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Ehemalige Amtsleiterin steht vor Gericht

Vor eineinhalb Jahren wurde der Ex-Gemeindemitarbeiterin wegen Urkundenfälschung fristlos gekündigt. Ihr droht nun eine Freiheitsstrafe.

Der Prozess gegen die ehemalige Amtsleiterin soll demnächst in Döbeln stattfinden
Der Prozess gegen die ehemalige Amtsleiterin soll demnächst in Döbeln stattfinden © dpa

Großweitzschen/Döbeln. Die ehemalige Hauptamtsleiterin der Gemeinde Großweitzschen muss sich demnächst wegen Urkundenfälschung vor dem Amtsgericht Döbeln verantworten. Ein für ursprünglich Mittwoch nächster Woche angesetzter Termin ist zunächst aufgehoben worden. Einen Grund dafür konnte der Direktor des Amtsgerichts Lutz Kermes zwar nicht nennen, jedoch erläuterte er, dass es demnächst eine neue Terminfestlegung für die Verhandlung geben werde.

Im Oktober 2017 war die Verwaltungsmitarbeiterin mit dem Vorwurf der Urkundenfälschung fristlos entlassen worden. Vorausgegangen war eine wochenlange Auseinandersetzung zwischen der Gemeindeverwaltung und ihrer damaligen Angestellten.

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Die Frau hatte zum 1. April 1989 als Sachbearbeiterin in der Gemeinde angefangen. Zum 1. August 2014 wechselte sie ins Hauptamt, weil ihre Vorgängerin in den Ruhestand gegangen war. Bedingung für den Wechsel war, dass sie einen Abschluss als Verwaltungsfachwirtin ablegt, um so als einzige Mitarbeiterin des gehobenen Dienstes in der Verwaltung tätig zu sein, wie einst ihre Vorgängerin. Doch diese Zeugnisse und Dokumente wurden mutmaßlich von ihr manipuliert. Denn vorgeworfen wird der ehemaligen Hauptamtsleiterin nun vor dem Amtsgericht Urkundenfälschung in mehreren Fällen.

Jörg Burkert (FW), damals erster stellvertretender Bürgermeister in der Gemeindeverwaltung, berichtete, dass in der Personalakte der Mitarbeiterin zunächst ein gefälschtes Abschlusszeugnis zur Verwaltungsfachwirtin gefunden wurde. Dies hatte eine Prüfung des Zeugnisses durch das Leipziger Regierungspräsidium ergeben. Daraufhin hatte sich die Verwaltung weitere Zeugnisse der Mitarbeiterin angeschaut und auch ein Zeugnis zur Diplom-Betriebswirtin aus dem Jahr 2001 überprüfen lassen. „Auch das war gefälscht und wir haben Anzeige erstattet“, erklärte Jörg Burkert vor rund eineinhalb Jahren.

Insgesamt drei Mal hatte die Gemeindeverwaltung der ehemaligen Hauptamtsleiterin gekündigt. Die erste fristlose Kündigung erreichte sie am 26. September 2017. Als Begründung für den Rauswurf gab die Verwaltung damals „seelische Grausamkeiten sowie Mobbing“ vonseiten der nun beschuldigten Mitarbeiterin an. Die zweite Kündigung ging ihr am 6. Oktober zu. Diese ging erneut auf die Mobbingvorwürfe sowie ihre Äußerung „Sauhaufen“ zurück.

Die dritte und letztlich wirksam gewordene Kündigung wurde am 26. Oktober ausgesprochen. Begründet wurde diese mit dem Vorwurf der Urkundenfälschung, die in der Verwaltung zwischen dem 6. und 26. Oktober aufgedeckt worden war.

Mit ihrer Klage gegen die Kündigung war die ehemalige Verwaltungsmitarbeiterin im Oktober 2017 vor dem Chemnitzer Arbeitsgericht gescheitert. Sollte ihr in der nun anstehenden Verhandlung in der Strafsache am Amtsgericht Döbeln eine Schuld nachgewiesen und sie verurteilt werden, könnte sie mit einer Geld- oder Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren bestraft werden. Bereits der Versuch, eine Urkunde zu fälschen, ist strafbar.

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Laut Amtsgerichtsdirektor Lutz Kermes ist in besonders schweren Fällen darüber hinaus auch eine Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren möglich. „Besonders schwere“ Fälle seien anzunehmen, wenn der Täter gewerbsmäßig oder als Mitglied eine Bande handelt oder die Urkundenfälschung zum Verlust großer Vermögen führt.