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Eigentümer will Hausbesetzer anzeigen

Während gegen die Gruppe ermittelt wird, erhebt diese ihrerseits Vorwürfe gegen die Dresdner Polizei. 

Am Samstag besetzte eine Gruppe von zwölf Menschen das Haus am Basteiplatz 3.
Am Samstag besetzte eine Gruppe von zwölf Menschen das Haus am Basteiplatz 3. © xcitepress

Nach der Besetzung seines Hauses am Samstag will der Eigentümer Roman Lerch die Aktivisten anzeigen. 12 Demonstranten hatten aus Protest gegen steigende Mieten und Leerstand das leere Haus am Basteiplatz belagert.

„Die Castello AG wird die Hausbesetzer strafrechtlich zur Verantwortung ziehen und Strafanzeige wegen aller in Betracht kommender Delikte erstatten, insbesondere wegen schweren Hausfriedensbruchs sowie Sachbeschädigung“, so Lerch, der Chef der Castello AG ist. Das angefertigte Bildmaterial müsse noch ausgewertet werden, weshalb der Anwalt der Castello AG bereits Akteneinsicht bei der Ermittlungsbehörde beantragt hat. Das sei der Grund, warum die Anzeige bisher noch nicht schriftlich vorliegt, obwohl nun schon fast eine Woche vergangen ist, so Anwalt Frank Glienicke. Bisher liegt nur eine Anzeige wegen schweren Hausfriedensbruchs in zwei Fällen vonseiten der Polizei vor. In dem Fall der Basteiplatz-Villa und in dem der Grunaer Straße. Dort hatten sich am Sonnabend ebenfalls offenbar acht Personen widerrechtlich Zutritt zu einem leer stehenden Mehrfamilienhaus verschafft und mehrere Plakate an der Fassade entrollt. Dabei wurden sie aufgegriffen und ihre Personalien erfasst.

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Die Anzeige wegen Sachbeschädigung begründet Eigentümer Lerch mit den Spuren von Samstag. „Wir haben Schäden von insgesamt etwa 9 900 Euro festgestellt, die die Barrikaden der Besetzer hinterlassen haben. An den Außentüren und im Inneren an Fenstern und Lampen“, so Lerch. Die Polizei habe die Schäden dokumentiert.

Wer die Schäden verursacht hat, ist für die Besetzer ganz klar: die Polizei. Das betonen sie am Donnerstag gegenüber der SZ. „Die Beamten sind durch die Räume gezogen und haben dabei viel an den Türen und Fenstern zerstört“, sagen sie. Sie selbst bestätigen, Material für Barrikaden wie Bretter mit ins Haus gebracht zu haben, randaliert hätten sie aber nicht. „Wir wissen, dass es Schäden in dem Gebäude gibt. Einsatzkräfte haben sie dokumentiert“, bestätigt Polizeisprecher Thomas Geithner. Im Rahmen der Ermittlungen wegen Hausfriedensbruchs werde geprüft, wann und durch wen die Beschädigungen entstanden. Dazu könne derzeit noch keine Aussagen getroffen werden.

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Die Besetzer sagen, sie hätten die Villa ausgewählt, da das Grundstück von allen Seiten zugänglich gewesen sei und die Tür nicht abgeschlossen war. Der Besitzer sprach aber von einer verschlossenen Tür. „Wir wollten bei diesem Haus ein Zeichen setzen, da wir auch gegen Baumfällungen kämpfen“, so die Besetzer, die anonym bleiben wollen. Bereits am Freitagabend hatte die Gruppe das Haus besetzt und dort auch die Nacht verbracht. Über Twitter, so nehmen die Besetzer an, hätte die Polizei am Samstag davon erfahren und den Eigentümer informiert. „Wir waren friedlich und haben keine Gewalt verübt“, antworten sie auf die Frage, ob sie Besetzungen für ein legitimes Mittel halten. Weitere Aktionen seien geplant, das verrät auch die Internetseite. Ob sie als Gruppe auch an den Besetzungen der Häuser zur BRN beteiligt waren, wollen sie nicht kommentieren.

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