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Ehemaliges Sporthaus steht seit einem Jahr leer

Unterwegs im Leserauftrag

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Von Sabine Bachert

Interessiert betrachtete ich das Haus Königsbrücker Straße 38. Hier also hat Erich Kästner einen Teil seiner Kindheit verbracht, nachdem er zuvor mit seinen Eltern von der Nummer 66 (seinem Geburtshaus) in die Nummer 48 umgezogen war. Das Jugendstilgebäude steht heute unter Denkmalschutz. Eine große Verpflichtung für den jeweiligen Eigentümer.

Vor fast einem Jahr ist das Sportgeschäft aus dem Haus Königsbrücker Straße 38 ausgezogen und verkauft seine Waren nun im ehemaligen Postamt schräg gegenüber. Seitdem hängt an der Königsbrücker 38 ein Transparent und verkündet, dass hier Laden- und Büroflächen und Wohnungen entstehen sollen. „Aber es geschieht nichts“, wundert sich Werner Schuh. Im Herbst letzten Jahres erwachte das Haus noch einmal zum Leben, als für sechs Wochen zwei Ingenieure das Ergebnis ihres künstlerischen Wirkens hier ausstellten. Wie geht es nun weiter?, will Werner Schuh wissen. Verwaltet wird das Gebäude von der Immosax. Eine schriftliche und zwei telefonische Anfragen liegen bei dem Unternehmen vor. Man werde sich mit dem Eigentümer in Verbindung setzen, hieß es aus der Immosax Grundstücksgesellschaft mbH, und uns dann Auskunft geben. Seit Montag liegt die Anfrage dort auf dem Tisch. Bis gestern Abend gab es noch keine weitere Reaktion. Ich bleibe dran.

Ein ähnliches Schicksal, so Werner Schuh weiter, erlebt die Königsbrücker Straße 62. „Der ehemalige Spar-Markt sollte zu einem Bio-Laden umgebaut werden. Dabei gab es offensichtlich Unklarheiten, weil zwischenzeitlich mal ein Baustopp war“, schreibt Werner Schuh. „Der Umbau ist zumindest außen seit längerer Zeit abgeschlossen, aber es sind keine weiteren Aktivitäten mehr festzustellen. Mittlerweile ist der Eingangsbereich mit Graffiti verschmiert worden, auch ein Zeichen, dass offensichtlich nichts mehr vorwärts geht.“

Der Verkauf ihrer Wohnungen durch die Gagfah war Gegenstand dieser Kolumne vor zwei Wochen. Bis gestern haben wir nichts vom neuen Eigentümer gehört, erklärte mir Gudrun Korczynsky am Telefon. „Sind wir überhaupt noch jemandes Mieter?“ Ich habe mich erneut an die Gagfah gewandt. Deren Pressesprecherin Bettina Benner teilt mit, dass sie meine Anfrage an den neuen Eigentümer weitergeleitet hat. Dieser werde sich mit mir in Verbindung setzen. Ich bleibe dran.