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Eigener Parkplatz fürs Theater-Kraftwerk

Die Pläne für ein Parkhaus sind gestorben. Die Stadtwerke haben aber eine andere Fläche gefunden.

© Norbert Neumann

Von Sandro Rahrisch

Die Einladungen sind raus: Mit einer Festwoche wird Mitte Dezember das neue Kulturkraftwerk Mitte eröffnet. Mehr als 300 000 Werbemagazine liegen in dieser Woche Zeitungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz bei. Viele Gäste von außerhalb werden mit dem Auto zu den neuen Spielstätten von Staatsoperette und dem Theater Junge Generation anreisen. An Parkplätzen mangelt es aber noch an Dresdens neuem Kulturzentrum.

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„Parkplätze sind sehr wichtig“, sagt die Sprecherin der Staatsoperette, Jana-Carolin Wiemer. Rund 20 Prozent der Besucher würden aus dem Umland kommen, weitere 20 Prozent aus anderen Gegenden Deutschlands. Doch die Parksituation rund um den Wettiner Platz ist bereits jetzt angespannt. Rund 200 Stellplätze stehen auf der Ehrlichstraße und der Alfred-Althus-Straße derzeit zur Verfügung. Demgegenüber stehen 700 Zuschauerplätze in der neuen Staatsoperette und 350 im Theater Junge Generation. Darüber hinaus liegt in direkter Nachbarschaft des Kraftwerks ein großes Wohngebiet. Viele Anlieger besitzen eine Dauerparkkarte. Und die Alfred-Althus-Straße soll in diesem Jahr auf einer Länge von 200 Metern saniert werden, wodurch elf Parkplätze wegfallen werden.

Das Parkhaus Mitte lässt des Namens wegen zwar auf eine günstige Lösung schließen, ist aber knapp 700 Meter von den neuen Theatern entfernt. Vor allem ältere Gäste dürften diesen Weg beschwerlich finden. In den ersten Plänen für das Kulturkraftwerk tauchte noch ein Parkhaus direkt an den Spielstätten auf. Damit die Baukosten nicht explodieren, sind aber überall Abstriche vorgenommen worden, auch dort. Zwischenzeitlich sollte an der Schweriner Straße ein Parkhaus gebaut werden. Dies hätte sich für die Grundstückseigentümer jedoch kaum gerechnet. Sie verkauften die Immobilie an die Revitalis Real Estate, welche nun einen Wohnblock samt Tiefgarage sowie ein Hotel auf der Brachfläche plant. Revitalis-Sprecherin Svea Hoffmann sagte der SZ am Freitag, dass die Stellplätze aber den Mietern vorbehalten bleiben werden. Einen öffentlichen Parkplatz schließt sie aus.

Die Drewag als Eigentümerin des Kraftwerks hat nun einen neuen Plan, um das drohende Parkproblem zu lösen. Besucher und Mieter sollen ab September die Fläche im benachbarten Gleisdreieck nutzen können, sagt Sprecherin Gerlind Ostmann. Das Areal, auf dem auch ein Umspannwerk liegt, befindet sich hinter dem Bahndamm zwischen Könneritzstraße und Löbtauer Straße. Es biete etwa 330 Stellplätze. Einen Tunneldurchgang in Richtung Kraftwerk gibt es bereits. Noch liegt ein Teil der Fläche brach. Die Bauarbeiten werden im April beginnen, so Ostmann. Der Parkplatz werde gebührenpflichtig, die Preise würden sich am Umfeld orientieren. Die Drewag will die Fläche betreiben.

Gäste wären damit in zwei Minuten im Theater. Allerdings schneidet die vielbefahrene Könneritzstraße samt Straßenbahngleisen den Weg ab. Um Unfälle zu verhindern, will die Stadt deshalb eine Fußgängerampel aufbauen.

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An der Anbindung des Kraftwerks an Bus und Bahn soll sich erst einmal nichts ändern. Neben der Schweriner Straße und dem Bahnhof Mitte wird vorerst keine neue Haltestelle eingerichtet, sagt DVB-Sprecher Falk Lösch. Die Eintrittskarten der Staatsoperette dienen gleichzeitig als Ticket für die öffentlichen Verkehrsmittel. Langfristig ist im Masterplan für das Kraftwerk aber ein weiterer Halt an der Könneritzstraße vorgesehen, in Höhe des Gleisdreiecks. Dafür müsste die sanierte Straße aufgerissen werden, um die Haltestelle für Rollstuhlfahrer barrierefrei zu gestalten. Deshalb sei es fraglich, ob dieser Plan überhaupt umgesetzt wird, so Lösch.

Die erste Premiere feiert die Staatsoperette im neuen Domizil am 17. Dezember. Davor wird es einen offiziellen Festakt geben. Alle Arbeiten liegen im Zeitplan.