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Ein begehrtes Bergdorf mit See

In Jauernick-Buschbach wohnt es sich schon jetzt gut. Doch verknüpfen sich mit dem Berzdorfer See weitere Hoffnungen.

Von Steffen Gerhardt

Helmut Zaunick muss kurz überlegen: Wann wohnte er nicht in Jauernick-Buschbach? „Während meiner Armeezeit, als ich meinen Grundwehrdienst ableistete“, fällt es ihm schnell wieder ein. Ja, mit dem Bergdorf ist der heutige Ortsvorsteher seit seiner Geburt verbunden. „Ich wohne noch heute in dem Haus, in dem ich geboren wurde“, sagt er nicht ohne Stolz. Während seine beiden Brüder und die ältere Schwester schon in den 1950er-Jahren beziehungsweise mit Beginn der 1960er-Jahre den elterlichen Hof verließen, blieb Helmut Zaunick der Dorfstraße Nummer 3 treu. Bis heute. Aber Helmut Zaunick redet lieber über seinen Heimatort, als über sich selbst. Dass ihm nichts über Jauernick-Buschbach geht, musste auch seine Ehefrau Irene erfahren. „Ich willigte der Hochzeit nur ein, weil meine Frau mit nach Jauernick zog“, sagt er. Die Sohländerin hörte auf ihn und zog vom Rotstein an den Kreuzberg. Bereut hat sie es nicht, die Ehe hält auch nach vier Jahrzehnten noch fest.

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Dass sich Jauernick-Buschbach in den vergangenen zwei Jahrzehnten so gut entwickelt hat, begeistert nicht nur die Zaunicks. „Das ist das Werk einer funktionierenden Dorfgemeinschaft“, übt sich der Ortsvorsteher in Bescheidenheit – auch wenn er immer wieder der Motor vieler Unternehmungen ist. Die Neueste ist die Teilnahme am „Europäischen Dorferneuerungspreis 2014“, der unter dem Motto „besser leben“ stattfindet.

Schließlich ist Jauernick-Buschbach eine begehrte Wohngegend. Das weiß Helmut Zaunick wie kein anderer. Er zählt schnell auf, wer wo in den jüngsten Jahren gebaut hat, und wo es noch freie Flecken Bauland gibt. Aber Letztere sind rar geworden: „Ein Grundstück haben wir noch, 600 Quadratmeter am Kindergarten“, spricht er über Gemeindeland. In den 1990er-Jahren wurde ein Eigenheimstandort am Wiesenmühlweg erschlossen und bebaut. 18 Eigenheime fanden darauf Platz – und diese waren schnell vergeben. Danach setzten die Gemeinde Markersdorf, zu der Jauernick-Buschbach seit 1994 gehört, und der Ortschaftsrat auf Lückenbebauung. Seitdem reiht sich neue Architektur mit bestehender nicht nur die Dorfstraße entlang.

Ein privater Investor ist jetzt dabei, erschlossenes Bauland für acht Eigenheime an der Kirschallee an den Mann zu bringen. Das dürfte vorerst das letzte große Bauvorhaben in Bezug auf neue Wohnhäuser gewesen sein. Ganz sicher ist sich Helmut Zaunick aber nicht. „Ist der Strand am Berzdorfer See endlich mal fertig, wird es in unserem Dorf einen weiteren Aufschwung geben“, ist der 62-Jährige überzeugt. Denn Jauernick-Buschbach lebt nicht nur von seiner schönen Lage, sondern auch vom Berzdorfer See zu seinen Füßen. Doch geht es dem Ortsvorsteher zu langsam voran: „Anderswo sind solche Seen wahre Goldgruben, aber hier verschläft man diese Chance.“ In Jauernick-Buschbach gibt es kaum Wohnungsleerstand, und wenn, dann bei Häusern, wo die Eigentumsfrage nicht geklärt ist. Eines ist die alte Schmiede, aus der die Jauernicker ein Tourismuszentrum machen wollen. Aber das bleibt vorerst ein Wunsch. Dennoch zieht junges Leben weiterhin in das Bergdorf, und darüber ist der ehemalige Energiearbeiter sehr froh. Vor allem, wenn es die eigene Familie betrifft: „Meine Tochter baut im Ort, und sie will im Dezember mit ihrer Familie einziehen.“

Nächste Folge am Donnerstag: Schön wohnen an der Görlitzer Holteistraße.

Alle Serienteile: www.szlink.de/wohnengoerlitz