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Eigene Kläranlage wird für Gottleuba zu teuer

Die Stadträte hatten die Idee. Jetzt müssen sie sich wohl von ihr verabschieden. Nicht aber vom Sparen.

Von Heike Sabel

Die Stadträte von Bad Gottleuba sind ernüchtert. Der Traum vom eigenen Klärwerk und der Unabhängigkeit von den Pirnaer Stadtwerken ist teurer als gedacht und damit in weite Ferne gerückt. Die Gottleubaer wollten eine Wirtschaftlichkeitsberechnung für ein eigenes Klärwerk und bekamen die am Donnerstag von Berater Volkmar Amlang präsentiert.

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Trendmarken in der Centrum Galerie
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Auch die Centrum Galerie ist mit vielen internationalen Marken und lokalen Händlern bei der langen Nacht des Shoppings dabei.

Der Ausganggangspunkt: Die Stadt

will Geld sparen

Den Bad Gottleubaern ist die Überleitung ihres Abwassers nach Pirna zu teuer. Rund 528 000 Euro bezahlen sie jährlich dafür an die Pirnaer Stadtwerke. 297 000 Euro Festbetrag und 69 Cent für jeden Kubikmeter. Entsprechend hoch sind die Gebühren für die Ei

Eine ist ein eigenes Klärwerk. Die andere ist die Reduzierung der Wassermengen, die nach Pirna gehen. An Letzterem wird gearbeitet. Bleibt also eine eigene Anlage.

Die Kosten: Für Bürger erstab dem 32. Jahr günstiger

Die Kläranlage würde 4,5 Millionen Euro kosten. Hinzu kommen jährliche Reparatur- und Wartungskosten von 42 000 Euro sowie die für einen Facharbeiter. Da die Stadt die 4,5 Millionen Euro nicht aus der eigenen Kasse bezahlen kann, sondern einen Kredit nehmen müsste, würde die Anlage sie jährlich 672 000 Euro kosten.

Die Einwohner würden zwar Gebühren sparen können. Amlang spricht von rund 20 Euro pro Einwohner und Jahr. Aber: Grundstücksbesitzer müssten Anschlussbeiträge bezahlen. Die könnten nach ersten Berechnungen im Schnitt bei 1 250 Euro liegen. Im Durchschnitt bedeutet in diesem Fall zwischen 625 und 7 500 Euro. Für große Grundstücke sowie landwirtschaftliche Flächen sieht Amlang die Höhe des Anschlussbeitrages als problematisch. Bei einem Vier-Personen-Haushalt würde die Kläranlage sich erst ab dem 32. Jahr als günstiger erweisen.

Fazit: Bei bis zu jährlich 550 000 Kubikmeter Wasser, die nach Pirna geleitet werden, und bei dem jetzigen Pirnaer Preis ist die derzeitige Variante besser. Voriges Jahr waren es trotz des vielen Regens reichlich 500 000 Kubikmeter, dieses Jahr sind es bisher 130 000. Steigt der Anteil des Fremdwassers, also Wasser, das bei Regen und durch undichte private und öffentliche Leitungen ins System kommt, kann die eigene Anlage günstiger sein. Das ist auch der Fall, wenn die Stadtwerke die Kosten anheben.

Die Varianten: Nichts ändern,

bauen, verhandeln, reduzieren

Die erste Variante: Es bleibt alles, wie es ist. Die zweite: Bad Gottleuba-Berggießhübel baut eine eigene Kläranlage. Weil Gottleuba erstens nicht will und zweitens nicht kann, plant die Stadt drittens: Mit den Stadtwerken Pirna verhandeln und viertens die Wassermenge, die Gottleuba nach Pirna schickt, reduzieren. Auch so kann die Stadt sparen.

Berater Amlang empfiehlt Bad Gottleuba trotzdem, das Grundstück in Langenhennersdorf, das sich für eine Kläranlage eignet, vorsorglich zu kaufen.

Die Reaktionen: Skepsis

und Nachdenken

Kämmerer Steffen Wustmann schüttelte mehr oder weniger sichtbar während des Vortrages von Volkmar Amlang immer wieder den Kopf.

Stadtrat Lothar Seifert (Linke) ist danach skeptisch. Für ihn war mit der Erhöhung der jährlichen Grundgebühr pro Einwohner von 24 auf 27,50 Euro die Grenze erreicht. Doch er glaubt nicht, dass ein eigenes Klärwerk politisch gewollt ist. Denn dann gäbe es

Der neue Stadtrat wird die Zahlen und Fakten nun überdenken und sich weiter damit beschäftigen, um irgendwann eine Entscheidung zu treffen.

Die Tendenz indes scheint klar: Der Rat will nichts entscheiden, was die Bürger noch mehr belastet. Dagegen hatte er sich schon zu Jahresbeginn gewehrt, als es um die Erhöhung der Abwassergebühren ging. Das konnte der Stadtrat verhindern. Die Gebühren sin