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Meißen

Ein Drittel weniger Personal in der Manufaktur Meissen

Der angekündigte Abbau ist vollzogen. Zudem wurden mehrere Filialstandorte geschlossen.

Die Manufaktur Meissen hat jetzt nur noch 418 Beschäftigte.
Die Manufaktur Meissen hat jetzt nur noch 418 Beschäftigte. © Claudia Hübschmann

Meißen. Die angekündigte Reduzierung von rund 200 Stellen  in der Staatlichen Porzellanmanufaktur Meissen  ist vollzogen worden. Das teilte das Unternehmen am Freitag mit. Dieser Prozess sei "in enger Abstimmung und im konstruktivem Austausch mit dem Betriebsrat"  sozialverträglich erfolgt. Von Anbeginn war auch die Agentur für Arbeit in den Prozess involviert.

Insgesamt wurden rund 100 Stellen durch Altersabgänge, rentennahe Freistellungen, Altersteilzeitregelungen und das Auslaufen befristeter Verträge abgebaut. Weiteren 100 Mitarbeitern wurde gekündigt, davon 36 unmittelbar in der Produktion. Die Manufaktur hat  jetzt nur noch  418 Beschäftigte. 

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Hintergrund des drastischen Personalabbaus sind die anhaltenden Millionenverluste des Unternehmens. Die ambitionierten Wachstumsziele wurden nicht erreicht. Deshalb hatte die Manufaktur am 14. November 2019 den Abbau in einem Strategiepapier angekündigt. Zudem wurden zwischenzeitlich unwirtschaftlichen Filialstandorte geschlossen.  Dazu gehören  das Geschäft Unter den Linden in Berlin, das Ende März 2020 geschlossen wird. 

Nach der Schließung der Standorte in Erfurt und Hamburg wird Ende März auch der Store in Köln geschlossen. Die Standorte im Operpollinger in München, im Tritschler in Stuttgart, im Harrods in London als auch in Frankfurt in einer neuen Lokalität werden zukünftig nicht mehr von Meissen betrieben, sondern durch Partner geführt.  Der Meissen Store in Weimar wird weiterhin ebenfalls durch einen Partner verantwortet.

Bei der Umsetzung der Maßnahmen zur Strategieanpassung sei darauf geachtet worden, dass die Zukunftsfähigkeit der Manufaktur bewahrt wird und insbesondere in den  kunsthandwerklichen Herstellungsbereichen Mitarbeiter in allen Altersgruppen erhalten bleiben. Die Ausbildung junger Mitarbeiter bleibt weiterhin bestehen. 

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