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Ehepaar will Schule zum Pflegeheim umbauen

Es ist ihr großer Traum: Ein Ehepaar aus dem Landkreis will die Förderschule Lawalde nach ihrer geplanten Schließung zu einem Pflegeheim umbauen. Ein umfangreiches Konzept liegt bereits vor, der Kreistagsbeschluss zur Schulschließung noch nicht.

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Von D. Pfeiffer und J. Ulbrich

Wo ganz junge Menschen jetzt noch lernen, könnten bald Rentner ihren Lebensabend verbringen: Die Förderschule Lawalde soll zu einem Pflegeheim umgebaut werden. Zumindest hat das ein Ehepaar aus der Region vor.

Ein gemütliches Heim für 35 bis 40 Personen will es aus dem Plattenbau machen. In vier Wohngruppen sollen jeweils acht bis neun Bewohner leben. Pro Wohngruppe soll ständig eine Krankenschwester oder ein Altenpfleger da sein. „Es soll aber nicht den Krankenhaus-charakter mancher anderer Pflegeheime haben, sondern eher wie eine Pension angelegt sein“, stellen sich die potenziellen Betreiber vor. „Die Bewohner sollen bei uns auch nicht mit Basteln beschäftigt werden, sondern können sich Mahlzeiten selbst zubereiten oder gemeinsam backen. Dinge, die sie immer getan haben und in denen sie einen Sinn sehen.“

Auch das Äußere des 1972 erbauten Gebäudes soll sich grundlegend ändern. „Wir wollen das Haus dem Dörflichen anpassen, vielleicht mit Spitzdach und einer Fassade, die an Fachwerk erinnert.“

Für das Paar ist die Schule in Lawalde das Traumobjekt, sowohl vom Bau als auch von der Lage her. „Und der Bedarf an Pflegeheimplätzen ist hier in der Gegend auf jeden Fall da. Man wartet durchschnittlich schon ein Jahr auf einen Platz“, sagt die Investorin.

Seinen Namen will das Ehepaar aus Angst vor Entlassungen aus dem jetzigen Job noch nicht öffentlich nennen. Denn noch ist fragwürdig, ob die Schule 2004 überhaupt geschlossen wird. Ein erster Beschlussvorschlag im Kreistag war in der Oktobersitzung gescheitert und von den Räten zur nochmaligen Beratung zurückverwiesen worden. Ende November soll der Beschluss im Kreistag erneut zur Debatte stehen.

Eltern wehren sich gegen geplanten Schulumzug

Das Ehepaar hofft auf positiven Bescheid: „Es ist ja nicht so, dass wir die Kinder aus einem Paradies vertreiben, das Gebäude ist stark sanierungsbedürftig. Und was ist, wenn die Schule in drei Jahren schließt? Dann ist das Gebäude dem Verfall preisgegeben – so wie viele andere Schulgebäude auch.“

Ihr Pflegeheim dagegen wollen sie auch in das Dorfleben integrieren. „Bei uns könnten Feiern stattfinden und wir wollen Weiterbildungen anbieten, die auch für die Öffentlichkeit sind.“ Auch die Essensversorgung, um die sich bislang die Schulküche kümmerte, die aber zum 31. Dezember dieses Jahres geschlossen wird, will das Pflegeheim übernehmen. „Die Leute können sowohl von uns ihr Essen geliefert bekommen als auch hierher zum Mittagessen kommen.“ Nicht zuletzt würde man immerhin 15 neue Arbeitsplätze für die Region schaffen, betont das Paar.

Die Eltern der Förderschüler aber wehren sich gegen den geplanten Umzug der Schule in das Gymnasium Ebersbach, das ab dem nächsten Jahr leer stehen soll. Sie wollen ihren Kindern nicht nur weite Wege ersparen, sondern befürchten auch eine Verschlechterung der Lernbedingungen. Über 300 Unterschriften haben sie gegen die Umzugspläne gesammelt und dem Landrat übergeben.

Lawaldes Bürgermeisterin Nadja Kneschke hat bei der ganzen Angelegenheit vor allem ein Problem: Für uns als Gemeinde ist es in erster Linie wichtig, dass das Gebäude nicht leer steht. Auch sie wartet jetzt auf die Entscheidung des Kreistages.

„Das Schlimmste wäre, wenn die Schule vielleicht in drei oder vier Jahren geschlossen würde, und der Zug für das Pflegeheim dann abgefahren ist“, sagt sie. Wenn es für den Erhalt der Förderschule wirklich keine Chance gibt, dann müsse man die neue jetzt auch beim Schopfe packen.