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Ehemalige Fabrik brennt ab

Am Zittauer Vorstadtbahnhof steht ein großes Gebäude in Flammen. Seit Stunden kämpfen Dutzende Feuerwehrleute dagegen. Wir zeigen Bilder vom Einsatz.

Das ganze Ausmaß des Feuers aus der Luft.
Das ganze Ausmaß des Feuers aus der Luft. © Jens Neumann-Weinbeer/www.zittauer-blickwinkel.de

Gegen Mittag kann Kreisbrandmeister Peter Seeliger an diesem Sonntag  zum ersten Mal aufatmen: Der Großbrand, der gegen 5 Uhr morgens in ehemaligen Elektromotorenwerk  am Zittauer Vorstadtbahnhof ausgebrochen war, ist im Gröbsten gelöscht. Aber es flammen immer wieder Glutnester auf. "Unzählige Glutnester", sagt der Kreisbrandmeister. "es wird noch ein paar Stunden dauern, bis die alle gelöscht sind."  

Der Rauch, der seit dem Morgen Teile von Olbersdorf und Zittau-Süd und -West eingehüllt hatte, hat sich am Mittag weitgehend verzogen. Die Feuerwehrleute sind erschöpft. 60 Kameraden der hauptamtlichen Kräfte und der Freiwilligen Wehren Zittau-Innenstadt, Pethau, Eichgraben, Hirschfelde sowie aus Olbersdorf, Eckartsberg und Hradek (Grottau) haben schwere Arbeit geleistet. "Wir konnten ein Überspringen der Flammen auf benachbarte Gebäude verhindern", sagt der Kreisbrandmeister. Verletzt wurde niemand. 

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Die Löscharbeiten waren schwierig.  Das Feuer hatte sich über zwei Stockwerke ausgedehnt. Ausgebrochen war es in einer Holzbalkendecke im Obergeschoss. Beim Eintreffen der Feuerwehr war es so heiß in dem Stockwerk, dass entschieden wurde, den Innenangriff gegen den Brand vorerst abzubrechen, das Dach durchbrechen zu lassen und von oben zu löschen. 

Noch lange nach dem die Feuerwehr den Brand unter Kontrolle hatte, sah man die Rauchsäule von der Äußeren Oybiner Straße in Zittau so. 
Noch lange nach dem die Feuerwehr den Brand unter Kontrolle hatte, sah man die Rauchsäule von der Äußeren Oybiner Straße in Zittau so.  © Thomas Mielke
Und vom Olbersdorfer Niederdorf so. 
Und vom Olbersdorfer Niederdorf so.  © Thomas Mielke
60 Feuerwehrleute löschten den Brand. Foto:
60 Feuerwehrleute löschten den Brand. Foto: © Thomas Mielke
Gegen 8.30 Uhr war die Rauchsäule schon deutlich kleiner.
Gegen 8.30 Uhr war die Rauchsäule schon deutlich kleiner. © Thomas Mielke
Aus der Luft ist das Ausmaß des Brandes voll zu erkennen.
Aus der Luft ist das Ausmaß des Brandes voll zu erkennen. © Jens Weinbeer-Neumann, www.zittauer-blickwinkel.de
Der letzte vergleichbare Großbrand in Zittau war der Brand des alten Zollamtes auf der Herwigsdorfer Straße.
Der letzte vergleichbare Großbrand in Zittau war der Brand des alten Zollamtes auf der Herwigsdorfer Straße. © Jens Weinbeer-Neumann, www.zittauer-blickwinkel.de
Kreisbrandmeister Peter Seeliger, Uwe Kahlert, Leiter der Zittauer Wehr, und Einsatzleiter Felix Schley (v.r.).
Kreisbrandmeister Peter Seeliger, Uwe Kahlert, Leiter der Zittauer Wehr, und Einsatzleiter Felix Schley (v.r.). © Matthias Weber
Bis in den Nachmittag hinein mussten immer wieder Glutnester gelöscht werden.
Bis in den Nachmittag hinein mussten immer wieder Glutnester gelöscht werden. © Matthias Weber

"Es hat gebrannt wie Zunder", sagt Peter Seeliger. Das Gebäude, das in Privatbesitz ist, sei vollgestopft mit Trödel und Antikwaren gewesen. "Alles eine große Brandlast", so Seeliger. Wie hoch der Sachschaden ist, müssen die Untersuchungen der Polizei zeigen, die vor Ort war und die Ermittlungen aufgenommen hat. Weil es heute noch zu gefährlich ist, kommen die Brandursachenermittler der Kriminalpolizei erst am Montag zum Einsatz.

Der Verdacht der Brandstiftung liegt nahe. Zu den offenen Fragen gehört auch, ob es Zufall ist, dass es ausgerechnet zu Historik Mobil in der Nähe eines der Schmalspurbahn-Bahnhöfe gebrannt hat. Die Veranstaltung geht jedenfalls ohne Einschränkungen weiter, wie die Stadt Zittau mitteilte. "Ob das Feuer mit der Brandserie in Olbersdorf in Zusammenhang steht, die die Nachbargemeinde seit letztem Jahr in Atem hält, ist im Moment reine Spekulation", heißt es aus dem Rathaus.

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Die Familie, in deren Besitz das alte Fabrikgebäude ist, geht ebenfalls davon aus, dass ein Brandstifter am Werk war. "Was soll sich dort oben denn selbst entzündet haben?", fragt der Besitzer. In das Gebäude sei immer wieder eingebrochen worden. Erst im letzten Jahr hatte die Familie deswegen eine Überwachungskamera installiert.

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