merken
PLUS

Ein fauler Kompromiss

über das gescheiterte Einzelhandelskonzept

Mario Heinke

Beim „toom“, wie das Humboldt-Center nach wie vor im Volksmund heißt, soll es bald Sportartikel und sogar eine Apotheke geben. Der Stadtrat will mit dem ausgehandelten Kompromiss dafür sorgen, dass noch mehr Umsätze auf die „Grüne Wiese“ gelenkt werden. Genau das wollte der Rat verhindern, als er 2008 das Einzelhandelskonzept zum Schutz des innerstädtischen Handels verabschiedet hat. Das ist nun Makulatur. Dass die Räte ihr eigenes Konzept selbst zu Grabe tragen, liegt wohl daran, dass der Traum vom innerstädtischen Einkaufstempel endgültig geplatzt ist. Was die AVW Immobilien AG jetzt für die Albertstraße anbietet, nimmt niemand mehr ernst. Lieber den Spatz in der Hand, als die Taube auf dem Dach. So werden die Stadträte gedacht haben, als sie den Umbauplänen zustimmten. Dass etablierte Händler durch den Verdrängungsdruck existenziell gefährdet werden, nehmen sie in Kauf und leisten einer Verödung des Stadtzentrums weiterhin Vorschub. Das ist die Kehrseite der Investition. Das Zentrum wird dadurch jedenfalls nicht belebt. Die Innenstadthändler müssen die Fehlentscheidungen der 90er Jahre weiterhin ausbaden. Ein Einzelhandelskonzept, an das sich keiner hält, braucht niemand. Der Kompromiss zeigt, dass die Verantwortlichen den Weg des geringsten Widerstandes bevorzugen.

Garten
Der Garten ruft
Der Garten ruft

Die Gartenzeit läuft aber nichts geht voran? Tipps, Tricks und Wissenswertes haben wir hier zusammengetragen. Vorbei schauen lohnt sich!