wie fällt Ihr Fazit aus?

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Wir haben ein gutes Spiel gemacht. Aber im Fußball ist es eben das Schlimme, dass man sich davon nichts kaufen kann. Vor allem in der ersten Halbzeit haben wir unseren Plan sehr gut umgesetzt. Letzten Endes entscheidet aber genau eine Situation das Spiel, weil wir nicht aufmerksam waren. Wir haben wenig zu bemängeln, bis auf das Gegentor, welches das Spiel entscheidet.

Sie waren am Torschützen, konnten das Gegentor aber nicht verhindern?

Da waren wir insgesamt nicht nah genug am Mann, haben schon die Flanke nicht verhindert. Ich gehe dann auch zu weit weg von Nikola Dovedan, der ihn perfekt trifft. Über das gesamte Spiel hatte ich das Gefühl, die lauern nur auf diese eine Chance - und die haben sie bekommen. Es war ja eigentlich nur eine halbe.

Wie war es für Sie die Mannschaft erstmals in der zweiten Liga als Kapitän anzuführen?

Bis auf das Resultat sehr schön. Trotz des Ergebnisses werde ich den Tag so schnell nicht vergessen, weil es ein sehr schöner und emotionaler für mich war. Der bleibt in Erinnerung, auch wenn ich mir das Resultat natürlich anders gewünscht hätte. 

War es für Sie auf dem Platz anders als sonst?

Nein. Ich habe vorher in der Kabine noch in die Runde geguckt, da wurde mir klar, ich bin hier mit 26 der Zweitälteste. Wir hatten eine ziemlich junge Truppe auf dem Platz. Da muss man schon mehr kommunizieren als sonst. Dazu gehört auch mehr Verantwortung übernehmen, aber das haben wir Ältere ganz gut gemacht. Ich bin stolz auf die Jungs, weil es eine gute Leistung war. 

Bei den Standardsituationen fehlte es gänzlich an Torgefahr, wie lässt sich das erklären?

Das Trainerteam hat sich schon ein paar Gedanken gemacht vor dem Spiel. Chris Löwe und ich wussten, dass hohe Bälle keinen Erfolg bringen werden, weil die komplette Hintermannschaft von Nürnberg gefühlt über 1,90 Meter groß ist. Unser größter war Jannik Müller, der kratzt da knapp dran. Deswegen war das Ziel auf den ersten Pfosten oder den Ball sogar flach zu spielen.

Dennoch, bei einem Eckenverhältnis von zwölf zu eins, da ärgert man sich schon?

Ja, na klar. Unsere Ecken waren ja einfach zu verteidigen. Für uns war es schwer da in der Mitte Profit herauszuschlagen, wenn der Ball hoch reingespielt wurde. Andererseits sprechen zwölf Ecken aber auch für unser gutes Spiel. Denn die gibt es nur, wenn wir im Angriff sind, und das waren wir einfach deutlich mehr als Nürnberg.

Also klappt es mit Cristian Fiels Spielidee schon ganz gut?

Auf jeden Fall, wir hatten eine klare Spielidee und haben uns damit auch gute Chancen herausgespielt. Am Ende hat nur das Quäntchen Glück gefehlt. Christian Mathenia hält zweimal richtig gut, auch in der ersten Halbzeit hatten wir ein paar gute Möglichkeiten. Darauf lässt sich auf alle Fälle aufbauen.

Letztlich macht sich da die intensive Vorbereitung bezahlt?

Man hat gesehen, dass wir nicht nur mehr Körner, sondern auch mehr Ideen haben. Im Trainingslager haben wir uns viele Gedanken über Laufwege und Positionsspiel gemacht. Jeder wusste heute Bescheid. Wir haben uns so viele Räume geschaffen, aber dafür brauchst du eben auch Luft. Die haben wir.

Wie überraschend war die Leistung vom Jüngsten Kevin Ehlers?

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Die Dresdner sind nicht nur öfter am Ball, sondern bestimmen das Spiel. Doch das einzige Tor erzielt ein Nürnberger. Fiel nennt es eine sehr unverdiente Niederlage.

Für mich war es überhaupt nicht überraschend. Ich habe ihn in der Vorbereitung zur Seite genommen und gesagt: Junge, was du hier machst, ist für dein Alter ganz großes Kino. Du musst überhaupt nicht nervös sein, weil du so eine Qualität besitzt. Da gibt es keinen Grund an dir zu zweifeln. Und genau so hat er heute auch gespielt.

Das Gespräch notierte: Jens Maßlich.

Das Dynamo-Zeugnis: In der Offensive hapert's noch

Kevin Broll: Dynamos neue Nummer Eins ist als Torwart selten gefordert, hält einmal gut in der Nachspielzeit gegen Ondrej Petrak (90.+3) und ist beim Tor chancenlos. Im Spielaufbau zeigt er noch Schwächen, legt bei einem Abstoß einmal gefährlich für Robin Hack (39.) auf. Note: 3

Linus Wahlqvist: Der eigentliche Außenverteidiger zeigt in seiner neuen Rolle eine solide Leistung, wird aber auch nicht oft gefordert. Seine auffälligsten Aktionen hat der Schwede im Spiel nach vorn. In der 14. Minute scheitert er mit einem satten Schuss aus rund 23 Metern nur knapp, patzt aber hinten auch einmal heftig (41.).  Note: 3

Kevin Ehlers: Die Entdeckung der Vorbereitung: Das Eigengewächs feiert beim Zweitliga- auch gleich sein Startelf-Debüt, überzeugt dabei in der Zentrale der Dreier-Abwehrreihe mit seiner Abgeklärtheit. Mit 99 Ballaktionen hat er die meisten seines Teams, nur fünf Pässe landeten beim Gegner. Note: 2

Jannik Müller: Ist der unauffälligste aller drei Innenverteidiger – was nicht gegen ihn spricht. Müller absolviert seine Aufgabe unaufgeregt, aber souverän. Mit 71 Prozent hat er die beste Zweikampf-Bilanz . Note: 2

Jannis Nikolaou: Der Deutsch-Grieche fühlt sich im defensiven Mittelfeld einfach wohler als in der Abwehrreihe. Er sorgt für Stabilität im Zentrum und arbeitet gut gegen den Ball. Drei Torschüsse sind zudem Bestwert, in der 56. Minute gelingt ihm fast der Ausgleich. Acht Fehlpässe sind aber ebenfalls Höchstwert. Note: 2

Dzenis Burnic: Schießt wie Nikolaou dreimal aufs Tor, bleibt letztlich aber in allen Statistiken hinter seinem Nebenmann. Burnic macht im Zentrum viele Bälle fest und leitet ein ums andere Mal gefährliche Angriffe ein. Sieben Fehlpässe sind aber zu viel. Note: 3

Niklas Kreuzer: Erstmals Kapitän, aber nicht besonders auffällig - außer mit seinen Ecken. Eine seiner sieben Flanken sorgt für Gefahr, aber Koné lässt die große Chance  liegen (86.). Note: 3

Sascha Horvath: Hat in Österreich den Spaß am Fußball wiedergefunden, und das sieht man auf dem Platz. Er arbeitet offensiv wie defensiv viel, auffälligste Szene ist seine Rettungstat in der 41. Minute. Sieben Fehlpässe sind auch bei ihm zu viel. Note: 3

Baris Atik: Bester Zweikämpfer, fällt aber häufig zu leicht. Dank Videobeweis werden solche Aktionen noch überflüssiger. Knüpft er an seine Leistung vom Ende der vergangenen Saison an, kann  er im Duo mit Horvath viel Spaß bringen. Note: 4

Chris Löwe: Der Routinier fällt nur zweimal richtig auf. In der 38. Minute klärt er in letzter Sekunde vor Dovedan, auf der Gegenseite scheitert er nur knapp mit seinem schwachen rechten Fuß (45.+1). Seine sechs Flanken finden keinen Abnehmer. Note: 3

Moussa Koné: Der Senegalese geht als alleinige Spitze unter, braucht dringend Unterstützung im Sturmzentrum. Hat er dann doch mal die Chance, steht er entweder im Abseits oder vergibt zu einfach. In der 86. Minute hat er den Ausgleich auf dem Fuß, den FCN-Torwart Mathenia mit einer super Parade jedoch verhindert. Note: 4

Lucas Röser: Ist derzeit wieder Stürmer Nummer zwei, darf dennoch nicht von Beginn an ran. Nach seiner Einwechslung in der 67. Minute hat er keine Ballaktion in Strafraumnähe, weil er auch einfach nicht gesucht wurde. Note: 4

René Klingenburg: Der Neuzugang kommt etwas überraschend nur von der Bank, bringt aber Schwung und sorgt für mehr Torgefahr. Hat sich für mehr Spielzeit empfohlen. Note: 3

Matthäus Taferner:  Der 18-Jährige wird für Landsmann Sascha Horvath eingewechselt und zeigt sich unbekümmert: Sein frecher Schlenzer geht knapp vorbei (79.). Note: 3

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