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Ehepaar auf der B 170 totgefahren

Ein Mercedes erfasst zwei Naundorfer. Für sie kam jede Hilfe zu spät. Nun läuft die Suche nach der Unfallursache.

Von Franz Herz

Kurz vor der Haustür kam der Tod für ein Ehepaar aus Naundorf bei Schmiedeberg. Sie hatten einen Frühlingsspaziergang gemacht, waren auf dem Rückweg zu ihrer Wohnung in Tal Naundorf und haben am Sonntag um 19.15 Uhr die B 170 überquert. Dabei hat sie ein Mercedes auf der Straße frontal erfasst, wie die Polizei informierte. Die Frau ist beim Zusammenprall sofort gestorben. Notarzt und Rettungsdienst haben noch um das Leben ihres Ehemannes gekämpft. Aber sie konnten auch ihn nicht mehr retten. Beide Verunglückte waren 78 Jahre alt. Der 28-jährige Fahrer des Mercedes erlitt einen Schock und musste ebenfalls behandelt werden.

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Der Unfall hatte noch weitere Auswirkungen. So stürzte ein entgegenkommender Motorradfahrer. Er hat den Unfall gesehen und mit einer Vollbremsung versucht, auszuweichen. Er blieb unverletzt, nur sein Motorrad ist leicht beschädigt worden.

Die Feuerwehr Schmiedeberg leuchtete die Unfallstelle aus und sicherte sie mit ab. Ein Feuerwehrmann erlitt angesichts des tragischen Geschehens einen Kreislaufzusammenbruch. Er wurde ebenfalls im Krankenhaus versorgt. Die Feuerwehr wird alle, die dort im Einsatz waren, noch einmal zusammenholen, um die Eindrücke unter professioneller Anleitung seelisch zu verarbeiten, wie Wehrleiter Thomas Quinger informierte.

Die Polizei sperrte die B 170 drei Stunden lang komplett und leitete den Verkehr um. Sie holte auch Spezialisten und einen Gutachter nach Naundorf, damit diese den Unfallhergang untersuchen. Die Frage nach der Unfallursache treibt jetzt viele Menschen auch in Naundorf um.

Momentan ist völlig offen, wie es zu dem tragischen Zusammenstoß gekommen ist. Es war noch nicht dunkel, als der Unfall passiert ist. Doch setzte die Dämmerung ein. Erste Untersuchungen ergaben keine Anzeichen auf Alkohol oder Drogen beim Fahrer des Mercedes, teilte die Polizei mit. Ob der Mann mit überhöhter Geschwindigkeit gefahren ist, prüfen derzeit Sachverständige. Anlieger hatten beobachtet, dass ein solches Fahrzeug sehr schnell durch Naundorf gefahren ist.

Die B 170 ist immer eine unfallträchtige Strecke. Doch Tal Naundorf war in der Vergangenheit kein besonders gefährlicher Abschnitt. Hier ist schon lange nichts mehr passiert. Die Straße ist gerade, übersichtlich und hat auf einer Seite einen Gehweg.

Es gab vor Jahren sogar den Versuch, die zulässige Geschwindigkeit zwischen Naundorf und Schmiedeberg auf 60 Stundenkilometer zu erhöhen. Dagegen hat sich Christian Herrmann gewandt. Er wohnt dort und ist für die SPD Mitglied im Stadtrat. Diese Regelung wurde wieder abgeschafft. Nun gilt wie eh und je Tempo 50.

Herrmann hätte sich auch gewünscht, dass das neue Ortseingangsschild, das Naundorf nach der Eingemeindung zu Dippoldiswalde bekommen hat, direkt am Beginn der örtlichen Bebauung steht. Aber das wurde aus rechtlichen Gründen abgelehnt.

Jedenfalls würde ein solches Schild direkt am Ortseingang von Naundorf auch ortsfremden Fahrern deutlich machen, dass sie innerorts unterwegs sind und sich an Tempo 50 halten müssen. Das erwartet auch Falko Uyma (Freie Wähler), der Ortsvorsteher von Schmiedeberg. Er war als Feuerwehrmann mit im Einsatz. Nun will er abwarten, was die Untersuchungen des Unfalls vom Sonntag bringen. „Wenn sich dann etwas Konkretes ergibt, können wir als Ortschaftsrat etwas anstoßen, um die Sicherheit zu verbessern“, sagt er.