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Ein Dorf brennt für die Wehr

Reichenau. Jeder zehnte Einwohner ist Mitglied im Verein der Freunde und Förderer der FFW.

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Von Wenke Vogeley

Es schwebte uns schon lange vor, die bei der Feuerwehr Aktiven zu entlasten und dafür Einwohner mit ins Boot zu holen, die sich der Feuerwehr verbunden fühlen“, sagt Manja Müller. Sie selbst wurde bereits als Kind durch ihren Vater an die Arbeit der Feuerwehr herangeführt. Heute ist sie Schatzmeisterin vom Verein der Freunde und Förderer der Freiwilligen Feuerwehr Reichenau. Die Pflege der Tradition und der Kameradschaft sind Ziele des Vereins.

Klaus Teubner, seit 17 Jahren Leiter der Ortswehr und Gründungsmitglied des Vereins, lag die finanzielle Trennung der Dienstaufgaben und der darüber hinausgehenden Aktivitäten der Feuerwehrleute am Herzen. „Wir haben uns da auch an anderen Vereinen orientiert“, sagt Teubner.

Im Oktober 2003 haben die Reichenauer dann Nägel mit Köpfen gemacht, berichtet Müller. Rechtzeitig vorm 125. Geburtstag der Ortswehr wurde der Verein gegründet, dessen Mitglieder gleich bei der Organisation der Jubiläumsfeier mithalfen.

Die Reichenauer haben Schnapszahlen erwischt: Die elf Gründungsmitglieder belegen im Vereinsregister die Nummer 999. Mittlerweile sind 62 Einwohner dabei. Es engagiert sich also jeder zehnte Reichenauer bei dem Verein. Müller schaut in die Liste und stell fest: „Von 20 bis 78 sind alle Altersgruppen vertreten.“

Die Mitglieder halten den Feuerwehrleuten den Rücken frei. „Es ist wichtig, dass sich die Männer neben der aktiven Arbeit, die mitunter schwierig ist, nicht noch damit befassen müssen, zum Beispiel Getränke für eine Feier zu organisieren“, sagt Müller. Die erfolgreiche Jugendmannschaft wird unterstützt, wenn es zu Zeltlagern und Pokalwettkämpfen geht. „Da sorgt der Verein für die Verpflegungsbeutel“, sagt Teubner.

Auch die Gestaltung des Dorflebens steht in der Satzung. „Der Spiel- und Lesestube, einem örtlichen Nachmittagstreff für Kinder, griffen wir unter die Arme, und wir veranstalten einen Fahrradparcours“, erzählt Teubner und zeigt auf Fotos. „Da konnten die Kinder zum Beispiel lernen, wie man einen Reifen flickt.“ Oder die Schützlinge aus der Grundschule Hermsdorf kamen zu einer Wanderung in Reichenau vorbei. „Da haben wir 200 Kinder bewirtet“, berichtet Müller.

Der Feuerwehr-Verein hat mittlerweile einen festen Platz im Dorfleben. Die Mitglieder helfen auch bei der Waldpflege. Die jüngste Unternehmung war eine Verkehrsschulung. Vielleicht wird diesen Winter wie im letzten Jahr auch wieder zum Rodeln eingeladen, mit Glühwein und Gulaschkanone.

Zudem setzt sich der Verein für die Erhaltung des örtlichen Spielplatzes ein. „Der ist sehr marode“, stellt Müller fest und schaut in die Zukunft. „Es wäre wichtig, den zu erhalten. Da braucht man die Zusammenarbeit mit anderen Vereinen und Einzelnen. Und einer muss sich den Hut eben aufsetzen.“