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Ein Funke fürs nächste Jahrhundert

Eine Aktion vor 100 Jahren inspirierte die heutigen Arnsdorfer. Das Ergebnis gibt’s in der Krankenhauskirche zu sehen.

Von Sylvia Gebauer

Zwei Kerzenständer mit Inschrift, gestiftet vor 100 Jahren. Anlass war die Weihe der Arnsdorfer Krankenhauskirche am 16. November 1913. Damals entschieden sich Arnsdorfs Bürgermeister Clemens Träber und Anstaltspfarrer Ottomar Weber, jeweils einen Leuchter zu stiften. Zum 100. Jubiläum des Weihedatums wurde die Idee erneut aufgegriffen. Mit ihrem besonderen Kerzenleuchter trafen die Arnsdorfer auch im Jahre 2013 ins Schwarze.

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Ein klein wenig war die Aktion im Jahre 1913 in Vergessenheit geraten. Zum Glück konnten die Arnsdorfer diese in der Chronik der Krankenhauskirche nachlesen. Und genau beim Blättern in eben dieser entwickelten sie eine neue Aktion. Mit der die Arnsdorfer quasi ein Zeichen für die Nachwelt setzen wollen.

Initiator der Kunstaktion war Rainer Petzold. Er ist evangelischer Krankenhausseelsorger im Sächsischen Krankenhaus Arnsdorf und damit ja auch für die Krankenhauskirche mit verantwortlich. Ihm gefiel die Sache mit den Kerzenleuchtern von 1913 – die übrigens bis heute im Gotteshaus stehen – und schlug sie der Arbeitsgemeinschaft vor. Die Gruppe hatte sich anlässlich des Kirchengeburtstags gebildet. Ihr gefiel der Vorschlag, so machte sie sich auf die Suche nach einem Künstler, der das umsetzt.

Vorgegeben war nur der Rahmen. Krankenhausseelsorger Rainer Petzold schwebte etwas vor, wo die Gottesdienstbesucher ihren Wünschen und Bitten symbolisch mit dem Entzünden einer Kerze Ausdruck verleihen können. Dazu sollte es eine Stelle in der Krankenhauskirche geben. Und die Sache mit dem Kerzenentzünden ist nicht neu, in katholischen Kirchen ist das gang und gäbe.

Der Rennersdorfer Kunstschmied Detlef Wächtler war sofort Feuer und Flamme. Zumal er auch eine Beziehung zum Arnsdorfer Fachkrankenhaus hat, seine Frau arbeitete hier früher als Psychologin. So machte er sich Gedanken, wie er die Vorstellungen der Arnsdorfer am besten umsetzen kann. Die Lösung ist ein schmiedeeiserner Lebensbaum – dessen Blätter sind so geformt, dass sie als Teelichthalter dienen. Als sich Jana Droste, die Kunsttherapeutin vom Haus am Karswald, und eine Bewohnerin vom Haus Birke den Lebensbaum anschauen wollten, war der Künstler bei den letzten Handgriffen. Kurzerhand bat er die Bewohnerin, ihm zu helfen. So entstanden die letzten Blüten des Arnsdorfer Lebensbaums. Mehrere Personen und Institutionen, die sich der Krankenhauskirche verbunden fühlen, haben sich als Stifter beteiligt. Doch es fehlten bis zum Festgottesdienst noch gut 500 Euro. „Das Geld haben wir mittlerweile zusammen“, sagt Kunsttherapeutin Jana Droste. Viele Besucher begeisterte diese Kerzenleuchteridee, so füllte sich rasch die Spendenbox.

Nun haben die Arnsdorfer hier einen weiteren besonderen Kerzenständer. Ein Vermerk in der Kirchenchronik ist das allemal wert. Vielleicht wird in 100 Jahren wieder jemand darauf aufmerksam. Wenn die Arnsdorfer 2113 den 200. Geburtstag der Krankenhauskirche feiern.