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Löbau

Eibauer Bierstau - weil alle so durstig waren

Tausende Besucher säumten den Weg des Eibauer Bierzuges bei Sommerhitze. Weil natürlich Pferde dabei waren, gab's auch Kritik.

Mit Pauke und Dudelsack kam der 27. Eibauer Bierzug auch mit exotischen Klängen daher.
Mit Pauke und Dudelsack kam der 27. Eibauer Bierzug auch mit exotischen Klängen daher. © Foto: Rafael Sampedro

Heißer war es selten beim Eibauer Bierzug. Schon lange vor dem Start um 11 Uhr am Sonntag säumten tausende Zuschauer den Zugweg - ausgerüstet mit Strohhüten oder Sonnenschirmen und das Thermometer kratzte bereits an der 30-Grad-Marke. Wenigstens ein leichter Windhauch sorgte für ein bisschen Erfrischung.

Wie auch schon im letzten Jahr gab's eine dem Wetter geschuldete Neuheit beim Bierzug. 2018 war das der Glühweinausschank. Doch glühen konnten die Menschen am Sonntag auch ohne Hilfe. Dieses Mal gab's was extra Kühles für die vielen Pferde, die alljährlich die Biergespanne und Kutschen ziehen: Am Faktorenhof hatten die Organisatoren am Straßenrand eine Tränke mit gut 1.000 Liter Wasser eingerichtet - Boxenstopp für die Rösser. Die Zuschauer dankten den Pferden ihren schweißtreibenden Einsatz mit viel Applaus. Sie waren die (Foto-)Stars des Tages.

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Gewissermaßen für einen Eibauer Bierstau statt einen Bierzug sorgte indes nicht jene Pferdetränke, sondern die Fracht, die die Rösser im Schlepp hatten. Über 80 Bilder zeigte der Bierzug, doch die heißbegehrtesten Wagen waren die mit kühlem Blonden oder Schwarzen an Bord. In der Mitte des Zuges, ab der Nummer 45 hatten sich die Prachtgespanne der zehn teilnehmenden Brauereien eingereiht. Und nicht alle aufgeladenen Fässer waren Attrappen. Die Begleitmannschaften der Biergespanne kamen kaum hinterher, die Menschen am Straßenrand mit dem Schaumgold zu versorgen. "Wir haben gut 300 Liter aufgeladen. Mal schauen, ob's langt", informierte der Kutscher des Kaltblüter-Sechsspänners der Löbauer Bergquell-Brauerei. Durstig blieb am Ende wahrscheinlich niemand. Auch die Kleinen nicht, denn Limo gab's auch reichlich - unter anderem gezapft aus dem "Klabier" der Löbauer Klavierfabrik August, das anlässlich des 160-jährigen Firmenjubiläums im Zug mitfuhr.

Mit einer kühlen Maß Bier in der Hand führte auch Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) wie gewohnt gemeinsam mit Kottmars Bürgermeister Michael Görke (parteilos) den Bierzug an. Als "erdverwachsen, traditionsbewusst, engagiert", lobte Kretschmer die Teilnehmer des Bierzugs und ihre Gäste. Und: "Das gibt's nicht überall in Sachsen. Das gibt's vor allem hier." Für Abkühlung von außen sorgten die Mitglieder des Skiclubs Kottmar, die von ihrem Wagen herab Wasserpistolen-Salven in die Menge schossen. Und Walross "Trixi", das Maskottchen des gleichnamigen Freizeitbades erinnerte daran, was nach dem Besuch des Bierzugs anstehen könnte.

Noch während des Bierzugs regte sich in den sozialen Medien auf der Facebookseite von SZ Löbau Kritik am Bierzug. Es sei unverantwortlich, den Pferden bei dieser Hitze so etwas zuzumuten. "Pfui Eibau", schrieb gar jemand. Kutscher und Pferdehalter wiesen diesen Vorwurf zurück. "Ach was, die Pferde hatten hier doch kaum was zu ziehen und sind ganz ruhig und entspannt", sagte ein Kutscher auf SZ-Anfrage. Und die "Interessengemeinschaft Gemeinde Kottmar Ortsteil Eibau und Umgebung" antwortete den Kritikern: "Bei den Pferden handelt es sich größtenteils um ,Arbeitstiere'. Die paar Meter die Hauptstraße runter macht denen, auch bei diesen Temperaturen, nix aus. Zudem waren bei fast allen Gespannen Betreuer dabei und es gab zahlreiche Mitbürger, die den Gespannführern Wasser für ihre Pferde angeboten haben."


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