SZ +
Merken

Eierschieben lockt nach Bautzen

Bautzen. Zum traditionellen Eierschieben auf dem Protschenberg erwartet Bautzen am Ostersonntag mehr als 10000 Besucher. Der alte Osterbrauch hat sich in der Spreestadt zu einem der größten Volksfeste der Oberlausitz entwickelt.

Teilen
Folgen

Bautzen. Zum traditionellen Eierschieben auf dem Protschenberg erwartet Bautzen am Ostersonntag mehr als 10 000 Besucher. Der alte Osterbrauch hat sich in der Spreestadt zu einem der größten Volksfeste der Oberlausitz entwickelt. Nach dem Ausritt der Osterreiter ziehen die Bautzener und ihre Gäste am späten Vormittag aus der Altstadt auf den nahegelegenen Berg. Dort gibt es bunte Plastikbälle zu kaufen, die den steilen Hang ins Spreetal hinabgerollt werden, wo Kinder sie aufsammeln und gegen ein Geschenk eintauschen können.

Die genauen Ursprünge des Eierschiebens liegen im Dunkeln. Vor 200 Jahren fand es häufiger Erwähnung. Damals rollten wohlhabende Bautzener Bürger hartgekochte Eier, Äpfel, Nüsse, Süßigkeiten und viele weitere runde Gegenstände den Abhang nach unten, wo die Kinder bedürftiger Familien sie auffingen. In der DDR-Zeit war der Brauch bei der Obrigkeit verpönt und schlief ein. Im Jahr 2001 belebte der Tourismusverein den Brauch wieder neu.

Der „Eierjokel“, ein Bautzener Original, wacht darüber, dass es beim Eierschieben halbwegs gerecht zugeht. Umrahmt wird das Eierschieben von einem Programm, zum Beispiel mit Theaterdarbietungen. Auf dem Hauptmarkt in der Innenstadt öffnet von 10 bis 16 Uhr ein Ostermarkt, auf dem unter anderem Oberlausitzer Handwerkskunst und österliche Gestecke angeboten werden. Im Sorbischen Museum geht es um das traditionelle Verzieren von Ostereiern mit sorbischen Techniken. (StS)