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Ehrfurcht vor Gottes Gaben

Eben fand die Weltklimakonferenz in Durban (Südafrika) statt, an der 15000 Delegierte aus allen Ländern teilnahmen. Mein erster Gedanke war: Was kostet dieser Aufwand, und wie ungut für das Klima ist...

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Von Reinhard Leue

Eben fand die Weltklimakonferenz in Durban (Südafrika) statt, an der 15000 Delegierte aus allen Ländern teilnahmen. Mein erster Gedanke war: Was kostet dieser Aufwand, und wie ungut für das Klima ist der Schadstoffausstoß der Flugzeuge, die die Delegierten dorthin brachten, und wie viel Wasser haben so viele Menschen verbraucht in einem Land, wo Wasser ohnehin knapp ist? Aber das Schlimmste ist, dass alles „für die Katz“ ist, weil man sich einfach nicht einigen kann, den -Ausstoß schnellstens zu reduzieren. Sicher stimmen Sie mir zu, aber was soll das im Advent? Wir dürfen gerade zu Weihnachten nicht vergessen, in welcher Situation sich alle Menschen befinden. Das Wasser wird immer knapper, das Klima wandelt sich rapide, so dass wir es sogar schon zu merken beginnen. Die Zahl der Erdenbewohner nimmt stetig zu, und die Frage, wie man in Zukunft die Menschheit ernähren soll, wird zum akuten Problem. Können wir im 21. Jahrhundert genug Nahrungsmittel auf nachhaltige Weise produzieren, wo doch jetzt schon Millionen hungern und die Dürreperioden sich ausweiten? Als Christen können und dürfen wir diese Probleme nicht verdrängen.

Feiern wir im Wohlstand Weihnachten und denken „Nach uns die Sintflut“? Es geht um ein Netz des Lebens für alle. Das hat Jesus, den wir zu Weihnachten als neugeborenes Kind feiern, bedacht. Er erkannte damals in seinem Heimatland, wie wichtig Wasser ist, und wie wir verantwortlich sind, dass alle Menschen das tägliche Brot haben. Es ist wohl nicht zufällig, dass bei der Taufe Wasser die entscheidende Rolle spielt. Es ist die Quelle allen Lebens. Wenn Wasser mit dem Glauben an Jesu verbunden wird, gewinnt es eine alles erneuernde Kraft. Aber auch das Brot spielt für Jesus eine große Rolle, hat er doch Tausende gespeist und zu seiner Zeit den Kampf gegen den Hunger aufgenommen. Aber er hat nicht nur die Bitte um das tägliche Brot im „Vater unser“ allen Menschen ans Herz gelegt, sondern hat im heiligen Abendmahl das Brot in einer besonderen Weise in den Mittelpunkt gestellt. Brot wird zu mehr, wenn Jesus sagt: „Das ist mein Leib, der für euch gegeben wird.“ Durch und mit Jesus bietet Gott uns dieses Mahl zum Überleben an. Er hat das Brot und das Wasser „geheiligt“! Was uns fehlt, ist Ehrfurcht vor Wasser und Brot. Unser Umgang mit den Ressourcen ist ehrfurchtslos und unverantwortlich.