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Eco schafft den Weg aus der Insolvenz

Wirtschaft. Im November standen die Zeichen schlecht für die Coswiger Elektrotechnik GmbH. Jetzt die gute Nachricht: Die Firma bleibt bestehen.

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Von Torsten Oelsner

Auch solche Nachrichten gibt es noch: Die Coswiger Elektrotechnik GmbH hat am 29. April den Weg aus der Insolvenz gefunden. Doch seit der Anmeldung der Zahlungsunfähigkeit am 3. November vorigen Jahres musste sie mächtig Federn lassen. Von ehemals 120 Beschäftigten wurde gut ein Drittel entlassen. Obendrein wurde die Firma in drei selbstständige Einheiten zerlegt, erklärt Geschäftsführer Udo Scholz. Zwei Mitarbeiter sollen sich um das Immobilienmanagement kümmern. Neun werden im Laden an der Moritzburger Straße den Verkauf und Service von Elektrogeräten sowie der Rundfunk- und Fernsehtechnik übernehmen. Los gehen soll es voraussichtlich am 10. Juni, aber der Termin stehe noch nicht fest.

Der größte Teil firmiert weiter unter dem alten Namen Eco. Die 65 Beschäftigten sind vorrangig mit dem Bau von Elektroanlagen betraut. „Dazu zählen Brandmeldeanlagen, Haustechnik, aber im Besonderen auch Mobilfunkstationen wie zum Beispiel für E-Plus“, sagt Scholz. Wovon man in jedem Fall künftig die Finger lassen wolle, seien Aufträge großer Bauträger im Umfang von 500 000 bis 1,5 Millionen Euro. Genau diese Engagements wären es gewesen, die wesentlich zum Niedergang der Firma geführt hätten, so Scholz. „Wir haben nach solchen Baustellen mal Bilanz gezogen und gemerkt, das wir drei bis vier Prozent zugesetzt haben, das geht auf Dauer nicht.“

Doch wie haben die Coswiger es geschafft, sich quasi an den Haaren aus dem Sumpf zu ziehen?

„Mit Zähnezusammenbeißen und Durchhalten“, sagt Scholz. Während anderswo trotz der insgesamt miesen Lage über Lohnzuwächse gestritten wird, haben die Eco-Mitarbeiter auf vier Prozent ihres Lohnes verzichtet und arbeiten freiwillig inzwischen 43 Stunden in der Woche. „Einfach, um die Arbeitsplätze zu erhalten“, sagt Scholz. Insgesamt 80 000 Euro spart die Eco durch den Verzicht der Mitarbeiter übers Jahr.

Mitgemacht hätten aber erstaunlicherweise auch die Kunden, darunter das damalige Staatshochbauamt: „Die haben angerufen, nach der neuen Kontonummer gefragt und Geld überwiesen als wir schon insolvent waren.“ In Coswig war es die Wohnbau- und Verwaltungsgesellschaft, die in dieser schwierigen Zeit die Fäden nicht kappte. Und auch OB Michael Reichenbach (CDU) hätte sich verbal hinter die Eco gestellt. „Wenn der Gespräche hörte, in denen es hieß, wir seien eh pleite“, so Scholz, „hat er dagegen gehalten, das hilft manchmal ungemein.“