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Ehemalige Einstein-Gymnasiasten treffen sich

Ob Dresden oder Bodensee – die Erinnerungen an die alte Penne sind sehr positiv. Gern kamen 120 Schüler wieder mal nach Bautzen.

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Von Carmen Schumann

Bald wird es das Gebäude nicht mehr geben. Das ehemalige Einstein-Gymnasium ist wahrlich kein Schmuckstück mehr. Die Schule vom Typ „Dresden“ im Bautzener Stadtteil Gesundbrunnen steht schon seit Jahren leer. Doch in den Erinnerungen ihrer einstigen Schüler spielt es keine Rolle, dass der alte Kasten schon zu ihrer Schulzeit nicht vor Schönheit strotzte. „Als Schüler ist es mir nicht so aufgefallen, wie sie aussah, denn mir waren andere Werte wichtig“, sagt Thomas Heber. Der Absolvent vom Jahrgang 2001 ist einer von rund 120 ehemaligen Einstein-Gymnasiasten, die sich einen Tag vor Weihnachten im Restaurant „Vulkanos“, dem ehemaligen „Palais G.“ trafen. Es sei zwar schade, dass seine alte Schule abgerissen werden soll, aber andererseits auch sinnvoll. „Besser, als wenn man das Melanchthon-Gymnasium abreißen würde“, sagt er augenzwinkernd. Er habe nur angenehme Erinnerungen an seine Schulzeit, sagt Thomas Heber, der an der TU Dresden Maschinenbau studiert und mittlerweile promoviert hat. Manche altbekannte Gesichter, die er hier trifft, habe er seit der Schulzeit nicht mehr gesehen, sagt er.

Bautzen bleibt Heimat

So zum Beispiel Katrin Pötzsch, die ebenfalls 2001 ihr Abitur gemacht hat. Sie hat in Bayern Medientechnik studiert und ist jetzt als 3-D-Grafikerin tätig. „Wir machen Animationsfilme für Pharmakonzerne“, erzählt sie. Wie Thomas Heber wohnt auch Katrin Pötzsch jetzt in Dresden. Auch sie hat nur positive Erinnerungen an ihre Schulzeit. „Wir waren wie eine große Familie“, sagt sie. „Es gab bei uns keinen Stress und keine Schlägereien.“ Und obwohl sie nun schon seit zwei Jahren in Dresden wohnt, sagt sie, dass Bautzen immer ihre Heimat bleiben werde. „Schließlich leben meine Eltern hier, und ich habe noch immer viele Freunde hier.“ – Yvonne Sachse hat sich dagegen einen neuen Freundeskreis in der Bodensee-Region aufgebaut. Die Absolventin vom Jahrgang 2000 ist jetzt im Landratsamt Tuttlingen tätig. „So wie die Schule jetzt dasteht, sieht sie wirklich nicht mehr toll aus“, sagt sie über ihre frühere Penne. Aber auch sie kommt mit angenehmen Erinnerungen in die Heimat zurück. Die Klassenfahrten seien das Beste in ihrer Schulzeit gewesen. Oft ist sie nicht mehr in Bautzen, höchstens drei oder vier Mal im Jahr. Yvonne Sachse weiß noch nicht, ob sie jemals zurückkommt. „Wenn sich eine gute Möglichkeit ergibt“, sagt sie. Aber im Moment sehe es nicht so aus.

Auch Lehrer zu Besuch

Unter den fröhlichen jungen Leuten, die ihr Wiedersehen feiern, hebt sie sich kaum heraus. Und doch ist Annette Zenkner keine ehemalige Schülerin, sondern Lehrerin. Vier Jahre hat sie am Einstein-Gymnasium unterrichtet. Jetzt ist sie am Schiller-Gymnasium. „Es waren fantastische Kollegen, mit denen es einen guten Zusammenhalt gab“, sagt sie. Die Atmosphäre sei einfach schön gewesen, richtig familiär. Das Lehrer-Schüler-Verhältnis sei immer nett gewesen. Deshalb habe sie sich auch gefreut, dass sie von ihren Ehemaligen ganz herzlich empfangen wurde.