merken
PLUS

Dynamo

Dynamos Sorge vor dem Fehlstart

Nach der Auftaktniederlage muss Dynamo unbedingt in Karlsruhe punkten. Die jüngste Mannschaft der zweiten Liga könnte sonst anfangen zu zweifeln.

Das darf doch nicht wahr sein. Cristian Fiel leidet gegen Nürnberg mit seiner Mannschaft, die das Tor nicht trifft. „Gut spielen und keine Punkte holen – das macht auf Dauer nicht glücklich“, weiß der Trainer.
Das darf doch nicht wahr sein. Cristian Fiel leidet gegen Nürnberg mit seiner Mannschaft, die das Tor nicht trifft. „Gut spielen und keine Punkte holen – das macht auf Dauer nicht glücklich“, weiß der Trainer. © Lutz Hentschel

Die Frage nach dem dringend gesuchten Stürmer beantwortet Cristian Fiel so kurz wie keine andere bei dieser Pressekonferenz. „Bitte an Ralf Minge stellen“, sagt er nur und verweist auf Dynamos Sportchef. Natürlich ist der für Verstärkungen zuständig, aber dass der Cheftrainer nicht eingeweiht wird, wenn es irgendwelche personellen Neuigkeiten oder Wendungen gibt, darf man ausschließen.

Fiel will also nicht reden über die beschwerliche Suche nach einem Wunschstürmer, die nach dem Weggang von Haris Duljevic zum französischen Erstligisten Nimes Olympique noch dringlicher geworden ist. Das hat die unglückliche Niederlage gegen Nürnberg deutlich gezeigt: Gegen den Bundesliga-Absteiger scheiterte Dynamo vor allem an der mangelnden Torgefahr, Moussa Koné als Alleinunterhalter im Angriff konnte zu wenig ausrichten.

Anzeige
Das Gefühl der Freiheit - gerade jetzt!
Das Gefühl der Freiheit - gerade jetzt!

Hotels geschlossen, Flugreisen gestrichen: In der Urlaubssaison 2020 sind Reisemobile die flexible Alternative für alle, die sich richtig gut erholen wollen.

Beim Auswärtsspiel am Samstag in Karlsruhe bleibt deshalb wohl nur ein Systemwechsel als Option. Und die hieße Doppelspitze. „Darüber habe ich genauso intensiv nachgedacht wie in den Wochen zuvor“, behauptet der Trainer. Zu welchem Ergebnis er diesmal kam, verriet er nicht. „Ich muss dabei auch immer schauen, wie ich Schwächen des Gegners nutzen und ihm wehtun kann. Wo gibt er uns Räume, die wir besetzen könnten? Das bedeutet aber nicht, dass ich komplett nach dem Gegner aufstelle“, erklärt er.

Im Blick haben muss er natürlich auch, ob er dafür das geeignete Personal hat. Als Partner für Koné wäre Lucas Röser gegen den KSC wieder erste Wahl, der dann auf seinen älteren und zuletzt angeschlagenen Bruder Martin treffen würde. Gegen Nürnberg stand das dynamische Sturmduo die letzten 23 Minuten gemeinsam auf dem Platz – ohne durchschlagenden Erfolg. Das war in der Vergangenheit schon anders. Im Frühjahr 2018 teilten sie alle sechs Tore bei den beiden 3:2-Siegen gegen Bielefeld und Heidenheim unter sich auf: Koné vier, Röser zwei. Statistiker rechneten in dieser Saison aus, dass alle 72 Minuten einer von beiden traf, wenn sie zusammen auf dem Platz standen.

Erstes Saisontor muss kommen

Doch zuletzt fehlte meist einer. Am Ende der vergangenen Saison setzte Fiel zwar auch auf ein Sturmduo, aber auf andere Akteure. Der inzwischen zum SV Darmstadt gewechselte Erich Berko gehörte oft zu ihnen, und auch Duljevic. Jetzt hat der Trainer kaum noch Alternativen, Osman Atilgan saß gegen Nürnberg auf der Bank, Vasil Kusej nur auf der Tribüne. „Wenn ich drei Spitzen aufbieten will, habe aber keine drei, dann brauche ich darüber auch nicht nachzudenken“, findet Fiel grundsätzlich, ohne dabei eine weitere Systemoption andeuten zu wollen.

Gut möglich also, dass am Samstag alles beim alten bleibt. Wichtiger ist ohnehin, dass Dynamo das erste Saisontor erzielt – egal von wem. Eine erneute Niederlage wäre nicht gut fürs Selbstvertrauen und fürs Nervenkostüm, zumal bei einer solch jungen Truppe. Die war gegen den Club im Schnitt 24,1 Jahre alt – das ist absolute Spitze in der zweiten Liga. Die Mechamismen des Geschäfts kennt Fiel bestens. „Gut spielen und keine Punkte holen – das macht auf Dauer nicht glücklich“, weiß er. Vor allem würde es dann unruhig werden.

Noch ist alles ruhig. „Es gibt keinen Grund, an irgendwas zu zweifeln“, stellt Fiel entschlossen fest. „Das wäre auch Wahnsinn. Wir haben nur ein großes Problem, wenn wir denken, wir haben es gegen Nürnberg gut gemacht und sind deshalb glücklich.“

Weiterführende Artikel

Fiel krempelt die Startelf um

Fiel krempelt die Startelf um

Beim ersten Auswärtsspiel der Saison verändert der Dynamo-Trainer die Mannschaft gleich auf drei Positionen. Auch Stürmer Koné muss auf die Bank.

Widersprüche beim Boykott der Dynamo-Ultras

Widersprüche beim Boykott der Dynamo-Ultras

Die aktive Fanszene reist nicht zum Auswärtsspiel nach Karlsruhe am Samstag. Der Verein begrüßt das, verheddert sich aber bei der Begründung.

Das Auftaktprogramm der Dresdner ist tückisch, weil die ganz dicken Brocken Stuttgart, HSV und Hannover fehlen, genauso wie die Herausforderung eines Auswärtsspiels in Sandhausen. Die ersten Aufgaben sind alles andere als einfach, scheinen jedoch lösbar. Bleiben dann die Erfolge aus, wird es viel schneller unangenehm.

Mehr zum Thema Dynamo