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Historische Fassade für Löbaus Edeka

Mit dem Parkplatz Hartmannstraße hat das Unternehmen die nötigen Flächen beisammen. Nun starten Planungen - auch fürs Möbelhaus und die SED-Kreisleitung.

Einst war es Gasthaus und Hotel "Lamm", dann lange Möbelhaus und bald gehört das Haus zum neuen Edeka.
Einst war es Gasthaus und Hotel "Lamm", dann lange Möbelhaus und bald gehört das Haus zum neuen Edeka. © Matthias Weber/photoweber.de

Noch kann Jan Hasek, wenn er über den Zaun in der Pestalozzistraße schaut, nur verfallene Ruinen erkennen. Doch vor dem inneren Auge des zuständigen "Edeka-Expansionsleiters" erhebt sich auf dem Geviert zwischen Äußerer Bautzener Straße und Pestalozzistraße bereits der neue, große Edeka-Markt. 2.000 Quadratmeter Verkaufsfläche sollen es werden - inklusive großem Backshop und überdachtem Windfang als Eingangsbereich. Diesem Ziel ist Edeka nun ein sehr großes Stück näher gekommen, obgleich es auch noch jede Menge Hürden gibt.

Stadt und Unternehmen haben einen städtebaulichen Vertrag über die Flächen unterzeichnet, die der Stadt Löbau gehören und für das Vorhaben benötigt werden. Es handelt sich dabei im Wesentlichen um die Parkplatzflächen in der Hartmannstraße. Sie sollen - weil ja auch Edeka Parkraum braucht - mit in das Projekt einbezogen werden. Mit den privaten Eigentümern der anderen betroffenen Grundstücke hat sich das Unternehmen in den vergangenen Monaten bereits vertraglich geeinigt. Leicht war das nicht, bestätigt Jan Hasek, weil zunächst erst einmal Grundstückseigentümer und mögliche Grundbuchbelastungen eruiert werden mussten. So war nun der Vertrag mit Löbau der letzte Federstrich für den Grundstein des Projekts.

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Das ehemalige Möbelhaus - einst das Gasthaus Lamm - soll mit dem Edeka-Neubau in Teilen erhalten bleiben. Allerdings ist an der Rückfront vieles nicht zu retten.
Das ehemalige Möbelhaus - einst das Gasthaus Lamm - soll mit dem Edeka-Neubau in Teilen erhalten bleiben. Allerdings ist an der Rückfront vieles nicht zu retten. © Matthias Weber/photoweber.de
Die Parkflächen in der Hartmannstraße hat die Stadt per Vertrag Edeka zur Verfügung gestellt. Derzeit sucht das Rathaus nach Ersatzflächen für die Parkplatz-Nutzer.
Die Parkflächen in der Hartmannstraße hat die Stadt per Vertrag Edeka zur Verfügung gestellt. Derzeit sucht das Rathaus nach Ersatzflächen für die Parkplatz-Nutzer. © Matthias Weber/photoweber.de
Haben den städtebaulichen Vertrag unterzeichnet: Jan Hasek von der Grundstücksgesellschaft von Edeka (links) und Löbaus OB Dietmar Buchholz.
Haben den städtebaulichen Vertrag unterzeichnet: Jan Hasek von der Grundstücksgesellschaft von Edeka (links) und Löbaus OB Dietmar Buchholz. © Matthias Weber/photoweber.de

"Wir stehen noch ganz am Anfang", wird Edeka-Mann Jan Hasek nicht müde zu betonen. In der Tat spricht noch niemand von einem Baubeginn, denn zu viel ist noch vorab zu klären. Unter anderem auch, wo diejenigen, die den Parkplatz Hartmannstraße jetzt nutzen, künftig ihre Autos abstellen können. Da ist die Stadt am Zug: "Wir arbeiten an Ersatzflächen, haben auch schon Ideen", gibt sich Löbaus Bauamtsleiter Albrecht Gubsch optimistisch. Wenn Edeka auf den Flächen dann wirklich mit Bagger & Co. startet, werde dies geklärt sein, niemand solle in der Luft hängen, betont er.

Edeka selbst hat noch sehr viel größere Bretter zu bohren: Abgesehen von Zufahrtsfragen ist da vor allem der Denkmalschutz, der unter anderem auf dem alten Möbelhaus die Hand hat. Bereits 1707 als "Gasthaus zum schwarzen Lamm" erwähnt, diente das eingerückte Gebäude in der Äußeren Bautzener Straße in seiner Anfangszeit lange als Hotel und eben Gaststätte. Die meisten Löbauer dürften es aber als Möbelhaus in Erinnerung behalten haben, denn das war es auch schon zu DDR-Zeiten. So mancher hat wohl auch hier seine erste Wohnungsausstattung erstanden.

Auch für "SED-Kreisleitung" neue Pläne

Dass an der Rückfront des Gebäudes nicht viel zu retten ist, kann man leicht erkennen. Teile des Daches sind bereits eingestürzt. Wichtige Elemente, vor allem die Fassade, sollen aber in den Edeka-Neubau integriert werden. "Erste Vorabsprachen mit dem Denkmalschutz sind bereits gelaufen, aber es sind noch weitere nötig", skizziert Gubsch. Der Bauamtsleiter hofft auf Kompromissbereitschaft des Denkmalschutzes im Sinne des Investors, denn der Trend ging zuletzt wieder eher in eine strengere Richtung.

Ein weiteres markantes Gebäude in Löbau - die ehemalige SED-Kreisleitung am Promenadenring - ist ebenfalls Teil der Fläche, die Edeka für sein Projekt im Visier hat. Was genau hier passieren wird, will und kann Hasek noch nicht sagen. "Aber es gibt dazu Ideen", verrät er mit einem Lächeln. Dazu muss das Projekt noch weiter voranschreiten. Derzeit erarbeitet das Unternehmen einen Vorhaben- und Erschließungsplan - eine Sonderform des für solche Vorhaben immer nötigen Bebauungsplanes. Mit einem ersten Entwurf dazu rechnet Hasek Ende dieses Jahres. Wie lange das ganze Verfahren an sich dauert, ist offen. Die von Edeka erhofften drei bis sechs Monate bezeichnete Bauamtsleiter Gubsch als "optimistisch". Danach folgen dann die konkreten Planungen für den Bau. Jan Hasek macht aber klar: "Unsere Planer stehen in den Startlöchern."

Privater Inhaber soll Markt leiten

Betrieben werden soll der Markt von einem privaten Inhaber - ähnlich, wie man es auch aus Oppach oder Bernstadt kennt. "Wir werden zu gegebener Zeit ausschreiben", sagt der Edeka-Mann. Über den sehr zentralen Standort in Löbau freut sich der Edeka-Mann durchaus. Vor Jahren hatte das Unternehmen Pläne, in der Sachsenstraße zu erweitern. Da habe es zwar Absichtserklärungen des damaligen Besitzers gegeben, dies zu befördern, konkreter sei es aber nie geworden. Jetzt ist die Edeka-Tochter Diska vor Ort. Die neue Perspektive für einen großen Edeka-Markt gefällt dem Unternehmen ohnehin besser.

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Löbaus Oberbürgermeister Dietmar Buchholz freut sich aber jetzt schon über den geglückten Coup, denn dieser Markt, "wo man sich auch mal beraten lassen kann und es nicht nur zwei Kassiererinnen gibt, wird ein Zugpferd für Löbaus Innenstadt". Das ganze Umfeld werde profitieren - gerade auch das Stadtquartier rund um Oberschule und Gymnasium. Allein in der Äußeren Bautzener Straße geschehe derzeit sehr viel, bestätigt auch Bauamtsleiter Gubsch. Bei einigen Häusern habe es jüngst Eigentümerwechsel gegeben, sodass absehbar sei, dass sich auch an den noch unsanierten Gebäuden etwas tun werde. Zudem saniert und investiert auch das städtische Wohnungsunternehmen, die Wobau, derzeit hier bereits seit einigen Jahren in den eigenen Bestand.

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