merken
PLUS Döbeln

Edeka-Zentrallager an der A 4 wächst

Der Handelsriese investiert 80 Millionen Euro in das Großlager. Dadurch kommen fast 3.000 Produkte mehr in die 370 angeschlossenen Geschäfte.

Im Oktober ist am Edeka-Lager Berbersdorf Baustart für die Erweiterung der Lagerkapazität. Der Anbau entsteht hinter dem Gebäude auf der rechten Seite.
Im Oktober ist am Edeka-Lager Berbersdorf Baustart für die Erweiterung der Lagerkapazität. Der Anbau entsteht hinter dem Gebäude auf der rechten Seite. © Dietmar Thomas

Das Edeka-Lager in Berbersdorf wurde erst vor vier Jahren in Betrieb genommen. Derzeit hat es eine Lagerkapazität von rund 48.000 Quadratmetern.

Jetzt soll es um 27.000 Quadratmeter erweitert werden. Es versorgt derzeit rund 370 selbstständige Edeka-Kaufleute in Sachsen und Teilen Thüringens mit dem gesamten Lebensmittelsortiment. Das Regionallager umfasst neben Grundnahrungsmitteln, Frischeprodukten und Tiefkühlkost auch Non-Food-Sortimente.

Anzeige
Anlagenmechaniker/ Netzmonteur gesucht!
Anlagenmechaniker/ Netzmonteur gesucht!

Ein sicherer Job bei einem etablierten Energieversorger gefällig? Die Stadtwerke Döbeln suchen kompetenten Nachwuchs (m/d/w).

Nun reagiert die Unternehmensgruppe Nordbayern-Sachsen-Thüringen der Edeka auf die wachsende Artikelanzahl sowie die merkliche Umsatzsteigerung. Vor allem in den Bereichen Frische, Tiefkühl- und Trockensortiment wird sich durch die Erweiterung die Zahl der Artikel um 2.870 auf 12.700 erhöhen. In den Erweiterungsbau soll eine Logistikplattform der Edeka-eigenen Fleisch- und Wurstwarenproduktionsfirma Franken-Gut mit einer Fläche von 6.500 Quadratmetern integriert werden. 

Grundsätzlich werde mehr Platz für Saison- und Werbeware geschaffen. Sie nimmt viel Platz ein und verlässt das Lager in der Regel schnell wieder. „Weiterhin halten wir einen Puffer vor, um auf die wachsende Sortimentstiefe der Lieferanten und Hersteller reagieren zu können“, sagt Stefanie Schmitt vom Vorstandssekretariat.

© Dietmar Thomas

Bau in mehreren Etappen

„Die Stärkung des ländlichen Raumes spielt in der Edeka-Familie eine große Rolle, gilt es doch, der Landflucht mit interessanten Angeboten gerade in der Region zu begegnen, und dazu gehören selbstverständlich auch attraktive und regional ausgerichtete Einkaufsmöglichkeiten“, erklärt Edeka-Vorstand Sebastian Kohrmann. Der Umsatzwachstum liege in Sachsen seit Jahren über dem Durchschnitt.

„Die Edeka-Kaufleute in Sachsen geben richtig Gas. Daher werden wir unser Lager Berbersdorf ausbauen und rund 80 Millionen Euro in dessen Erweiterung investieren“, fügt er hinzu. Der Baubeginn ist für Ende Oktober geplant. Die Erweiterung erfolge in mehreren Etappen. Deshalb könne derzeit noch kein konkreter Zeitpunkt für die Fertigstellung genannt werden.

Auch Bernd Wagner, Bürgermeister der Gemeinde Striegistal (parteilos), ist froh über das erneute Engagement von Edeka: „Für uns ist es eine große Freude, dass die Entwicklung des Gewerbegebietes so rasant voranschreitet und sich die Investitionen der Vergangenheit nun auch auszuzahlen beginnen.“

Aus Sicht des Bürgermeisters ist auch der „damit verbundene Anstieg an Arbeitsplätzen am Standort nicht zu unterschätzen“. Im August waren rund 380 Mitarbeiter in Berbersdorf beschäftigt. Ob und wie viele Neueinstellungen es geben wird, stehe allerdings noch nicht fest. Die Ausbildung von Lehrlingen ist frühestens ab 2020 geplant.

Erst vor fünf Wochen signalisierte Edeka mit dem Anbringen eines 1.000 Quadratmeter großen Plakats mit dem Schriftzug „Wir sind Welterbe! So geht sächsisch“ an der Außenfassade des Lagers ihre Verbundenheit mit Sachsen. Dies erfolgte vor dem Hintergrund, dass die Unesco die sächsisch-böhmische Gebirgsregion mit ihrer jahrhundertealten Bergbautradition zur Weltkulturerbestätte „Montanregion Erzgebirge/Krušnohoří“ erhoben hatte.

Sachsen stelle für die Edeka-Unternehmensgruppe Nordbayern-Sachsen-Thüringen ein wichtiges Expansionsgebiet für die Eröffnung neuer, moderner und vor allem auch wohnortnaher Märkte dar. Im Freistaat sichern um die 350 Einzelhändler die Lebensmittelnahversorgung und viele Arbeitsplätze. „Eine starke regionale und lokale Bindung ist bei Edeka schließlich seit Jahrzehnten ein wichtiger und auch gelebter Teil der Geschäftsphilosophie“, so Vorstand Kohrmann.

Dabei war der Start im Jahr 2015 nicht ganz problemlos verlaufen. Der Umzug der Frischeprodukte aus dem Lager in Hof hatte sich um mehrere Monate verzögert. Denn in Berbersdorf hatte es Probleme mit der vollautomatischen Kommissionierung gegeben. Inzwischen wurde die Immobilie in Hof verkauft. „Wir haben hier lediglich Lagerfläche für das Aktionsgeschäft angemietet und nutzen diese sozusagen als Außenlager von Berbersdorf. Mit Inbetriebnahme der Erweiterungsflächen werden wir dann die Lagerfläche in Hof nicht mehr benötigen“, so Stefanie Schmitt.

Noch 90 Hektar frei

Die zweite Firma, die sich im Gewerbegebiet Berbersdorf angesiedelt hat, ist die Landgard Ost Obst und Gemüse GmbH. Sie ist im Jahr 2017 von Chemnitz ins Striegistal gezogen und hat dort ebenfalls ein Logistikzentrum eröffnet. Das Unternehmen setzt auf Produkte von regionalen Erzeugern. Rund 130 sind es in Ostdeutschland. Steinobst und Zitrusfrüchte kommen aus Spanien, Honigmelonen, Ingwer und Nashi-Birnen aus China. Rund elf Millionen Euro hat das Unternehmen damals in den neuen Standort investiert, den es wegen der Nähe zur Autobahn gewählt hat.

Berbersdorf sei die größte verfügbare Gewerbefläche in Sachsen, meint Bürgermeister Wagner. Sie ist komplett erschlossen. Von den 121 Hektar Fläche seien noch 90 Hektar verfügbar. Für die gebe es auch Interessenten, meint Wagner, ohne schon konkreter zu werden.

Mehr zum Thema Döbeln