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Ein Ende in Sicht

Auf der Dauerbaustelle Obere Bergstraße wird zum Endspurt angesetzt. Anwohner sehen allerdings Nachbesserungsbedarf.

© Norbert Millauer

Von Kristin Koschnick

Der Baulärm ist schon von Weitem unüberhörbar. Auf dem letzten Abschnitt der Oberen Bergstraße, hoch im Radebeuler Westen, regieren die Bagger. Dicke Staubschwaden wehen über die schmale Straße.

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Auf den 300 Metern zwischen Kellereistraße und Wendekreis am Waldrand zum Leimgrund haben Autos und Radfahrer seit Langem keine Chance. Zu Fuß geht es inzwischen besser. Wer die hohen Bürgersteige beidseits der ausgebaggerten Straße erklimmt, darf auf schickem Pflaster flanieren. Nur Senioren mit Rollator, Mütter mit Kinderwagen und etwas kräftiger gebaute Passanten haben Pech. Mitten auf dem nur einen Meter schmalen Bürgersteig der rechten Seite versperren große Masten den Weg. Hier gilt es, auf die Straße auszuweichen.

Stress schon seit 2012

Stress für die Anwohner gibt es seit Juli 2012. Seither findet ein ständiges Wechselspiel zwischen Ausbaggern, Verfüllen und wieder Einreißen statt. Erst wurden neue Abwasserrohre verlegt, danach die Straße ausgebaut. Anschließend gab es Probleme mit den angrenzenden alten Stützmauern. Nach einer Kamerabefahrung der Radebeuler Wasserwirtschaft (WSR) in den Rohren stellten sich sechs Hauswasseranschlüsse der Anlieger als dringend erneuerungsbedürftig heraus.

Jetzt ist endlich ein Ende der teuren, auf 269 000 Euro angewachsenen Baustelle in Sicht. Radebeuls Sachgebietsleiterin für den Straßenbau, Marlies Wernicke, kündigt den Abschluss der Arbeiten für den 20. Juni 2014 an. Die Verlegung der Tiefbaumedien wäre abgeschlossen. Zurzeit würden Arbeiten auf den Gehwegen und das Anlegen von Brücken für die Baumwurzeln der Straßenbäume erledigt. Es fehlt nur noch die Schwarzdecke.

Zwei der noch jungen Bäume sorgten jetzt für Aufregung. „Die beiden Schwedischen Mehlbeerbäume wurden gestern Mittag grob mit dem Bagger rausgezerrt“, berichtet Anwohner Konrad Müller empört. Sie wären zwar am Ende der Sackgasse wieder eingesetzt worden, ihr Anwachsen sei bei der großen Hitze zu dieser Jahreszeit und der starken Schädigung der Wurzeln aber sehr unwahrscheinlich.

Konrad Müller hofft auf ein baldiges Ende des Baustresses. Er hat inzwischen einen dicken Ordner voller Briefe an Stadtverwaltung, Bauamt und Baufirmen angesammelt. Der pensionierte Chemiker wirft den Verantwortlichen eine unzureichende Planung und fehlende Abstimmung beim Ablauf der Arbeiten vor. Vor allem die Ableitung des Regenwassers mache ihm und anderen Anwohnern, trotz fast abgeschlossener Sanierung, weiterhin Sorgen. Bei Dauerregen ströme der stark anwachsende kleine Bach von Schwarzes Teich unkontrolliert talabwärts. Die Ableitungen der neu beidseits der Straße eingebauten Regenwassereinläufe wären zu gering dimensioniert und würden den Wassermassen keineswegs standhalten.

Noch ein weiteres Problem beschäftigt die Anwohner. Der Einlaufschacht des Leimbaches droht bei Regen schnell mit angespülten Ästen und Geröll zu verstopfen. Das neu angebrachte schwere Schutzgitter könne nicht helfen, sondern würde das schnelle Entfernen der Äste in Eigenregie eher behindern. Die Stadtverwaltung sieht hier aber keinen weiteren Handlungsbedarf.

Anlieger wie Konrad Müller sind trotz allem froh, dass der nunmehr knapp zwei Jahre andauernde Dreck und Baulärm ein Ende findet und die Obere Bergstraße endlich wieder von Bewohnern und Passanten genutzt werden kann.