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Ein Filetstück, das schwer zu vermarkten ist

Im Entwicklungsgebiet unterhalb vom Kamenzer Hutberg ist nur noch eine Fläche am Bönischkreisel ungenutzt. Die Stadt sucht weiter nach Interessenten.

Die beiden Parkflächen am Bönisch-Kreisverkehr in Kamenz harren weiterhin einer Überplanung. Alle Versuche, das Filetstück zu vermarkten, sind bisher ins Leere gelaufen.
Die beiden Parkflächen am Bönisch-Kreisverkehr in Kamenz harren weiterhin einer Überplanung. Alle Versuche, das Filetstück zu vermarkten, sind bisher ins Leere gelaufen. © Matthias Schumann

Kamenz. Noch besteht Hoffnung. Zum Beispiel für SZ-Leser Wolfgang Heichel, aber auch andere Interessenten an einem zentrumsnahen Einzelhandel in Kamenz. Tatsächlich sind die Messen auf dem etwa 2 200 Quadratmeter großen Areal am Bönisch-Kreisverkehr in Richtung Hutberg noch nicht gesungen. Nach wie vor stehen hier Autos auf einem Parkplatz, der im hinteren Teil sogar noch provisorisch erweitert worden ist. Vor allem bei Hutbergveranstaltungen oder neuerdings für die Probenarbeit von Kamenz Can Dance in der Hutbergpassage hat sich das zusätzliche Parkflächenangebot bewährt. Aber eine Dauerlösung sollte es eben nicht sein.

Dafür ist die Fläche einfach zu wertvoll. Sie ist gewissermaßen das letzte Filetstück im ehemaligen Entwicklungsgebiet Kamenz-West, das mehr als zwei Jahrzehnte die Stadt und ihren Projektträger beschäftigt hat. Inzwischen gibt es bekanntlich auch für das Bönischstift am Damm positive Nachrichten. Hier entwickelt die Firma Hentschke-Bau aus Bautzen über eine Drittfirma nun altersgerechtes Wohnen.

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Kein Interesse bei Lebensmittel-Ketten

Auch von dieser Seite her gäbe es Bedarf an einem Lebensmitteldiscounter ganz in der Nähe. Allein, alle Ambitionen in dieser Richtung liefen bisher ins Leere. OB Roland Dantz: „Wir haben mehrfach das Interesse einschlägiger Ketten abgefragt. Keine hat jemals ein ernsthaftes Interesse bekundet.“ Keine habe sich vorstellen können, allein aus der Innenstadt heraus einen Markt von 700 Quadratmeter Verkaufsfläche gewinnbringend betreiben zu können. Aber auch in eine etwas andere Richtung habe man ja schon nachgedacht. „Wir würden auch eine Lösung für altersgerechtes Wohnen gut finden, bei der es eine Funktionsunterlagerung im Erdgeschoss geben könnte“, so Dantz. Für eine Ladennutzung könne man das Interesse von Bäckereiketten mit erweiterten Angeboten durchaus voraussetzen, aber alles, was darüber hinausgeht, sei schwierig. „Natürlich wäre es gerade auch mit Blick auf die ältere Generation gut, wir könnten hier kurze Weg zum Lebensmittelhändler sichern. Aber es bleibt dabei: Die Leute müssen weiterhin in hohem Maß mobil sein.“ Insgesamt bekräftigte der OB auch noch einmal die geplante Erweiterung von Edeka, die ja zuletzt einstimmig das kommunale Einvernehmen durch den Stadtrat erhalten hatte. „Ich habe immer Wert darauf gelegt, einheimisches Engagement zu unterstützen.“ So sollte man einer „inhabergeführten Kaufhalle“ wie am Siedlungsweg auch dringende Perspektiven eröffnen, natürlich nicht ohne die Abwägung auch anderer Interessenlagen.

Wie zum Beispiel am Bönischkreisel. Die Zukunft der Fläche dort ist weiter offen, so das Stadtoberhaupt. Man werde hier noch einmal zielgerichtet nach Interessenten Ausschau halten. Immer mit Blick auch auf die Parkplatzsituation im gesamten Areal. Alle neuen Ideen an dieser Stelle seien deshalb auch mit der dringenden Erweiterung der Parkflächen am Bahnhof in der Nähe verbunden.

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