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Dynamos Wiedersehen mit dem Aufstiegstrainer

Im Spitzenspiel am Sonntag bei Preußen Münster treffen die Dresdner auf Ralf Loose und viele Parallelen.

© Robert Michael

Von Tino Meyer

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Ja gut, ... sind stets die ersten Worte, wenn Ralf Loose auf eine Frage antworten soll. Das ist eines der Markenzeichen gewesen in seiner Zeit als Cheftrainer bei Dynamo Dresden. Und daran hat sich auch gut zwei Jahre nach seiner Entlassung ebenso nichts geändert wie an seiner ruhigen, ausgeglichenen Art und dem milden, versonnenen Lächeln. Durchs Telefon ist das zwar nicht zu sehen, aber deutlich herauszuhören.

Natürlich ist er für ein kurzes Gespräch bereit, sagt Loose – auch wenn in den vergangenen Tagen schon einige Journalisten aus Dresden angerufen haben. Dynamo tritt im ersten Spiel nach der Winterpause am Sonntag schließlich bei Preußen Münster an, seinem neuen Verein. „Ja gut“, sagt Loose also, macht eine kurze Pause und spricht von einem zweigeteilten Fazit der Vorbereitung. Gut trainiert habe die Mannschaft, doch viele verletzte und angeschlagene Spieler stören den Gesamteindruck. Nicht ganz zufrieden ist er.

Dann erzählt der 52-Jährige von schwierigen Platzverhältnissen angesichts der Witterungsbedingungen mit Kälte, Regen und Schneeschauern in Münster. Im Westen ist alles besser? Von wegen! Vergangene Woche hat die Mannschaft selbst den Trainingsplatz vom Schnee befreien müssen. Diese Art von Teambuildingmaßnahmen hätte sich Loose nach der Rückkehr aus dem Trainingslager im sonnigen Südspanien gerne erspart. Doch beklagen würde er sich darüber nicht. Auch das ist schon in den 20 Monaten in Dresden so gewesen. „Wir müssen mit den Bedingungen leben“, meint er nur.

Je länger das Gespräch dauert, desto mehr hat man das Gefühl, alles so ungefähr schon einmal gehört zu haben – von Stefan Böger. Dynamos Cheftrainer formuliert lediglich seine Vorbereitungsbilanz etwas positiver, die Faktenlage ist allerdings nahezu identisch. Auch ihm fehlen wichtige Spieler, oder sie konnten zuletzt zumindest nicht beschwerdefrei trainieren – auf einem Ausweichplatz, um den Rasen im Großen Garten zu schonen.

Eine Prognose für den Sonntag will Loose nicht abgeben, Böger ebenfalls nicht. Gewinnen wollen beide, ein Unentschieden im Spiel des Tabellenzweiten gegen den Vierten wäre am Ende wahrscheinlich trotzdem in Ordnung. Hauptsache oben dabei bleiben. Zehn Mannschaften mischen an der Spitze mit und jede hat mehr oder weniger das Ziel Zweitliga-Aufstieg. „Wir versuchen an unsere gute Hinrunde anzuknüpfen“, sagt Loose allgemeingültig, ergänzt aber schnell, „das Ziel vehement zu verfolgen.“ 16 Spiele stehen noch aus, und jedes zweite ist ein Spitzenspiel, findet Loose. Er spricht von einer Schlacht, die es zu schlagen gilt. Mentale Stärke sei dabei der größte Trumpf.

Diesmal eine andere Konstellation

Münsters Trainer, der in Dresden für immer zu den Aufstiegshelden von 2011 gehört, ist durchaus erfahren in solchen Sachen, auch wenn sich die Situation mit vor vier Jahren nicht vergleichen lässt. Als er am 12. April als Nachfolger von Matthias Maucksch bei Dynamo vorgestellt wurde, waren es noch sechs Spiele – und vier Zähler Rückstand auf den Relegationsplatz. Unter Loose gewann die Mannschaft fünf der sechs Partien, spielte einmal Unentschieden und setzte sich schließlich auch in der Relegation gegen Osnabrück durch.

Diesmal ist die Konstellation eine andere, „aber Dynamo“, meint Loose, „traue ich in dieser Saison alles zu.“ Das hat er zwar schon vorm Hinspiel gesagt, seine Meinung jedoch nicht geändert. 3:1 haben die Dresdner Anfang August 2014 gewonnen und auch in dieser Höhe absolut verdient. Dass Münster inzwischen einen Punkt besser dasteht als Dynamo, ist damals auch für Loose nicht zu erwarten gewesen. Er führt den Aufschwung auf die sehr gute Heimbilanz zurück und das damit gewachsene Selbstvertrauen.

Nur eines von zehn Spielen im eigenen Stadion hat Münster bislang verloren. Und neun Heimspiele stehen noch bevor. Ist Münster also damit neben Bielefeld der Topfavorit auf den Aufstieg? „Ja gut“, sagt Loose diesmal nicht. Er werde das Thema nicht fernhalten von der Mannschaft. Entscheidend sei aber, sich auf die Tagesaktualität zu konzentrieren.

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