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Eberspächer kurbelt die Produktion an

Der Spezialist für Lkw-Abgasanlagen fertigt die ersten Serienprodukte – und sucht noch Personal.

Von Annett Heyse

Mit zackigen Bewegungen drehen sich die Greifarme hin und her, fahren nach oben und nach unten. Dann blitzt Licht auf, Funken fliegen. Rauch kräuselt sich nach oben, der sofort von einem Absaugrohr verschluckt wird. Nach wenigen Minuten öffnet sich die Schweißkabine und ein akkurat gefertigtes Metallgehäuse, in dem bereits ein Dieselrußpartikelfilter steckt, kommt zum Vorschein.

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Es ist Teil einer Abgasanlage, wie sie ab 2014 für neue Lkws Vorschrift ist. „Über die Hälfte aller neuen europäischen Nutzfahrzeuge werden dann mit Abgasanlagen aus Wilsdruff auf der Straße unterwegs sein“, rechnet Thorsten Bick vor.

Er ist Werksleiter bei Eberspächer in Wilsdruff, dem Spezialisten für Abgas- und Klimaanlagen aus dem schwäbischen Esslingen. In der Wilsdruffer Dependance werden Abgasanlagen in mehreren 100 Varianten für Volvo-Renault, Iveco und Daimler nach der neuen Euro 6-Norm produziert. Sie werden in Nutzfahrzeuge ab 7,5 Tonnen eingebaut.

Seit 2007 ist Eberspächer an dem Projekt dran. Damals bereits wurden die ab 2014 geltenden Vorschriften publik, liefen erste Verhandlungen mit Kunden und erfolgte die Auftragsvergabe. Weil in anderen Eberspächer-Werken keine Kapazitäten frei waren und auch neue maßgeschneiderte Technologien zum Einsatz kommen sollten, wurde in Wilsdruff ein völlig neues Werk errichtet. 80 Millionen Euro investierte das schwäbische Familienunternehmen.

Produktion wird schrittweise erhöht

Jetzt laufen in Wilsdruff die ersten Serienprodukte vom Band. Täglich werden nun so viele Anlagen hergestellt, wie im gesamten Jahr 2012. Im Verlaufe des Jahres soll die Produktion schrittweise erhöht und dabei auch nochmals investiert werden. „Zum Jahresende wollen wir so viele Elemente an einem Tag herstellen, wie jetzt in einem ganzen Monat“, sagt Thorsten Bick.

Dazu braucht Eberspächer weiterhin viel Personal. Die Belegschaft ist jetzt 150 Mann stark, sukzessive wird sie auf 300 Mitarbeiter bis Jahresende steigen. Weitere 50 Männer und Frauen sollen dann im kommenden Jahr eingestellt werden. Und dabei geht es nicht nur um Ingenieure. Bick: „Wir suchen vor allem Leute für die Fertigung, die Erfahrungen oder noch besser eine abgeschlossene Berufsausbildung im Bereich Metall haben.“ Auch Schweißer mit Erfahrungen im Schweißen von Dünnblech und Edelstahl werden gern genommen.

Denn wenn die Produktion voll läuft, soll in dem Werk rund um die Uhr außer an Wochenenden gearbeitet werden. Zwar läuft die Fertigung weitestgehend vollautomatisch ab, in Einzelfällen muss aber auch mit der Hand nachgearbeitet werden. Qualität hat dabei höchste Priorität. Denn die Lebensleistung eines Lkws beläuft sich auf weit jenseits der 1,5 Millionen Kilometer. So lange muss auch die Abgasanlage mitmachen. Lediglich die Dieselpartikelfilter müssen als Verschleißteile nach mehreren 100 000 Kilometern gewechselt werden.

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Mit ihrer Abgastechnik ist die Firma Eberspächer die Nummer drei auf dem Weltmarkt. Auch bei den Fahrzeugheizungen und der Fahrzeugelektronik sowie Busklimasystemen ist der Autozulieferer führend. Die Eberspächer-Gruppe beschäftigt derzeit über 6 300 Mitarbeiter an 67 Standorten in 27 Ländern. Die Abgasanlagen liefert das Unternehmen neben Deutschland auch nach Spanien, Italien, Frankreich, Schweden und bald auch nach Russland.

www.eberspaecher.com