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Ein Feuerwehrhaus kommt nach Klotzsche

Nach jahrelanger Suche ist der Standort für das neue Gerätehaus gefunden. Auch eine Rettungswache soll integriert werden.

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Von Iris Hellmann

Für Wehrleiter Robby Schmiade ist es eine gute Nachricht: Endlich hat die Stadt ein geeignetes Grundstück für den seit Jahren geplanten Feuerwehr-Neubau gefunden. Die derzeit rund 17 aktiven Wehrmitglieder warten schon seit Langem darauf, dass sie umziehen können.

Bislang ist die Klotzscher Wehr in der Kieler Straße 52 untergebracht, in Garagen auf dem Hof hinter dem Ortsamt. Küche und sanitäre Anlagen befinden sich in einem Raum. Vom Spülbecken ist es nur eine Armlänge ins Duschabteil, direkt daneben ist die Toilette, abgetrennt mit dünnen Zwischenwänden. Für die Kameraden ein mehr als verbesserungswürdiger Zustand. „Hier hat jahrelang keiner mehr geduscht, und das ist natürlich nicht sonderlich angenehm, wenn man vom Einsatz zurückkommt“, beschreibt Robby Schmiade. Der Aufenthalts- und Schulungsraum ist eng. Geheizt wird mit Gas und elektrisch. Das kostet viel Geld, manchmal mehr als 3 000 Euro pro Monat, sagt Schmiade. Gedämmt ist nichts.

Schon 2011 hätten die Mitglieder bereits ein neues Domizil beziehen sollen. Zu diesem Zeitpunkt war geplant, die Wehren Klotzsche und Hellerau an einem neuen, gemeinsamen Standort zusammenzuführen. Doch die Suche war schwieriger als erwartet. „14 Grundstücke wurden ermittelt und geprüft“ sagt Andreas Rümpel, Leitender Direktor des städtischen Brand- und Katastrophenschutzamtes. Vor allem der Lärmschutz reduzierte die Auswahl erheblich. Favorisiert wurde eine Wiese zwischen Boltenhagener Straße und Rähnitzsteig. Sie wäre für die Hellerauer und die Klotzscher von beiden Seiten gleichermaßen gut erreichbar gewesen. Doch auch hier machte die Nähe zu umliegenden Wohnhäusern den Plan zunichte. Am Ende blieb das Grundstück an der Boltenhagener Straße (Ecke Travemünder Straße übrig, neben dem kleinen Klotzscher Einkaufszentrum mit der Stadtteilbibliothek. „Es war nicht unser größter Wunsch, aber es ist der kleinste gemeinsame Nenner für Hellerau und Klotzsche“, sagt Andreas Rümpel. Die Verhandlungen mit dem Eigentümer des Grundstücks, der Blickpunkt Wohnraum GmbH, stehen kurz vor dem Abschluss. Das Unternehmen entwickelt derzeit Pläne für eine angrenzende Bebauung mit rund 80 Mietwohnungen. Darüber hinaus sollen weiter entfernt hinter dem Trobischgraben rund 100 Eigenheime entstehen.

Der Bau wird größer

Mittlerweile wird der Feuerwehr-Neubau auch größer als ursprünglich geplant. Denn zum Gerätehaus soll nun auch eine Rettungswache integriert werden. Die regelmäßige Analyse der Hilfsfristen habe ergeben, dass zusätzlich ein Rettungswagen für das Gebiet Klotzsche dringend erforderlich ist, sagt Andreas Rümpel. Der Rettungsdienstbereichsplan wurde daraufhin geändert und im weiteren Verlauf der Neubau einer kombinierten Stadtteilfeuerwehr mit einer kleinen Rettungswache geplant. Es gibt auch schon erste Entwürfe und Ideen, die jedoch noch nicht öffentlich gezeigt werden sollen. „Die Anordnung zum Beispiel oder die Gestaltung der Fassade – das ist alles noch völlig offen“, sagt Andreas Rümpel. Erst muss der Stadtrat noch über den Bebauungsplan entscheiden. Rümpel hofft, dass dies noch vor dem nächsten Sommer passiert. Wenn alles gutgeht, soll der neue Standort 2015 in Betrieb genommen werden.

Bis dahin proben die Klotzscher und die Hellerauer weiter die Zusammenarbeit. Bereits seit 2010 finden regelmäßig gemeinsame Übungen und Weiterbildungen statt, rücken die Kameraden gemeinsam aus. „Das klappt schon sehr gut“, sagt Robby Schmiade. Dennoch, zu früh freuen will sich Robby Schmiade nicht. „Erst wenn die Stadt das Grundstück gekauft hat.“ Perspektivisch hofft er, dass dann am neuen Standort sich auch das ein oder andere neue Mitglied für die Arbeit in der Stadtteilfeuerwehr begeistern lässt. „Es wäre schön, wenn dann auch wieder mehr Leute mitmachen“, sagt er.