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Adventskonzert im Stadion begeistert 25.000 Menschen

Die Kruzianer und Kapellknaben feiern mit Zehntausenden und „Dixie“ Dörner im Dynamo-Stadion das große Adventskonzert. Die Impressionen:

Der Dresdner Kreuzchor singt zum Adventskonzert im Rudolf-Harbig-Stadion.
Der Dresdner Kreuzchor singt zum Adventskonzert im Rudolf-Harbig-Stadion. © ronaldbonss.com

Alle Jahre wieder – und das ist gut so. Erneut feierte der Dresdner Kreuzchor am Donnerstag im Rudolf-Harbig-Stadion von Dynamo sein größtes Konzert des Jahres. Und wieder begeisterte er 25.000 Besucher im ausverkauften Oval. Knapp zwei Stunden gab es weihnachtliche Weisen von „Es ist ein Ros entsprungen“ bis „Feliz Navidad“, gab es besinnliche und mitreißende Momente. Die Ernsthaftigkeit und Begeisterung der Knaben und ihrer Pop- wie Klassik-Gäste war ansteckend und ließ den Alltagsstress vergessen.

Für nicht wenige Besucher beginnt so die Weihnacht. Zum 5. Mal seit dem ersten Stadionkonzert 2015 stimmt der Chor derart aufs Fest ein. Wer nicht im festlich mit 200 Herrnhuter Sternen illuminierten Stadion war, konnte das Geschehen im MDR-Fernsehen erleben.

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Innerhalb weniger Jahre hat sich das als Experiment zum 800-jährigen Bestehen des Kreuzchores gedachte Konzert zum deutschlandweit beachteten Event entwickelt. Anfangs kamen 12.500 Besucher, seit dem vergangenen Jahr ist die Kapazitätsgrenze von 25.000 erreicht. Entsprechende Massen strömten ins Stadion. Die meisten rechtzeitig, doch nicht alle – die Sicherheitskontrollen dauern ihre Zeit. So verpassten einige die eingespielten Glockenschläge der Kreuzkirche und den schmissigen Beginn mit Mariah Careys Hit „All I want for christmas is you“, gesungen von der stimmgewaltigen Zodwa Selele und den Knaben. Diese übernahmen und Kreuzkantor Roderich Kreile stimmte leisere Töne mit „Herbei, o ihr Gläubigen“ an.

Schauspielerin Claudia Michelsen begrüßte die gut aufgelegten Zehntausenden, unter denen sich Kirchenvertreter, Kommunal- wie Landespolitiker und lokale Prominente befanden. Michelsen führte – wenn nicht gerade akustische Probleme ein Verstehen unmöglich machten – fortan charmant durchs Programm. Die Dresdnerin weiß, was die Menschen der Region an ihrem ältesten, populärsten und leistungsfähigsten Knabenchor haben.

Wieder bot das Veranstalterteam um die Dresdner Kay Aubrecht und Thomas Reiche Neues. Jedes Jahr versuchen sie, das Konzert des Vorjahres zu toppen. Als ob das nach Gästen wie Peter Maffay und David Garrett, Samuel Koch und Thomas Rühmann so leicht wäre! Solch ein Star fehlte diesmal, was keinen störte. Denn die Kruzianer selbst sind einer.

Zumal sie sich mit den Dresdner Kapellknaben und deren Domkapellmeister Matthias Liebig eine respektable Verstärkung eingeladen hatten. Der evangelische Chor und sein katholisches Pendant gestalteten so ein ökumenisches Fest mit 140 Knaben. In Vorjahren waren nur 105 auf dem Podium. Wohl singen die Künstler mikrofonverstärkt, der Kraft und Schönheit ihrer Soprane, Baritone und Bässe tat die Vielzahl gut. Wunderbare Soli wie in dem alten deutschen Weihnachtslied „Lasst uns lauschen“ und im französischen Klassiker „Petit Papa Noël“ sorgten für relative Stille im Oval. 

Mitglieder des Dresdner Kreuzchors und der Dresdner Kapellknaben singen unter der Leitung von Kreuzkantor Roderich Kreile beim fünften Adventskonzert im Rudolf-Harbig-Stadion. 
Mitglieder des Dresdner Kreuzchors und der Dresdner Kapellknaben singen unter der Leitung von Kreuzkantor Roderich Kreile beim fünften Adventskonzert im Rudolf-Harbig-Stadion.  © dpa

Stimmgewaltig-ansteckend musizierte Evergreens wie „Sind die Lichter angezündet“ animierten zum Mitsingen: „Weihnachtsfreude wird verkündet, unter jedem Lichterbaum. Leuchte, Licht, mit hellem Schein, überall, überall soll Freude sein.“ Der Abend bot noch viel Show, mehr als in den Vorjahren – wohl ein Zugeständnis ans MDR-Publikum. Starke Emotionen freilich gab es auch, weil das Stadionkonzert erstmals zu einem Spendenaufruf genutzt wurde – für die Kinderintensivstation des Uniklinikums Dresden. Und drei Chorknaben aus Paris sangen live „Ave Maria“ – Bilder im Hintergrund zeigten die vom Brand zerstörte Kathedrale Notre-Dame.

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Der berührende Gesang, die Einspielfilme und die Weihnachtsgeschichte – vorgetragen von Dynamo-Legende „Dixie“ Dörner – sorgten für eine friedvolle, fast familiäre Atmosphäre im riesigen Stadion. Mit Handylichtern, Wunderkerzen und Ovationen dankten die Zuhörer den Knaben. Beseelt stimmten sie noch einmal ein in „O du fröhliche“ und erklatschten Zugaben. Für viele war klar, wo sie am 17. Dezember 2020 sein dürften: beim 6. Adventskonzert der Kruzianer im Dynamo-Stadion.

Impressionen vom Abend im Stadion: 

© dpa
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© ronaldbonss.com

Das MDR-Fernsehen wiederholt eine Aufzeichnung des Stadionkonzerts vom 19. 12. am 23. 12. ab 22.50 Uhr

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