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ECE sagt Bautzen ab

Der Kornmarkt-Center-Betreiber will kein zweites Einkaufszentrum bauen. Er sieht dafür kein Potenzial.

Von Nicole Preuß

Die Absage ist eindeutig: „Die ECE plant in Bautzen kein neues Einkaufszentrum“, sagt ECE-Sprecher Christian Stamerjohanns auf Nachfrage der SZ. Auch weil das Unternehmen dafür in Bautzen kein Potenzial sieht. „Die Marktdaten sind derzeit nicht ausreichend für eine weitere Centerentwicklung.“ Die ECE-Gruppe betreibt bereits das Kornmarkt-Center in Bautzen. Vor wenigen Tagen war bekannt geworden, dass die Stadt Kontakt mit der ECE aufgenommen hat. Ziel ist, das Areal zwischen Lauengraben und Goschwitzstraße weiter zu entwickeln. In einer nicht öffentlichen Sitzung hatte Oberbürgermeister Christian Schramm (CDU) von großflächigen Handelseinheiten gesprochen. Unter anderem solle sich ein Textilanbieter dort ansiedeln. Beim geplanten Lauencenter waren immer wieder Modeketten wie H&M und C&A im Gespräch. Als Richtzahl für die Verkaufsfläche gab Schramm insgesamt 6 000 Quadratmeter an. Im Mai war das zuvor lange geplante Lauencenter gescheitert. Die Investoren zogen sich zurück. Sie begründeten ihren Schritt unter anderem mit den Aktionen der Bürgerinitiative gegen das Center. Zudem seien die Auflagen wegen der denkmalgeschützten Häuser immens gewesen, hieß es.

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„Die Stadt hat die ECE-Group über den aktuellen Stand informiert und eine mögliche Mitarbeit bei einer Standortentwicklung in Bautzen hinterfragt“, sagt Wirtschaftsbürgermeister Michael Böhmer (CDU). Eine konkrete Anfrage der Stadt zu einem neuen Einkaufszentrum habe es aber nicht gegeben.

Die Informationen kamen aufgrund der Diskussion um den neuen Bebauungsplan zum Schutz zentraler Versorgungsbereiche zutage. In dem Bebauungsplan wird endgültig festgelegt, in welchen Versorgungsbereichen sich Händler erweitern und neu ansiedeln dürfen und in welchen nicht. So sollen die Innenstadt, das Gebiet um Kaufland und der Husarenhof zu besonders geschützten Arealen erklärt werden. Außerhalb dieser Bereiche dürfen die Händler vieler Warengruppen nur in eng gesteckten Grenzen wachsen.

In den Bautzener Ortschaftsräten ist das umstritten. So haben die Räte in Salzenforst den neuen Bebauungsplan einstimmig abgelehnt. „Alle Kunden in die Innenstadt zwingen und dann die Parkgebühren erhöhen, das passt nicht zusammen“, sagt Götz Richter aus Bloaschütz. Andere warfen der Stadt vor, die Außenbereiche zu vergessen. Besonders im Fokus stehen dabei der Netto und der Expert an der Dresdener Straße. Beide Märkte wollten sich erweitern, durften das aber nicht. Auch die Gemeinde Göda kritisiert das. So mussten im Ort und darüber hinaus bereits mehrere Läden schließen.

Die Antwort der ECE-Gruppe ändert für die Stadtverwaltung eigenen Angaben zufolge erst einmal wenig. Eine ablehnende Haltung der ECE sei für Bautzen nicht ausschlaggebend, sagt Bürgermeister Böhmer. „Die Stadt bleibt bei ihrem grundsätzlichen Ziel, zwischen Lauengraben und Goschwitzstraße eine Kombination aus Handel und Wohnen zu entwickeln.“ (mit csf)