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Ein ehrgeiziges touristisches Projekt wird Wirklichkeit

Lausitz/Raschütz. Am 16. Juli wird die Alte Straße von Kroppen nach Zeisholz nach 50 Jahren wieder freigegeben.

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Von S. TrutschlerundK. Krüger-M.

Seit wenigen Tagen ist das begehrte Dokument nun beim Verein Naturbewahrung Westlausitz in Königsbrück, und schon glühen die Telefondrähte, und ein Termin folgt auf den nächsten. Die Rede ist vom Zuwendungsbescheid, der dem Verein vom Staatlichen Amt für ländliche Entwicklung in Kamenz nun zugestellt wurde. Mit circa 4 500 Euro fördert das Amt ein ehrgeiziges Projekt, das grenzüberschreitend auch den Oberspreewald-Lausitz-Kreis in Brandenburg betrifft.

Die „Alte Straße“ zwischen dem brandenburgischen Kroppen und dem sächsischen Zeisholz ist ein Folgeprojekt der Besucherlenkung um die Königsbrücker Heide. Sie wird am 16. Juli gemeinsam mit zahlreichen Akteuren in der Region geöffnet. Erstmals ist es gelungen, dass die Stiftung Wald für Sachsen, der Staatsbetrieb Sachsenforst und der Naturschutz an einem Tisch eine derartige Veranstaltung gemeinsam organisieren.

Vernetzung mit dem Umland

Interessant für die Region ist das Projekt in mehrfacher Hinsicht. So führt die Trasse dieser ehemaligen Dorfverbindung, die über einen Zeitraum von über 50 Jahren für die Öffentlichkeit gesperrt war, durch das Naturschutzgebiet Königsbrücker Heide, einem ehemaligen Truppenübungsplatz. Ein Anliegen des Vereins Naturbewahrung ist die Vernetzung dieses Schutzgebietes mit dem Umland und damit eine touristische Aufwertung der umliegenden Orte. So wird nicht nur eine Straße wieder geöffnet, sondern auch ein attraktives touristisches Ziel für für Wanderer und Radfahrer in der Region angeboten. Über EU-Fördermittel hat der Verein Westlausitzer Heidebogen die Straße bereits in den Radrundweg Königsbrücker Heide eingebunden. Auf einem Besucherpfad erhält jeder nun einen direkten Einblick in die Schutzzone sowie in die Entwicklung des Geländes.

Am 16. Juli wird also die „Schranke zwischen Sachsen und Brandenburg aufgehoben“, wie Cornelia Schlegel vom Verein Naturbewahrung sagt. Das Eröffnungsfest findet in Zeisholz statt. 25 einheimische Direktvermarkter stellen sich dabei mit ihren Produkten vor. Wer die sechs Kilometer lange „Alte Straße“ befahren möchte, startet um 10 Uhr mit Persönlichkeiten der Region in Kroppen. Eine Tour beginnt auch um 8 Uhr ab Niedermühle Rödern. An vier Haltepunkten werden Besonderheiten erklärt. Ein Halt ist am Fledermausquartier in Zeisholz vorgesehen. Ziel ist der Gasthof Zur Linde. Im Rahmen der ganztägigen Veranstaltung werden Vorträge über aktuelle Projektvorhaben im Naturschutzgebiet Königsbrücker Heide sowie über Flora und Fauna der Region angeboten.

Thiendorf baut selbst

Ein weiterführendes Stück Radweg von Kroppen nach Naundorf will die Gemeinde Thiendorf bauen. Da es über Leader+ dazu keine Fördermittel gab, will die Gemeinde die 3,2 Kilometer in Eigenleistung errichten. „Beim bevorstehenden Straßenbau in der Ortslage Naundorf werden wir neben dem Großpflaster an einer Seite Kleinpflaster für die Radler verlegen lassen“, nennt Bürgermeister Armin Freund den ersten Schritt. Außerhalb des Ortes soll der Bauhof in diesem Herbst den Radweg anlegen.

www.heidebogen.eu (Geführte Touren)