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Ehrenamtliche helfen, das Welterbe zu erhalten

Studierende aus aller Welt haben in Altenberg Zeugen des alten Bergbaus gesichert. Das war dieses Jahr gar nicht so einfach.

Wie früher die Bergleute mit Feuersetzen Erz abgebaut haben, demonstrieren hier freiwillige Helfer im Schaustollen in Altenberg.
Wie früher die Bergleute mit Feuersetzen Erz abgebaut haben, demonstrieren hier freiwillige Helfer im Schaustollen in Altenberg. © Karl-Ludwig Oberthuer

Der Einsatz der europäischen Freiwilligengruppe im Bergbaumuseum Altenberg geht diese Woche zu Ende. Eine Gruppe von 15 Studierenden, die meistens von der Technischen Universität in Cottbus, hat hier seit Anfang August im Bergbaumuseum Altenberg und im Besucherbergwerk Zinnwald gearbeitet. „In Cottbus gibt es einen eigenen Unesco-Studiengang zum Thema Welterbe“, teilte Michael Riedel mit, der Geschäftsführer des Vereins Montanregion Erzgebirge, der den Arbeitseinsatz zusammen mit dem Förderverein Montanregion Erzgebirge organisiert hat. Der Verein „European Heritage Volunteers“ organisiert seit 1990 Arbeitseinsätze in Denkmälern und anderen kulturhistorisch bedeutenden Stätten.

Viele Faktoren müssen zusammenpassen

Im Rahmen des Unesco-Welterbes Montantion Erzgebirge finden derartige Einsätze seit 2017 statt. Damals lief erst die Bewerbung um den Titel. Dieses Jahr gab es zwei Einsätze, einen in Reinsberg in Mittelsachsen und jetzt den in Altenberg. In Reinsberg haben die Helfer ein Schutzdach gebaut. „Mehr konnten wir dieses Jahr leider nicht organisieren. Da hat uns Corona zurückgeworfen“, sagt Riedel. Eigentlich wollte der Verein dieses Jahr vier bis sechs Arbeitseinsätze mit freiwilligen Helfern auf die Beine stellen. Aber das war wegen der besonderen Umstände nicht möglich.

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Dabei müssen immer mehrere Faktoren zusammenspielen. Es muss Arbeiten geben, die für die Helfer geeignet sind, die Unterkunft muss gesichert sein und trotz des ehrenamtlichen Einsatzes sind die Aktionen nicht kostenlos. Material oder Verpflegung bezahlen der Welterbeverein und der Förderverein. Dabei haben sie in Altenberg mit der Stadt und dem Bergbaumuseum zusammengearbeitet.

Die Einsätze haben zwei Aufgaben

Hier haben die Helfer im Schaustollen die Station zum Thema Feuersetzen neu gestaltet. Mit dieser Technik haben die Bergleute im Mittelalter und der frühen Neuzeit, das Gestein gelockert, um es leichter abbauen zu können. Unter Tage haben sie Scheiterhaufen aufgeschichtet und angezündet. Die Hitze ließ dann die Steine brüchig werden. In der Zinnwäsche haben sie eine Mauer abgebaut und erneuert. Ein Zimmermann stand ihnen dabei mit seinen Fachkenntnissen zur Seite. Und am Pochwerk, das restauriert werden soll, haben sie dafür vorbereitende Arbeiten geleistet.

Der Altenberger Einsatz neigt sich nun dem Ende zu. Am Donnerstagabend findet im Europark in Altenberg noch einmal eine Veranstaltung statt, bei der Professor Helmuth Albrecht vom Förderverein Montanregion Erzgebirge spricht. Außerdem stellen die Freiwilligen Beispiele aus ihren Heimatländern vor, wie dort Kultur in den Museen dargestellt wird.

Und am Freitagnachmittag erhalten alle Helfer ihre Teilnahmeurkunden. Solche Einsätze haben immer zwei Aufgaben. Neben der Arbeit, die dabei erledigt wird, dienen sie auch der internationalen Begegnung und dem Kennenlernen der Teilnehmer untereinander. In Altenberg waren jetzt Freiwillige aus Mexiko, Hongkong, USA, Kasachstan, Südkorea, Brasilien, Spanien, Honduras, der Türkei und Indonesien am Werk. 

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