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Dynamo verschweigt jetzt auch Verletzte und Ausfälle

Nach Quarantäne und einer Woche Training startet der Tabellenletzte in die Restsaison. Dass die Fans fehlen, sagt der Trainer, "ist unser kleinstes Problem".

Er hat alle Hände voll zu tun. Markus Kauczinski und Dynamo starten am Sonntag in die Restsaison. "Die Motivation ist stärker denn je", sagt er.
Er hat alle Hände voll zu tun. Markus Kauczinski und Dynamo starten am Sonntag in die Restsaison. "Die Motivation ist stärker denn je", sagt er. © Lutz Hentschel

Dresden. Es ist eine Mischung aus Anspannung und Vorfreude bei Dynamo Dresden. Am Pfingstsonntag darf der Tabellenletzte der 2. Fußball-Bundesliga auch wieder mitspielen. Und der Trainer redet nicht lange um die mindestens knifflige bis scheinbar aussichtslose Situation drumherum. "Das", sagt Markus Kauczinski, "habe ich noch nie erlebt." Tatsächlich könnte die Ausgangslage kaum schlechter sein. 

Nach 14-tägiger häuslicher Quarantäne sowie einer Woche Mannschaftstraining, mit drei Spielen in Rückstand und sechs Punkten hinter dem Relegationsplatz startet Dynamo am Sonntag, 13.30 Uhr, gegen den VfB Stuttgart in das Unternehmen Klassenerhalt. „Dass keine Zuschauer im Stadion sind, ist unser kleinstes Problem“, sagt Kauczinski, was nicht daran liegt, dass die Dresdner in der Vergangenheit aufgrund diverser Fanvergehen schon einige solcher Geisterspiele unter Ausschluss der Öffentlichkeit bestritten haben. 

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Diesmal ist alles anders. "Wir kommen vom Balkon", sagt Kauczinski und meint die Quarantäne-Zeit für die gesamte Mannschaft sowie den Trainer- und Betreuerstab, als das Training eines jeden Einzelnen vorrangig auf Spinningbikes und Gymnastikmatten stattfand. "Wir haben zwei Wochen im Wohnzimmer oder auf dem Balkon trainiert mit Krafttraining und Fahrradfahren. Das hat noch keiner vor uns gemacht - außer, er will die Tour de France fahren", verdeutlicht er. Man werde alles geben, sei voller Euphorie, könne aber nicht zaubern.

Auch der Trainer rätselt über Zustand der Spieler

Über den körperlicher Zustand seiner Mannschaft rätselt deshalb selbst Kauczinski. "Ich kann noch nicht mal das einschätzen. Ich weiß nicht, ob wir bei 60 oder 70 Prozent stehen, ich kann nicht sagen, wie die Erholungsfähigkeit der Spieler ist nach gewissen Spielphasen oder langen Sprints - weil wir in dieser Woche erst mal aufbauen mussten", erklärt der Trainer. Man werde objektive, medizinische Daten erheben, dazu das subjektive Gefühl der Spieler einholen - und daraus dann eine Startelf für die Partie gegen Stuttgart zusammenstellen.

Wer am Sonntag auf dem Platz stehen wird, verrät Kauczinski natürlich nicht vorab, das macht er nie. Diesmal aber nennt der 50-Jährige auch nicht die Namen derer, die nicht zur Verfügung stehen. "Es ist zu Ausfällen gekommen, auch aufgrund dieses schnellen Trainingsaufbaus mit einer Belastungsspitze am Mittwoch. Spieler sind noch nicht richtig erholt, haben auch Blessuren und werden vermutlich ausfallen. Wir werden dazu keine Angaben machen", betont er. 

Das liegt zum einen daran, dass zu den Angeschlagenen offenbar auch Spieler gehören, die zuletzt mit dem Coronavirus infiziert waren. Dynamo verweist in diesem Zusammenhang auf die Privatsphäre, zum anderen sollen natürlich auch die Gegner so lange wie möglich im Unklaren gelassen werden. Und außerdem ist in den vergangenen Tagen und Wochen der Eindruck entstanden, dass es entweder nur in Dresden positive Corona-Tests gibt - oder die anderen Profiteams etwaige Fälle bewusst nicht öffentlich machen. Entsprechende Fragen zum offensichtlichen Corona-Sonderfall Dynamo ließ die Deutsche Fußball-Liga in dieser Woche unbeantwortet.

Gesucht: Fünf Spieler, die 90 Minuten durchhalten

Kauczinski will sich damit nicht befassen, er hat den Fokus allein auf der eigenen Mannschaft. Man habe sich einen Plan zurechtgelegt und viele Ideen. Doch jetzt gehe es vor allem darum, neben Torwart Kevin Broll noch fünf Feldspieler zu finden, die 90 Minuten durchspielen können. Nur Fünf Spieler können schließlich ausgewechselt werden. "Das wird eine Herausforderung, die wir annehmen", sagt der Cheftrainer.

Bedenken muss er dabei außerdem, dass drei Tage später bereits das nächste Spiel ansteht und es auch danach im Drei-Tage-Rhythmus weitergeht. Die insgesamt neun ausstehenden Partien bestreitet Dynamo innerhalb von 29 Tagen, und danach kommen eventuell noch Relegationsspiele um den Klassenerhalt.

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Die Meldungen, dass der Sportchef den Verein wohl verlassen wird, haben auch die Mannschaft erreicht. Markus Kauczinski will das nicht einfach so hinnehmen.

"Wenn wir vielleicht auch noch zwei Wochen brauchen, werden wir am Ende stark genug sein. Wir müssen Spiele gewinnen, um in der Liga zu bleiben. Deswegen ist das alles kein Witz. Es steht viel auf dem Spiel für alle", sagt Kauczinski, der schon mal durchgerechnet hat. Vier Siege aus den neun Spielen sollen es sein, dazu noch ein, zwei Unentschieden. Eines steht zumindest für ihn jedenfalls fest: "Die Motivation ist stärker denn je."

Sächsische.de berichtet vom Spiel gegen Stuttgart aktuell hier im Liveticker.

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