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Pirna

Eigentumswohnungen besonders beliebt

Die Immobilienpreise im Landkreis gehen steil nach oben. Bannewitz gehört zu den Toplagen.

Der aktuelle Wert von Gewerbe- und Wohnimmobilien kann man aus dem Grundstücksmarktbericht für den Landkreis ableiten.
Der aktuelle Wert von Gewerbe- und Wohnimmobilien kann man aus dem Grundstücksmarktbericht für den Landkreis ableiten. © Egbert Kampraqth

Die Immobilienpreise im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge haben kräftig angezogen. Das geht aus dem aktuellen Grundstücksmarktbericht hervor, den der Gutachterausschuss des Landkreises jetzt vorgelegt hat. Demnach gibt es aber auch Gebiete, wo man noch günstig an Wohneigentum kommt.

Knapp 6 000 Kaufverträge der Jahre 2017 und 2018 wurden statistisch ausgewertet. Die Daten sind vom Gutachterausschuss verallgemeinert und analysiert worden. Mit der Veröffentlichung dieser Daten soll der Markt möglichst transparent für alle gestaltet werden. Ziel des Grundstücksmarktberichts ist es, über das aktuelle Preisniveau von Grundstücken im Landkreis zu informieren und Umsatzentwicklungen auf dem Immobilienmarkt darzustellen.

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Die veröffentlichten Preise sind Richtwerte, die je nach spezieller Lage und weiteren Einflussfaktoren jedoch von Fall zu Fall unterschiedlich ausfallen können. Prognosen über das zukünftige Marktgeschehen werden nicht aufgestellt, heißt es. Die Preise gehen allerdings seit Jahren nur in eine Richtung – nach oben.

Was Eigenheime und Eigentumswohnungen kosten

Für freistehende Ein- und Zweifamilienhäuser lagen die Preise für den Erstkauf zuletzt zwischen 2 650 und 3 780 Euro je Quadratmeter, bei Doppelhaushälften und Reihenendhäusern zwischen 2 100 bis 2 940 Euro. Hinzu kommen Grundstückspreise für Bauland bei Erstkauf (Neubau) zwischen 150 und 210 Euro je Quadratmeter im Landkreis.

Bei Erstkauf von Wohnungseigentum liegen die Preise aktuell zwischen 1 880 und 4 080 Euro. Im Mittel sind die Wohnungen 81 Quadratmeter groß. Allein von 2017 zu 2018 sind die Preise enorm angestiegen, von 2 500 Euro je Quadratmeter im Mittel auf 3 400 Euro. Die Preise von Erstbezug nach Neubau und Erstbezug nach Sanierung haben sich außerdem angeglichen. Am teuersten im Landkreis ist es in Bannewitz.

Beim Weiterverkauf von Wohneigentum werden im Landkreis immer noch Preise von bis zu 2 550 Euro je Quadratmeter erreicht. Selbst in Plattenbauten können in guter Lage Preise von bis zu 1 340 Euro je Quadratmeter erzielt werden.

Eigentums-Quote überdurchschnittlich hoch

Die Eigentums-Quote im Landkreis ist mit 41,4 Prozent vergleichsweise hoch. Sachsen hat einen Mittelwert von 33,5 Prozent. Allerdings sind das Daten von 2014. Aktuellere Angaben lagen dem Gutachterausschuss nicht vor. Die Kauffälle unbebauter Grundstücke sanken gegenüber dem Vergleichszeitraum 2015/16 um rund 23 Prozent. Einen starken Anstieg gab es beim Segment Wohnungseigentum mit 24 Prozent. Der Umsatz stieg dabei um fast 57 Prozent. Folglich haben sich diese Immobilien im Landkreis erheblich verteuert. Im Weiterverkauf stiegen die Wohnflächenpreise in den vergangenen zwei Jahren um etwa 16 Prozent.

© Grafik: SZ

Wie sich der Markt entwickelt

DDer Geldumsatz im Grundstücksmarkt des Landkreises ist im Vergleich zu 2015/16 um sechs Prozent gesunken, weil es 2017 eine leichte Delle gab. Die Ursache dafür ist unklar. Bei Käufern sehr beliebt sind derzeit Eigentumswohnungen. Im Jahr 2018 wurde erstmals bei Wohnungs- und Teileigentum die 1 000er-Marke überschritten. Der Umsatz in dieser Kategorie nähert sich mit 127 Millionen Euro dem größten Marktsegment „Bebaute Grundstücke“ an, in dem rund 254 Millionen Euro umgesetzt wurden.

Stark zurück gingen dagegen die Verkäufe von Kleingärten. Waren es in der Spitze im Jahr 2012 insgesamt 104 Kauffälle, wurden 2018 nur noch elf registriert. Bei Acker-, Grünland und Wald liegen die Zahlen im unteren Mittelfeld der vergangenen acht Jahre. Gute Preise für Grünland gibt es gegenwärtig in Heidenau, Dohna und Kreischa.

Wo Ackerflächen teuer sind

Für land- und forstwirtschaftliche Flächen, die in sieben Kategorien unterteilt sind, waren die Preise entsprechend der Lage sehr unterschiedlich. Im „Nördwestlichen Lößgebiet“, etwa bei Tharandt, Wilsdruff oder Freital, wurden Durchschnittspreise von 1,62 Euro pro Quadratmeter erzielt. Viel weniger gab es dagegen im „Oberen Osterzgebirge“ bei Altenberg, Bad Gottleuba oder Reichenau mit durchschnittlich 48 Cent je Quadratmeter. Preise für Streuobstwiesen lagen im Übrigen landkreisweit zwischen 50 Cent und 2,70 Euro pro Quadratmeter.

Wo die größten Umsätze gemacht werden

Die größten Umsätze wurden 2017/18 in Freital und Pirna gemacht, dahinter folgen Bannewitz, Wilsdruff und Heidenau. Außerhalb der Randlagen zu Dresden wurden zwar auch in Dippoldiswalde, Altenberg, Sebnitz und Neustadt eine erhöhte Zahl von Käufen registriert, die Umsätze fallen jedoch wegen der günstigeren Grundstückspreise geringer aus.

Rückläufig ist der Markt für Gewerbeobjekte. Vor sieben, acht Jahren wurden noch um die 90 Kauffälle registriert, 2018 waren es nur noch halb so viele. Entsprechend schrumpfte auch der Umsatz.

Wo Bauland wenig kostet

Die Preise für Bauland ohne B-Plan stiegen insbesondere in Freital, Pirna, Wilsdruff und Bannewitz stark an. Weiterhin werden hohe Preise auch in Heidenau, Dippoldiswalde, Dohna und Neustadt erzielt. Am günstigsten ist es in Königstein, Kurort Rathen, Hartmannsdorf-Reichenau und Hermsdorf im Osterzgebirge. Die gleichen Kommunen an der Grenze zu Dresden liegen auch bei Bauland mit B-Plan an der Spitze. Hier kommen allerdings noch Dürrröhrsdorf-Dittersbach und Kreischa hinzu, wo die Preise auch steil aufwärts gingen.

© Grafik: SZ

Demografische Betrachtung

Zum Bericht gehört auch ein kurzer geschichtlicher Abriss der Besiedlung der Region. Wichtiger sind für Akteure auf dem Immobilienmarkt andere Kennzahlen. Dazu gehört etwa, dass der Landkreis 2018 der einzige in Sachsen mit einem Bevölkerungszuwachs im Vergleich zum Vorjahr war. Den größten Bevölkerungszuwachs verzeichneten demnach Freital (plus 262 Einwohner), Bannewitz (79) und Wilsdruff (77). Prognosen wissenschaftlicher Institute sehen jedoch bis 2030 einen Bevölkerungsrückgang in Sachsen voraus.

Das führt zu einem wachsenden Durchschnittsalter und hat Auswirkungen auf den Immobilienmarkt. So dürfte etwa der Bedarf an altersgerechtem Wohnen steigen.

Arbeitsgrundlage für Versicherungen

Steuerberater, Makler, Banken und Versicherungen haben schon auf die Veröffentlichung gewartet. Für sie ist der Grundstücksmarktbericht eine wichtige Arbeitsgrundlage. Aber auch für alle Käufer oder Verkäufer sind wichtige Fakten enthalten.

Der Grundstücksmarktbericht kann über die Geschäftsstelle des Gutachterausschusses als gedruckte Ausgabe oder in digitaler Form gegen eine Gebühr von 90 Euro von jedermann erworben werden. Der Gutachterausschuss bittet ausdrücklich um Hinweise und Anregungen, um den aktuellen Informationsbedürfnissen der Nutzer entgegenzukommen. In dem Gremium sind Sachverständige tätig, die unabhängig und selbstständig agieren. Sie sind zur Neutralität und Objektivität verpflichtet und in ihrer Arbeit an keinerlei Weisungen gebunden.

Weitere Informationen zu Preisen gibt es im öffentlich zugänglichen Bodenrichtwertinformationssystem auf www.boris.sachsen.de. Die Bodenrichtwerte werden vom Gutachterausschuss beschlossen.

Kontakt Gutachterausschuss: Tel.: 03501 5153302 oder -3304 

E-Mail: [email protected]

Anteil der Nutzungsarten:

Landwirtschaftsfläche: 52,6 Prozent

Waldfläche 35,8 Prozent

Siedlungsfläche 9,4 Prozent

Erholungsfläche 0,7 Prozent

Sonstiges 1,5 Prozent

1 / 5

Kauffälle 2017/18 je Teilmarkt

Bebaute Grundstücke 2.252

Wohnungs- /Teileigentum 1.817

land- und forstwirtschaftliche Grundstücke 1.259

unbebaute Grundstücke 942

übrige Flächen 1.421

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