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Ein eigenes Ja zum Glauben

Festgottesdienst. Heute kommt der Dresdner Weihbischof GeorgWeinhold nach Freital,um das Sakrament der Firmung zu spenden.

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Von Dorit Oehme

Am heutigen Sonnabend nimmt Bianca Friedrich einen zweiten Vornamen an. Im Ausweis wird er zwar nicht erscheinen. Dennoch wird er erinnernd und prägend mit ihr durchs Leben gehen. Am Vormittag erhält die 15-Jährige zusammen mit zwölf anderen 14- bis 16-jährigen Jungen und Mädchen sowie einer Erwachsenen, die vor kurzem frisch zum Glauben gekommen ist, in der katholischen St. Joachimgemeinde in Freital die Firmung. Der Weihbischof Georg Weinhold aus Dresden wird sie alle segnen und mit Chrisahmöl auf der Stirn salben. „Die Firmung gilt als Vollendung der Taufe“, erklärt Gemeindereferent Benno Saberniak. Mit ihr sagten die Jugendlichen „Ja“ zum Glauben und zur Kirche.

Bei Saberniak haben Bianca und die anderen Firmlinge seit Anfang des Jahres an einem vorbereitenden Unterricht teilgenommen. An einem Kompaktwochenende, das in Annaberg-Buchholz stattfand, suchten sie sich unter anderem auch ihren Firmnamen aus. Es ist der Name eines Heiligen, den die Firmlinge zum Vorbild für ihr weiteres Leben nehmen wollen.

Bianca entschied sich für Katharina von Siena, die im 14. Jahrhundert in Italien gelebt hat. „Mir gefällt, wie sie sich für Arme und Kranke eingesetzt hat“, begründet Bianca ihre Wahl. Von der Heiligen wird gesagt, dass sie einem frierenden Bettler ihren Mantel schenkte und als unschicklich gerügt wurde, als sie ohne den Umhang auf der Straße weiterging. Katharina soll daraufhin geantwortet haben: „Ich will mich lieber ohne Mantel als ohne Liebe finden lassen.“

„Ich will von Gottes Liebe singen“, heißt leicht abgewandelt auch ein Lied, das der Freitaler Jugendchor Visionen heute für Bianca und die anderen Firmlinge singt. Die 15-Jährige gehört zu diesem Chor, der von Kantor Gottfried Nestler vom evangelischen Kirchspiel in Freital geleitet wird. Auch die gemeindeeigene Band „Holy tones“ (Heilige Töne) wird in dem Festgottesdienst spielen.

Bianca geht jetzt schon in die Pfarrjugend. Einige andere Firmlinge haben eher einen losen Kontakt zur Gemeinde. Manchmal sind es nur noch die Großeltern, die fest verwurzelt sind. Die vierzehnjährigen Zwillingsbrüder Clemens und Christian Seidel haben als Firmpaten beispielsweise ihre Großmutter und ihren Großvater aus Gröditz gewählt. „Sie haben einen starken Glauben“, sagen die Brüder. Sie selbst glauben, dass sie mit der Firmung Gott näher kommen.

„Der Wachstumsprozess geht auch danach weiter“, unterstreicht Saberniak. Dass Christsein bis in den Alltag reicht, hat er den Jugendlichen bei einem Besuch bei Kultusminister Steffen Flath (CDU) zu verdeutlichen gesucht. Dieser ist katholischer Christ. Das Gespräch sei offen und ehrlich verlaufen, berichtet der Gemeindereferent. Dennoch: Fragezeichen werden angesichts der schwierigen Schulpolitik bleiben.

Die Firmung liegt für gewöhnlich bewusst in einem Alter, in dem die Jugendlichen die ersten wichtigen Lebensentscheidungen zu treffen haben. Bianca weiß schon: „Ich möchte einmal mit Menschen arbeiten.“ Christian will vielleicht eine Gastwirtschaft haben, und Clemens möchte etwas mit Holzgestaltung machen. So verschieden werden auch die Gaben sein, mit denen die Firmlinge sich einmal in die Gemeinde einbringen werden, falls sie hier wohnen bleiben und auch am Leben ihrer Kirche teilnehmen. 1 300 Mitglieder gibt es insgesamt, davon besuchen rund 130 regelmäßig die sonntäglichen Gottesdienste.

Der Firmgottesdienst findet heute, 9.30 Uhr, in der katholischen Kirche auf der Johannisstr. 2 in Freital statt. Anschließend gibt es einen Sektempfang.