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Eibaus Bahnhof ist bloß noch Haltepunkt

Die Umbauten an der Strecke Oberland-Zittau bringen weitere Änderungen mit sich. Nutznießer sind auch Autofahrer.

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Von Patrick Richter

Am Eibauer Bahnhof wird derzeit groß umgebaut: Gleise und Bahnübergang werden komplett erneuert. Doch damit ändert sich noch mehr. Der Eibauer Bahnhof verliert durch den Umbau seinen Status als vollständiger Bahnhof und wird künftig nur noch als Haltepunkt geführt. Die SZ sagt, was sich dadurch für Eibau und die Strecke ändern wird.

Was wird genau am Eibauer

Bahnhof umgebaut?

Wie die Pressestelle der Deutschen Bahn sagt, werden alle Weichen im durchgehenden Gleis abgebaut und eine neue Abzweigweiche nach Seifhennersdorf wird angebracht. Das zweite Gleis in Eibau, das als Überholungsgleis diente, ist nach den Bauarbeiten nicht mehr befahrbar. Damit verliert Eibau den Status des Bahnhofs und wird zum Haltepunkt. Die Gemeinde selbst war darüber nicht informiert worden, wie Maik Wildner, Kottmars Bauamtsleiter sagt. Kottmar sei lediglich an den Bauarbeiten direkt am Bahnübergang beteiligt, wo auch die Straße saniert wird. Des Weiteren wird am Bahnübergang in Eibau ein automatisches Signal angebaut, wodurch die Schranken von diesem Zeitpunkt an zentral von Bischofswerda aus geschaltet werden können. Das Eibauer Bahnhofsgebäude selbst wurde bereits verkauft und befindet sich derzeit in Besitz einer Immobilienfirma aus Wiesbaden. Wie es mit dem Haus weitergehen soll, dafür gibt es bislang noch keine genauen Pläne.

Was ändert das für die

Zugverbindung Dresden-Zittau?

Aktuell soll es laut Bahn keine für die Fahrgäste spürbaren Veränderungen geben. Da sich in Eibau aber künftig nur noch ein Haltepunkt befindet und kein Bahnhof, können Zugverbindungen dann weder in Eibau enden, noch beginnen. Für die bereits stillgelegte Strecke nach Seifhennersdorf könnte es das endgültige Aus bedeuten, die Bahn verneint jedoch: „Ein Betrieb der Strecke Eibau-Seifhennersdorf ist weiterhin möglich. Die Anbindung an das Netz der DB Netz AG wird durch den Einbau einer neuen Abzweigweiche sichergestellt“, heißt es von der Bahn-Pressestelle auf SZ-Anfrage. Der Entscheidung zum Umbau sei in Abstimmung mit dem Verkehrsverbund gefällt worden. Beim Verkehrsverbund Oberlausitz-Niederschlesien (Zvon) sieht man den Umbau aber eher kritisch: „Der Zvon hat versucht, den Rückbau zu verhindern. Leider ohne Erfolg“, sagt Sprecherin Sandra Trebesius. Sie sieht vor allem Probleme, wenn einmal an der dann eingleisigen Strecke gebaut werden muss. Weil Züge dann nicht mehr in Eibau enden und beginnen können, werden längere Ersatzverkehrsstrecken notwendig sein. Die nächstgelegenen Bahnhöfe sind dann Zittau und Ebersbach, zwischen denen die Busse bei Bauarbeiten verkehren. Beim Zvon sieht man laut Frau Trebesius jedenfalls keine Vorteile durch den Umbau. Von der Bahn heißt es lediglich, dass durch die Anbindung an das elektronische Stellwerk in Bischofswerda eine höhere Flexibilität erreicht werden könne. Ob das Entfernen des Ausweichgleises in Eibau mehr Flexibilität verspricht, bleibt fragwürdig, denn entgegenkommende Züge können sich somit an dieser Stelle nicht mehr begegnen. Ob der Rückbau des Eibauer Bahnhofs der Bahn finanziell von Vorteil ist, bleibt offen. Weniger Züge sollen laut Aussagen der Deutschen Bahn jedoch nicht verkehren.

Tatsächlich könnten aber die Autofahrer Nutznießer des Umbaus sein: Durch die automatischen Schranken sollen die meist langen Wartezeiten am Eibauer Bahnübergang auf der Neugersdorfer Straße deutlich kürzer ausfallen.

Stehen neben Eibau noch weitere

Änderungen auf der Strecke an?

Ja. In Zittau soll künftig auch auf ein elektronisches Stellwerk umgestellt werden, wodurch es auf dieser Strecke zumindest keinen Bahnhof mehr geben wird, der von Personal vor Ort bedient wird. Die Arbeiten dort haben bereits vor wenigen Wochen begonnen. Zurzeit werden in Zittau Brücken und Gleise erneuert. Laut Bahn sollen danach bessere Anschlussmöglichkeiten und kürzere Wartezeiten für die Fahrgäste möglich sein. Ob der Umbau an den Bahnhöfen künftig tatsächlich, wie von der Bahn behauptet, weniger Bahnverkehr bringen wird, muss die Zukunft zeigen.