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Eck-Arkaden im Doppelpack

Elegante Gänge zum Einkaufen sucht man in Zittau vergebens. Für zwei Ecken hat es immerhin gereicht.

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© SZ Thomas Eichler

Von Dietmar Rößler

Es gibt in Europa eine Reihe Städte, die stolz auf ihre Arkaden, also überdachte Einkaufspassagen, sind. Im Südtiroler Bozen etwa kann man entlang der Haupteinkaufsstraße flanieren, ohne von Regen belästigt zu werden. In Zittau gab es solche überdachten Bürgersteige nie.

Bei der Stadtentwicklung ist vermutlich einfach niemand auf so eine Idee gekommen. Einzelne Hausbesitzer allerdings schon. Möglicherweise hat es auch am alten Gewandhaus oder dem 1757 zerschossenen Rathaus Arkaden gegeben.

Bei dem im ehemaligen Gewandhaus in DDR-Zeiten eingerichteten Warenhaus „Etikette“ an der Ecke Rathausplatz/Frauenstraße gab es zumindest einen komfortablen überdachten Eckdurchgang. Der ist ein willkommener Unterstand bei schlechtem Wetter und leistet die Entschärfung einer Ecke mit ziemlichem Fußgängerverkehr. Die genaue Bezeichnung einer solchen überdachten Ecke kennen vermutlich nur spezialisierte Architekten – „Laubengang“, „Arkade“?

In Frankfurt/Main gab es unlängst einen Streit, weil die Stadt für einen solchen Eckdurchgang „Arkadenrecht“, also ein öffentliches Durchangsrecht besitzt. Möglicherweise hätte Zittau sich auch wehren können, als bei der Einrichtung des Schuhgeschäftes die Arkade am Rathausplatz zugebaut wurde.

Glücklicherweise gibt es ja noch solche „Eck-Arkaden“ in der Stadt. Und zwar im Doppelpack, an der Südseite der Lindenstraße, dort, wo sie die Bautzener Straße kreuzt. Die beiden anliegenden Geschäfte nutzen den Durchgang als Wetterschutz ihres Eingangsbereiches und zur Produktwerbung. Und die Zittauer merken spätestens bei plötzlichem Wetterwechsel, was sie an diesen baulichen Besonderheiten haben. Und wer sich dort unterstellt, dem ist es egal, ob es „Durchgang“, „Laubengang“ oder „Arkade“ heißt.