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Ehrenberger fordern Kreisverkehr

Nach einem schweren Unfall rückt die Kreuzung im Oberdorf in den Blickpunkt. Dort kracht es immer wieder.

Von Anja Weber

Schon beim ersten metallischen Scheppern und quietschenden Bremsen an der Kreuzung Oberehrenberg/Cunnersdorf sind die Anwohner hellwach. Es hat gekracht. Wieder einmal. Wieder einmal hat ein Kraftfahrer nicht am Stoppschild gehalten oder einer kam viel zu schnell aus Richtung Hohnstein oder Neustadt.

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So auch am Abend des 25. Mai. Ein 48-Jähriger war mit seinem Saab von Ehrenberg in Richtung Cunnersdorf gefahren. An der Kreuzung beachtete er einen Motorradfahrer nicht, der aus Richtung Neustadt heranfuhr. Es kam zum Zusammenstoß. Die Honda stieß obendrein noch gegen einen verkehrsbedingt haltenden Mercedes. Der 37-jährige Kradfahrer erlitt schwere Verletzungen. Der Saabfahrer und seine Beifahrerin sowie die Mercedesfahrerin wurden leicht verletzt. An allen drei Fahrzeugen entstand laut Polizei Sachschaden, der auf rund 17 000 Euro geschätzt wurde.

1993 schon einmal untersucht

Den Anwohnern in Oberehrenberg beweist das: Die Kreuzung ist tückisch. Sie wird spätestens seit dem tödlichen Unfall im Jahr 2000 auch als gefährlich eingestuft. Damals wurden Stoppschilder aufgestellt. Doch die würden nur bedingt helfen, wissen die Anwohner. „Meistens gehen die Unfälle mit Blechschäden ab. Doch wie lange noch“, fragt der Ehrenberger Jürgen Schaff-
rath besorgt. Und er hat sich so seine Gedanken gemacht, wie die Kreuzung entschärft werden könnte. „Schon vor Jahren hatten die Stadt Hohnstein und das Landratsamt über einen Kreisverkehr an dieser Stelle geredet. Herausgekommen ist damals nichts. Aber den Gedanken sollte man wieder aufgreifen“, schlägt er vor.

Aus seiner Sicht wäre das die Lösung für die Kreuzung. Dass ein Kreisverkehr nicht billig wird, ahnt er. „Doch es wird so viel Geld für Rüttelstreifen und den Schutz von Kröten ausgegeben. Warum sollte dann nicht auch in die Sicherheit von Menschen investiert werden“, fragt er.

Das Stoppschild an der Kreisstraße, so hatte man bereits 2001 herausgefunden, zeige zwar Wirkung. Doch es halte Kraftfahrer aus Richtung Neustadt oder Hohnstein auf der schnurgeraden Staatsstraße nicht davon ab, aufs Gas zu treten. Und dann wird es für die gefährlich, die abbiegen oder die Kreuzung queren wollen.

Die beiden Straßenträger, das Landratsamt und das damalige Straßenbauamt, hatten bereits im Jahr 1993 Voruntersuchungen in Auftrag gegeben. So wurden zum Beispiel die Fahrzeuge gezählt, die die Trasse passieren. Es waren vermutlich zu wenige. Nach dem tödlichen Unfall im Jahr 2000 forderte der damalige Hohnsteiner Bürgermeister Wolfram Lasch (CDU) die Straßenbehörde auf, den Verkehrsknotenpunkt durch einen Kreisverkehr zu entschärfen. Damit würden die Kraftfahrer gezwungen, die Geschwindigkeit zu reduzieren.

Zwar darf die Staatsstraße in diesem Bereich nur mit 70 km/h befahren werden. Doch auch das sei in manchen Fällen eben noch zu schnell, sagt Jürgen Schaffrath. Und dazu komme, dass sich viele gar nicht an die Geschwindigkeitsbegrenzung halten würden.

Die Idee des Kreisverkehrs wurde aber 2011 endgültig zu den Akten gelegt. Das heutige Landesamt für Straßenbau und Verkehr ist wohl auch nicht gewillt, die Pläne von damals wieder herauszuholen. Zuständig für den Bau wäre aber das Landesamt, das hat dessen Chef Klaus-Peter Lechler bestätigt. Es gebe aber weder Bestrebungen, an der Kreuzung etwas zu ändern, noch, einen Kreisverkehr an der Stelle zu bauen. Darüber hinaus fragt Lechler, ob Kraftfahrer, die ein Stoppschild überfahren, nicht auch die Vorfahrt in einem Kreisverkehr missachten. Ob ein Kreisverkehr oder eine Ampel das geeignete Mittel zur besseren Verkehrsführung ist, das müsse generell nach einer genauen Analyse und Planung festgelegt werden. Das gelte allgemein für alle Straßenbauten.

Allerdings wollen sich einige Einwohner so nicht abspeisen lassen. Zwar ist dort in letzter Zeit niemand mehr zu Tode gekommen, allerdings passieren immer wieder Unfälle, größtenteils mit Blechschäden oder eben auch mit schwer verletzten Personen. Das Thema Kreisverkehr sollte auf jeden Fall wieder diskutiert werden, bleibt Jürgen Schaffrath hartnäckig.