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Ein anderer Blick auf die Hochwaldstraße

Neue Tafeln erklären die historische Bedeutung der Waldstraße. Mit deutlicher Verspätung stehen sie jetzt.

© Egbert Kamprath

Von Franz Herz

Geplant war die Aktion schon zum Ortsjubiläum von Schmiedeberg vor zwei Jahren. Der ehrenamtliche Denkmalschützer Dieter Mende aus Dippoldiswalde hat vor Kurzem an der Hochwaldstraße zwei Tafeln aufgestellt. Eine steht neben dem sogenannten Dreibrüderstein und erklärt, was dieser historische Grenzstein bedeutet. Die andere steht an dem Rastplatz, der auch Wettinplatz genannt wird.

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Diese Tafeln hat Monika Lotze-Rogalli im Zuge der Vorbereitungen für das Jubiläumsfest „600 Jahre Schmiedeberg“ angefertigt. Sie weisen im Ort auf historisch bedeutende Gebäude hin. Doch im Zuge des Festes haben die Schmiedeberger es nicht mehr geschafft, sie auch noch an der Hochwaldstraße aufzustellen. Daher haben sie sich Dieter Mende um Hilfe gebeten.

Er hat sich erst einmal mit dem Sachsenforst abgestimmt, denn dem gehört der Wald an der Hochwaldstraße. Bei zwei Treffen mit Konrad Hennersdorf vom Forstbezirk Bärenfels bekam Mende das Einverständnis.

Die Tafeln informieren die Wanderer, dass hier mitten im Wald früher eine ganze Menge los gewesen ist. Die Hochwaldstraße ist sozusagen die Vorgängerin der B 170 und war eine wichtige Verbindung zwischen Dresden und Prag. Hier rollten die Postkutschen, Soldaten zogen durch und Kaufleute transportierten ihre Waren. Von Dipps führte die Höhenstraße über Oberfrauendorf und Falkenhain nach Altenberg. Erst nach dem Bau der Straße im Tal verlor sie ab 1846 ihre Bedeutung und sank zum gut ausgebauten Waldweg herab, der heute vor allem für Sportler interessant ist. Rollskifahrer, Radfahrer oder Skater können auf der Asphaltstrecke fahren, ohne dass sie Angst vor Autos haben müssen. Wenn sie die Geschichte der Straße kennen, bekommen sie vielleicht einen anderen Blick auf die Waldstrecke.

Die Hochwaldstraße wird gekreuzt von der alten Eisenstraße. Dies war ein Querweg, die die Täler verband. Das war für die Fuhrwerke sicher eine Quälerei, wenn sie das Eisenerz von Berggießhübel zum Eisenwerk nach Schmiedeberg schaffen mussten. Diese Zusammenhänge erklären die neu aufgestellten Tafeln.

Eine solche Information bekommen auch die Besucher des Dreibrüdersteins, der wenige Meter neben der Hochwaldstraße mitten im Wald steht. Es ist ein dreieckiger Stein mit Wappen. Er zeigt auf einer Seite das Wappen von Bärenstein, den aufrechten Bär. Das Land der Herren von Bernstein stieß hier mit Wäldern zusammen, die dem Kurfürsten von Sachsen gehörten. Dessen Wappen mit dem Rautenkranz schmückt folglich die nächste Seite des Dreibrüdersteins.

Und auf der dritten Seite findet sich ein Blütenwappen. Das gehörte den Kölbel von Geising, die erfolgreiche Bergherren waren. Sie hatten sich das Rittergut in Naundorf gekauft, und dessen Land reichte auch bis in den Hochwald. So war der Stein vor 500 Jahren also eine Grenzmarkierung. Warum die den Namen Dreibrüderstein bekommen hat, ist unbekannt. Fest steht, dass dieser heute unter Denkmalschutz steht. Deswegen hat Dieter Mende auch gleich noch das offizielle Denkmalzeichen zusätzlich zur Hinweistafel angebracht.