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Ein fünf Hektar großer Kleingarten

In Ottendorf-Okrilla rollt beim Soccergolf der Fußball über das Fairway. Die beiden Betreiber halten die Anlage tagtäglich aufwendig in Schuss.

© Thorsten Eckert

Von Nadine Steinmann

Ottendorf-Okrilla. Eine kleine, grüne Gießkanne reicht Ralf Fellendorf nicht. Wenn er sein Grundstück oben auf dem Ottendorfer Wachberg gießen möchte, greift er zum Feuerwehrschlauch. Denn er muss die fünf Hektar Land der beliebten Ottendorfer Fußballgolf-Anlage mit Wasser versorgen. „Wir haben auf dem Gelände drei Stationen zum Ankoppeln der Schläuche“, erklärt Ralf Fellendorf. So erreichen er und seine Frau – zusammen betreiben sie seit mittlerweile sechs Jahren das einzigartige Freizeitangebot – auch jede Ecke ihrer Soccergolf-Anlage. Mit dieser Arbeit sind sie beide jeweils vier Stunden beschäftigt. „Dadurch spare ich mir aber das Fitnessstudio“, erzählt Dagmar Fellendorf lachend. Denn der Feuerwehrschlauch bringt ordentlich Gewicht auf die Waage – insbesondere, wenn noch Hunderte Liter Wasser hindurchströmen. „Diesen über die Anlage zu ziehen, ist wirklich anstrengend“, so die Chefin.

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Für die Fellendorfs ist die beliebte Freizeitanlage also harte Arbeit. Gäste können sich allerdings beim Kicken auf dem Golfplatz messen, eine Runde Riesen-Schach spielen, sich in einem Liegestuhl neben der Spielfläche sonnen oder bei schönem Wetter ein kühles Blondes im Biergarten der Anlage genießen. Kurzum: Das Stück Grün am Ottendorfer Wachberg ist sowohl ein Ort der Erholung als auch ein Ort für Spiel und Spaß. Und den wollen und müssen Dagmar und Ralf Fellendorf tagtäglich in Schuss halten.

Insgesamt ist die Anlage wie eingangs erwähnt knapp fünf Hektar groß. Drei Hektar sind dabei reine Spielfläche. „Es ist unser eigener Anspruch, den Gästen eine gepflegte Anlage zu bieten“, so die Chefin. Was der Besucher nicht weiß: Dahinter steckt immens viel Arbeit, die erst dann beginnt, wenn der letzte Fußball im Loch versenkt ist und alle Gäste auf dem Heimweg sind. „Pro Woche stecken wir nach unseren Öffnungszeiten noch einmal zusätzlich um die 20 Arbeitsstunden in die Pflege“, erklärt Dagmar Fellendorf. Dazu gehört unter anderem das Rasenmähen – und zwar auf drei unterschiedlichen Höhen. Denn wie beim richtigen Golf, unterscheidet auch die Anlage in Ottendorf nach dem Fairway – also der flachen Spielfläche – dem Semi-Rough und dem Rough. Also dem halbhohen Rasen und dem hohen Rasen. Hier müssen die Fellendorfs regelmäßig darauf achten, dass die jeweiligen Bereiche in Form und Höhe noch bespielbar sind. „Gerade bei feuchtwarmen Wetter, wie es im Sommer oft vorkommt, können wir dem Rasen beim Wachsen sprichwörtlich zuschauen“, berichtet Ralf Fellendorf.

Fachmann nimmt Bodenproben

Rund die Soccergolf-Anlage

Öffnungszeiten: Bis zum 29. Oktober können Fußballgolfer Dienstag bis Freitag ab 11 Uhr sowie Sonnabend und Sonntag ab 10 Uhr spielen. Montag ist Ruhetag. Letzte Startzeit ist zwei Stunden vor Sonnenuntergang.

Reservierungen lohnen sich vor allem am Wochenende. Also einfach anmelden unter 01525/ 3814863

Preise: Für eine Runde Fußballgolf (maximal 2,5 Stunden) zahlen Erwachsene elf Euro, Jugendliche bis 17 Jahre acht Euro und Kinder bis 12 Jahre nur sechs Euro. Generell gilt: Nur Bares ist Wahres, Kreditkarten werden nicht akzeptiert.

Gegen den Hunger können Besucher etwas im Biergarten tun. Dieser öffnet stets eine Stunde nach der Soccergolf-Anlage.

Noch mehr Informationen zu besonderen Angeboten gibt es im Internet unter www.soccergolf-sachsen.de

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Neben dem Gießen und dem Rasenmähen birgt die Fußballgolf-Anlage aber noch viel mehr Aufgaben für die Fellendorfs. So müssen die beiden regelmäßig die Löcher, in denen der Fußball im besten Fall landet, per Hand verschneiden. „Da komme ich mit dem Rasenmäher nicht ran. Also bearbeite ich alle 18 Löcher mit der Schere“, erklärt Ralf Fellendorf. Zusätzlich müssen die Sträucher verschnitten, die Beete gepflegt, das Unkraut aus den Steinmauern entfernt oder kleine Reparaturmaßnahmen vorgenommen werden. „Manchmal geht eben eine Fahne oder eine Bande kaputt“, so der Chef. Stets im Blick hat das Ehepaar zudem die Sandbunker auf dem Gelände. Denn auch hier bahnt sich das Unkraut seinen Weg an die Oberfläche. „Wenn man nicht dran bleibt, holt sich die Natur ihren Teil zurück. Es ist wie bei einem Kleingarten, der regelmäßige Pflege braucht“, so Dagmar Fellendorf. Nur das ihr Kleingarten fünf Hektar groß ist. Und: Besagter Kleingarten wird auch zwei Mal im Jahr von einem Fachmann untersucht, der Bodenproben nimmt und gemeinsam mit den Fellendorfs einen Düngungsplan erstellt.

Bis Ende Oktober wird noch gespielt

Und was passiert im Winter? „Sobald die Saison vorbei ist, kommen noch einmal zwei Wochen Arbeit auf uns zu“, erklärt Dagmar Fellendorf. Dann mähen sie den kompletten Rasen der Anlage herunter, damit er im Frühjahr gepflegt nachwachsen kann. „Bis wir die Pflanzenabfälle mit dem Rechen eingesammelt haben, dauert es ein paar Tage“, verrät die Chefin. Doch anschließend verbringt die Anlage am Ottendorfer Wachberg die kalten Monate im Winterschlaf.

Doch bis dahin sind noch ein paar Tage Zeit. Denn bis zum 29. Oktober können Fans des Fußballgolfs in Ottendorf-Okrilla noch spielen. „Das Schöne bei uns ist, dass die Gäste keinen Eintritt bezahlen müssen. Sie können auch gern einfach so zu uns kommen und im Biergarten etwas essen und trinken oder auf dem großen Schachfeld eine Partie spielen“, so Dagmar Fellendorf. Nur das Fußballgolf selbst (und natürlich Speisen und Getränke) kosten Geld. Wer also in dieser Saison noch nicht bei den Fellendorfs vorbeigeschaut hat, kann vielleicht das anstehende, voraussichtlich sonnige Wochenende für einen Besuch nutzen.