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Ein Fest in Corona-Zeiten

Es wird zwar anders gedacht, doch die Bäume, deren Jubiläum und einen runden Geburtstag will Maxen nicht sang- und klanglos vorüber gehen lassen.

Die Bäume am Winzerweg stehen in voller Blüte.
Die Bäume am Winzerweg stehen in voller Blüte. © Jutta Tronicke

Der Kreischaer Chor darf nicht singen, die Volkssolidarität keinen Kuchen verkaufen und Feuerwehr und Jugendklub kein Zelt aufbauen, gefeiert wird am Sonntagnachmittag  in Maxen trotzdem. Anders und kleiner. Und zwar mit einer Fotoausstellung unter freiem Himmel. 

Sie soll am Beginn des Winzerweges an die Pflanzung von 58 Kirschbäumen vor 20 Jahren und den 220. Geburtstages der Mäzenin Friederike Serre erinnern.  Die Fotos können mit dem gebührenden Abstand betrachtet werden, sagt Initiatorin Jutta Tronicke vom Heimatverein. Das Wetter habe ja aller Voraussicht nichts dagegen. "So kann man sich bei einem Spaziergang noch einmal an die großartige Aktion am 15. April 2000 erinnern", sagt sie. 

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Alt eingesessene und neu zugezogene Familien aus Maxen, Mühlbach, Saida, Burkhardswalde und anderen Orten hatten sich an der Aktion beteiligt und die Bäume bezahlt und gepflanzt. Anlässlich des damals 200. Geburtstages der ehemaligen Rittergutsbesitzerin  Friederike Serre hatte der Jugendklub Maxen dazu aufgerufen und die Organisation übernommen. 

Jubilarin kommt auch vorbei

Die Jubilarin des Jahres, Friederike Serre, wird sich am Sonntagnachmittag auch am Winzerweg blicken lassen, sagt Jutta Tronicke. Friederike Serre flanierte hier im 19. Jahrhundert mit  Künstlern wie Hans Christian Andersen, Clara und Robert Schumann und Raden Saleh. Der Winzerweg mit seinen Weitblicken über das Müglitztal bis zum Geising- und Kahleberg und vielen markanten Gipfeln der Sächsischen und Böhmischen Schweiz ist bis heute ein Anziehungspunkt für Einheimische und Besucher.

Schon vor zehn Jahren hatte es eine Fotoausstellung am Winzerweg gegeben.
Schon vor zehn Jahren hatte es eine Fotoausstellung am Winzerweg gegeben. © Jutta Tronicke

Das Baumpflanzen vor 20 Jahren hat eine längere Vorgeschichte. Im 19. Jahrhundert hatte die sächsische Regierung zum Pflanzen von Obstbäumen zur Versorgung der Bevölkerung mit Obst aufgerufen und auch Geld bereitgestellt. Entlang der Feldwege des Rittergutes Maxen wurden Mirabellenbäume und viele Kirschbäume gepflanzt. Maxener ernteten früher gern die Früchte.

Das Pflanzen geht weiter

Nach der Enteignung des Rittergutes gab es um 1955 am Winzerweg Ersatzpflanzungen. Damals wurden Pächter für die Pflege und Ernte der Bäume bestellt. Seit der Einheit Deutschlands kümmert sich kaum noch jemand um die Obstbäume an Feldwegen der Region, sagt Jutta Tronicke. "Das ist auch ein ungelöstes Problem für die Neupflanzungen in Maxen." Nicht nur für die am Winzerweg vor 20 Jahren.  2008 wurden einige Bäume nachgepflanzt, 2014 kamen 100 Apfel- und Birnenbäume am Clara-Schumann-Weg dazu. 

Im Herbst 2020 will der Heimatverein Maxen weitere Bäume vom Kalkofen Winterleithe in Richtung Schmorsdorf pflanzen. Die Mitglieder der Maxener Umweltinitiative verwenden die finanzielle Anerkennung für ihre ehrenamtlichen Aktivitäten beim Krötenschutz seit acht Jahren zu Baumpflanzungen am Scheer und Richtung Tronitz. Inzwischen gibt es dort konkrete Baumpatenschaften.

Noch ein Grund zum Feiern

Alle diese Bäume wurden im Landschaftsschutzgebiet gepflanzt und sind geschützt, sagt Jutta Tronicke. "Doch viele Leute bemerken beim Gang über den Winzerweg, dass nicht nur der Klimawandel mit Hitze und Trockenheit oder die Wühlmäuse den Kirschbäumen immer stärker zusetzen. Auch durch die landwirtschaftliche Nutzung der anliegenden Ackerflächen werden Wurzeln durchtrennt und Baumstämme beschädigt." 

So wurde auch der als Feldweg ausgewiesene Gemeindeweg durch intensive landwirtschaftliche Befahrung im regenreichen Herbst und Winter 2017/18 so aufgewühlt, dass sich in der Folge die Spurrinnen immer tiefer ausspülen. Inzwischen ist der Weg dank privater Bemühungen und Unterstützung der Gemeinde Müglitztal in Ordnung gebracht. "Auch das ist ein Grund zum Feiern am Sonntag", sagt Jutta Tronicke. 

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