merken
PLUS

Ein Dorf – ein Adventskalender

24 geschmückte Fenster kann man in Schmölln entdecken. Morgen sogar während einer Führung durchs Dorf.

© Thorsten Eckert

Von Ingolf Reinsch

Die rote Mütze im Fenster von Familie Rölke ist nicht zu übersehen. Man muss nicht lange rätseln, ob sie dem Weihnachtsmann oder dem Nikolaus gehört. Denn gleich dahinter an einem Vorhang mit Sternchen steht eine große Sechs. Der sechste Tag im Advent – Nikolaus!

StadtApotheken Dresden
Die Stadt Apotheken Dresden sind für Sie da
Die Stadt Apotheken Dresden sind für Sie da

Die Stadt Apotheken Dresden unterstützen Sie bei einer gesunden Lebensweise und stehen Ihnen sowohl mit präventiven als auch mit therapeutischen Maßnahmen, Arzneimitteln und Gesundheitsprodukten zur Seite.

Andrea und Helko Rölke sind gerade dabei, ihr Adventsfenster einzurichten, als sie die SZ besucht. Auf einer Winterlandschaft mit reichlich Watte gestalten sie ein weihnachtliches Dorf – mit verschneiten Häuschen und stimmungsvollem Licht. Für jeden, der auf der Dorfstraße vorbei kommt, eine Einladung, stehen zu bleiben und hineinzuschauen ins sechste Schmöllner Adventskalenderfenster.

Von diesen gibt es in Schmölln insgesamt – man ahnt es – 24. Nicht alle an einem Haus, sondern im ganzen Dorf verstreut. Beim Drachenfest im Herbst konnten die Besucher 24 Lose ziehen – die jeweilige Nummer für ein Fenster. „Die Nummern gingen diesmal alle sofort weg“, freut sich Sandro Ilchmann vom Badförderverein. Vor zwei Jahren, als es in Schmölln schon einmal die Adventskalenderaktion gab, war es noch anders: Damals war es schwer, alle 24 Nummern zu vergeben. Inzwischen weiß man im Ort, dass eine solche Aktion dem Dorf gut tut. Außerdem wird das schönste Fenster prämiert. „Für den Sieger gibt es eine Überraschung. Vor zwei Jahren war es ein Gutschein für einen Weihnachtsbaum“, sagt Sandro Ilchmann. Der diesjährige Preis ist noch ein Geheimnis. Gelüftet wird es morgen Abend. Nach einem Spaziergang durchs Dorf, bei dem alle 24 Fenster am späten Nachmittag ab der einbrechenden Dunkelheit vorgestellt werden. Gäste sind dabei gern gesehen.

Das Wetteifern um das schönste Fenster und die Aussicht auf einen Überraschungspreis steigert die Motivation der Teilnehmer. Manch einer bastelt bis Sonnabendmittag, um die Jury und seine Mitbewerber zu überraschen. Andere, wie Familie Rölke, hatten schon pünktlich zum ersten Advent ihr Fenster fertig. „Es ist doch schön, wenn sich ein Dorf weihnachtlich präsentiert“, sagt Andrea Rölke.

Die Idee, ein Fenster als Teil eines ortsweiten Adventskalenders weihnachtlich zu schmücken, stammt aus der Schweiz. Eine junge Schmöllnerin, die dort arbeitet, brachte sie in ihre Heimat mit. Zumindest im Raum Bischofswerda sind die Schmöllner damit Vorreiter.

„Für unseren Ort sind die Adventsfenster etwas Besonderes“, sagt Antje Swierczek. „Sie zeigen die Vorfreude auf Weihnachten. Vor allem für die Kinder sind sie eine schöne Sache.“ Außerdem werde man auf diese Weise auch als Erwachsener angeregt, etwas zu basteln und zu gestalten.

Viele Fenster stehen unter einem besonderen Thema. Antje Swierczek und ihre Familie entschieden sich in diesem Jahr für die Weihnachtsbäckerei – stilecht mit vielen Utensilien und Zutaten, die in keiner Backstube fehlen dürfen. Selbst die Nummer ihres Adventsfensters, die Eins, haben die Swierczeks gebacken. Schon vor zwei Jahren ist ihr Kalenderfenster aufgefallen. Damals hatten sie das weihnachtliche Postamt dargestellt. Eine gute Wahl, da sich in ihrem Wohnhaus früher die Schmöllner Post befand. Den Briefkasten von damals für Wunschzettel an den Weihnachtsmann hat Antje Swierczek auch diesmal wieder vor ihr Haus gehangen. Vor zwei Jahren war er leer geblieben. Das kann in diesem Jahr ganz anders sein. Zumindest bei den Schmöllnern hat sich die Adventskalenderaktion, wie die gute Resonanz zeigt, inzwischen herumgesprochen.

Geführter Dorfrundgang zu allen 24 Adventsfenstern: morgen 15.30 Uhr ab der ehemaligen Schmöllner Schule an der Straße nach Tröbigau; danach gemütliches Beisammensein. Taschenlampe wird empfohlen.